USB-SSD-Gehäuse im Test: Silverstone und Sharkoon mit USB 3.1 für M.2 und 2,5" 2/2

Michael Günsch et al. 74 Kommentare

Testergebnisse

In Benchmark und Praxistests wurde die Leistung der SSDs sowohl im USB-Gehäuse als auch im Betrieb über die native Schnittstelle bei direktem Anschluss auf dem Mainboard überprüft. Es zeigt sich erwartungsgemäß, dass bei der Umwandlung von SATA auf USB 3.1 etwas Leistung verloren geht. Die WD Blue SSD ist direkt im M.2-Slot bei den Praxistests im Schnitt zwölf Prozent schneller als im externen Gehäuse von Silverstone. Beim Sharkoon Rapid Case zeigt sich ein deutlich geringerer Leistungsverlust von gerade einmal drei Prozent. Beim Benchmark ist die WD-SSD im externen Gehäuse sogar 25 Prozent langsamer als im M.2-Slot. Die BX300-SSD verliert im Sharkoon-Case 16 Prozent Leistung.

Insgesamt geht im Sharkoon Rapid Case weniger Leistung verloren als im Silverstone MS09. Beide Lösungen nehmen die externe SSD Samsung Portable T5 bei der Leistung über USB 3.1 in ihre Mitte. Ein direkter Leistungsvergleich zwischen den Gehäuse-Kontrahenten ist allerdings nicht sinnvoll, da zwei völlig unterschiedliche SSDs vorliegen. Über die Pfeile am Kopf der Diagramme lassen sich die Ergebnisse der einzelnen Testabschnitte durchschalten.

Temperaturen

Im externen Gehäuse verpackt, stellt sich die Frage nach der Temperaturentwicklung. Bei beiden Gehäusen gibt es Entwarnung: Die Temperaturen (gemessen bei 21°C Raumtemperatur) bewegen sich auch bei Dauertransfers im grünen Bereich. Die 2,5-Zoll-SSD wird im Sharkoon Rapid Case etwa drei Grad Celsius wärmer. Die M.2-SSD wird im Rahmen der Messgenauigkeit genau so warm wie als nacktes Modul auf dem Mainboard. Die Tests wurden am offenen System ohne Lüfter durchgeführt.

Temperaturen
Angaben in °C
    • Crucial BX300 480GB am SATA-Port
      45
    • Crucial BX300 480GB im Sharkoon Rapid Case
      48
    • WD Blue 500GB im SilverStone MS09
      59
    • WD Blue 500GB im M.2-Slot
      60
Die BX300 wird im Sharkoon-Gehäuse kaum wärmer
Die BX300 wird im Sharkoon-Gehäuse kaum wärmer
Rund 60 °C erreicht die WD Blue intern wie extern
Rund 60 °C erreicht die WD Blue intern wie extern

Fazit

Mit dem Silverstone MS09 und dem Sharkoon Rapid Case 2,5" USB 3.1 Type C hat ComputerBase zwei sehr unterschiedliche USB-SSD-Gehäuse getestet. Beiden gemein ist ein robustes Aluminiumgehäuse mit edler Optik und einfacher Installation. Dank USB 3.1 erlauben beide mehr Leistung als bei über USB 3.0 angebundenen SATA-SSDs, obgleich das Potenzial der externen Schnittstelle erst durch PCIe-SSDs ausgenutzt werden kann.

Das Silverstone MS09 ist durch den Einsatz des M.2-Formfaktors besonders kompakt und portabel. Der Clou: Es lässt sich wie ein USB-Stick nutzen, ein Kabel muss nicht mitgeführt werden – das Konzept gefällt. Material und Verarbeitung lassen keine Wünsche offen. Doch verliert die M.2-SSD im externen Einsatz recht deutlich an Leistung, das hat bei Sharkoon besser geklappt.

SSD-Gehäuse von Sharkoon und SilverStone im Test
SSD-Gehäuse von Sharkoon und SilverStone im Test

Nicht ganz so hochwertig verarbeitet, aber dennoch edel kommt das Sharkoon Rapid Case 2,5 Zoll mit USB 3.1 Typ C daher. Es bietet Platz für gängigere 2,5-Zoll-SSDs, ist dadurch aber weniger kompakt und erfordert das Mitführen des Anschlusskabels. Gegenüber dem nativen Betrieb verliert die SSD im Sharkoon-Gehäuse ebenfalls etwas an Leistung, der Verlust ist aber deutlich geringer als bei Silverstone, was auf den anderen Bridge-Chip zurückzuführen sein dürfte.

Das Silverstone MS09 ist mit einem Straßenpreis von rund 35 Euro etwa 10 Euro teurer als das Sharkoon Rapid Case 2,5 Zoll USB 3.1 Type C, das für rund 25 Euro in den Farbvarianten Schwarz oder Silber zu haben ist.

Für Bastler besonders interessant ist der Gesamtpreis in Verbindung mit einer SSD und ob sich gegenüber fertigen Lösungen Geld sparen lässt. Dies ist in der Tat der Fall. Die Testkonfiguration Silverstone MS09 und WD Blue 500 GB kostet rund 180 Euro oder 0,36 Euro pro Gigabyte. Sharkoon Rapid Case und Crucial BX300 480 GB kosten zusammen 175 Euro und ebenfalls 0,36 Euro pro Gigabyte. Gegenüber einer Samsung Portable SSD T5 (Test) mit 500 GB für 190 Euro oder 0,38 €/GB lässt sich somit etwas Geld sparen. Auch die günstigere Adata SD600 (Test) mit 512 GB und 0,37 €/GB wird preislich unterboten.

Wird eine günstigere SSD eingesetzt, fällt das Sparpotenzial noch größer aus. Mit der günstigen Crucial MX300 (Test) mit 525 GB bestückt, kostet die externe Lösung von Silverstone nur noch 175 Euro oder 0,33 €/GB. Beim Sharkoon-Gehäuse kommen dann nur 160 Euro oder 0,30 €/GB zusammen, was nur noch von sehr wenigen fertigen externen SSDs mit USB 3.1 unterboten wird.

Preis (pro GB)
SilverStone MS09 + WD Blue 500 GB (Testkonfiguration) 35 € + 145 € = 180 € (0,36 €)
SilverStone MS09 + Crucial MX300 525 GB 35 € + 140 € = 175 € (0,33 €)
Sharkoon Rapid Case 2,5" + Crucial BX300 480 GB (Testkonfiguration) 25 € + 150 € = 175 € (0,36 €)
Sharkoon Rapid Case 2,5" + Crucial MX300 525 GB 25 € + 135 € = 160 € (0,30 €)
Samsung Portable SSD T5 500 GB 190 € (0,38 €)
Adata SD600 512 GB 190 € (0,37 €)
Preise aus Preisvergleich und Crucial.de, aufgerundet, bei Verfügbarkeit ab Lager, Stand: 22.12.2017

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