Apple HomePod: Teardown offenbart miserable Reparierbarkeit

Jan Lehmann 80 Kommentare
Apple HomePod: Teardown offenbart miserable Reparierbarkeit
Bild: iFixit

Kurz nach Verkaufsstart wurde nun auch Apples HomePod seitens iFixit einem Test hinsichtlich der Reparierbarkeit unterzogen. Gegenüber den Kontrahenten Amazon Echo (Test) sowie Google Home fällt das Urteil mit nur einem von zehn möglichen Punkten überaus schlecht aus.

Verklebt und gebaut wie ein Panzer

Um den smarten Lautsprecher zu öffnen, bedarf es einiger Expertise und Werkzeugen, die man nur ungern an elektronische Geräte lässt. Äußerlich zeigt der HomePod keinerlei Schrauben, sodass zunächst mittels Heißluftgebläse die stark verklebte, untere Abdeckung freigelegt werden muss.

Neben herkömmlichen Torx-Schrauben am Boden, muss zum weiteren Öffnen der Stoffbezug weichen. Der Stoffbezug besteht indes aus einem schalloptimierten Gewebe, bei dem zwischen den Netzschichten kleine Ringe eingearbeitet wurden. Diese sollen die Schallreflexionen mindern und zudem vor Staub schützen. Zwar wird der Bezug seitens iFixit mit einem Skalpell aufgeschnitten, doch offenbart sich im weiteren Verlauf der Demontage eine Kordel, die eventuell für das Abziehen gedacht war.

Apple Homepod – schalloptimierende Webung
Apple Homepod – schalloptimierende Webung (Bild: iFixit)

Erst nach zwei weiteren, fest verklebten Schichten gibt der HomePod sein Inneres preis. Unter der Haube zeigen sich Apples A8-SoC, 16 Gigabyte Flash-Speicher sowie wahrscheinlich Module für Bluetooth und WLAN.

Hinter den technischen Komponenten sitzt der Haupt-Lautsprecher, der jedoch von einem seitlichen Gitter geschützt wird, welcher sich von iFixit nur unter Zuhilfenahme von einer Säge entfernen ließ. Nach Entnahme des Lautsprechers kommt das Netzteil zum Vorschein. Es besteht aus einem inneren Block, der die Stromumwandlung übernimmt und einem äußeren, der den Strom auf die Lautsprecher verteilt. Auffällig ist hier, dass das Netzteil mit sehr viel Epoxidharz überzogen ist, was wahrscheinlich der besseren Schwingungsabdichtung gegenüber der Musik geschuldet ist. Erst unterhalb des Netzteils befinden sich die sieben Hochtöner.

Eigene Reparatur ohne Erfolgsaussichten

Im Resultat vergibt iFixit dem Apple HomePod lediglich einen von zehn Punkten – wohingegen der Google Home mit acht von zehn und der Amazon Echo mit sieben von zehn Punkten aufwarten. Insbesondere die starke Verklebung und nicht erkennbaren Öffnungsmöglichkeiten des HomePod sorgen laut des Reparaturportals für diese Wertung. Ein nicht zerstörerischer Weg ins das Gehäuse konnte nicht ausgemacht werden – „ohne ein Reparaturhandbuch sind die Erfolgsaussichten gering“. Dessen ungeachtet werden die robuste Bauweise und der innere Aufbau dem HomePod gut geschrieben.