Asus Prime H310T: Das einzige aktuelle Thin-Mini-ITX-Mainboard

Michael Günsch 40 Kommentare
Asus Prime H310T: Das einzige aktuelle Thin-Mini-ITX-Mainboard
Bild: Asus

Der Formfaktor Thin Mini-ITX ist vom Aussterben bedroht. Zumindest im Endkundenhandel spielen Mainboards entsprechender Bauart kaum eine Rolle. Jetzt gibt es mit dem Asus Prime H310T einen einsamen Vertreter der aktuellen Intel-Generation.

Thin Mini-ITX ist heute noch mehr Nische

Thin Mini-ITX bedeutet zunächst die gleiche Platinengröße wie bei Mini-ITX mit einer Kantenlänge von 17 Zentimetern. Allerdings gibt es zusätzlich eine Beschränkung für die Bauhöhe der Komponenten, die die Platine maximal um 20 Millimeter überragen dürfen. Die Idee dahinter sind besonders flache Mini-Systeme. Von Intel wurde der Formfaktor erstmals 2011 vorgestellt. Im Laufe der Jahre erschienen diverse Thin-Mini-ITX-Mainboards, doch nahm die Zahl in den letzten Jahren ab. Im Preisvergleich werden aktuell nur elf Thin-Mini-ITX-Modelle mit dem Intel-Sockel 1151 aufgelistet. Sie basieren noch auf dem H110- und dem Q170-Chipsatz, liegen entsprechend zwei Generationen zurück.

Asus Prime H310T allein auf weiter Flur

Für Intels achte Core-Generation rund um Coffee Lake wurde jüngst die neue Chipsatz-Generation der Intel 300 Series eingeführt. Zu dieser zählt auch der H310-Chipsatz, der die Basis für das neue Asus Prime H310T bildet, das nach Kenntnis der Redaktion das einzige aktuelle Thin-Mini-ITX-Mainboard darstellt.

Das Prime H310T nutzt flache SO-DIMM-Sockel statt klassischer DIMM-Bänke, um den Anforderungen an die Bauhöhe gerecht zu werden. M.2-Slots sind je einmal mit M-Key für SSDs und mit E-Key für Funkmodule vertreten. Massenspeicher ist zudem über zwei SATA-Buchsen anschließbar. Am I/O-Panel stehen HDMI, DisplayPort, LAN, Audio, ein COM-Port, zweimal USB 2.0 und zweimal USB 3.0 alias USB 3.1 Gen 1 bereit. Der H310-Chipsatz bietet im Gegensatz zu seinen Geschwistern kein natives USB 3.1 Gen 2 und ist auch sonst spartanisch ausgestattet.

Die Stromversorgung erfolgt nicht per ATX-Stecker, sondern über einen extern ausgeführten 12/19-Volt-Anschluss. Die LVDS-Schnittstelle grenzt das Modell ebenso von herkömmlichen Desktop-Mainboards ab. Ebenso exotisch ist der LPC-Header für den Anschluss einer optionalen Debug-Karte, deren Diagnose-LCD bei der Fehlersuche hilft.

Auf das Prime H310T als vorerst einziges Thin-Mini-ITX-Mainboard der neuen Generation hat FanlessTech aufmerksam gemacht. Als Produkt für Geschäftskunden liegen keine Informationen zu Preis und Verfügbarkeit vor. Zum Formfaktor passende Gehäuse bietet unter anderem Akasa mit Modellen der Serien Euler und Galileo an.

Lieferengpass beim H310-Chipsatz

Laut einem Bericht aus Asien führt die hohe Nachfrage nach 14-nm-Produkten von Intel zu Engpässen. Ein erstes Opfer sei der H310-Chipsatz, der vorerst nicht geliefert werden könne. Das könnte auch die Produktion des Asus-Mainboards beeinträchtigen. Laut DigiTimes sei aber spätestens im Juli eine Verbesserung der Liefersituation zu erwarten.