F1 2018 im Benchmark: Ein leichtes Upgrade eines guten Vorgängers

Wolfgang Andermahr 96 Kommentare
F1 2018 im Benchmark: Ein leichtes Upgrade eines guten Vorgängers

tl;dr: F1 2018 ist da und will spielerisch sowie technisch einige Fortschritte gegenüber dem Vorgänger F1 2017 gemacht haben. ComputerBase konnte einen technischen Blick auf die PC-Version werfen, die sich in einer guten Form präsentiert. Große Neuerungen gibt es zwar nicht, leichte Verbesserungen aber schon.

F1 2018 sieht ein wenig hübscher aus

Mit F1 2017 hat Codemasters die offizielle Rennspiel-Serie zur Formel 1 auf ein neues Niveau gehoben. Nachdem es jahrelang kaum Entwicklung gegeben hat, gab es für den letzten Teil durchweg gute Kritiken und auch bei den Spielern selbst kam die letzte Iteration gut an. Genau da soll der Nachfolger F1 2018, der am 24. August erscheinen wird, ansetzen und das Spiel weiter verbessern. ComputerBase hatte die Gelegenheit, sich die Vorabversion von F1 2018 für den PC genauer anzusehen und konzentriert sich dabei auf die Technik.

Die größten Änderungen sind aber spielerisch zu finden. Das Interview-System würde vollständig überarbeitet – mit Auswirkungen auf den Spielverlauf –, das Auto-Upgrade-System während einer Saison wurde deutlich ausgeweitet und auch das Chassis- und Reifenmodell wurde spürbar überarbeitet. Doch auch technisch macht F1 2018 einen Schritt nach vorne, wenn auch nur einen kleinen. So kommt weiterhin die hauseigene EGO-Engine 2.0 zum Einsatz, die etwas Fein-Tuning erhalten hat.

Beispielsweise die Darstellung des Hitzeflimmerns wurde sichtbar überarbeitet. Staub kann nun auch auf die Strecke wehen und Codemasters hat an einigen weiteren Stellschrauben gedreht. F1 2018 wird dadurch zwar nicht zu einer Grafik-Bombe, sieht aber dennoch in allen Lebenslagen gut aus, die Grafik weiß zu überzeugen. Zudem kommt dem Titel Zugute, dass das Spiel keine optischen Aussetzer hat.

AMD- und Nvidia-Technik ist im Spiel

F1 2018 nimmt offiziell weder an AMDs Gaming-Evolved- noch an Nvidias GameWorks-Programm teil. Dennoch finden sich von beiden Grafikkartenherstellern Techniken im Spiel. Von AMD wird ein Depth-of-Field-Effekt von GPUOpen genutzt und von Nvidia hat es die HBAO+-Umgebungsverdeckung ins Spiel geschafft.

Sämtliche Eindrücke und Tests der PC-Version von F1 2018 sind mit einer Vorabversion auf dem PC durchgeführt worden. Diese wird bis zum Release jedoch noch mit einem Patch aktualisiert. Entsprechend kann nicht garantiert werden, dass es keine für diesen Artikel relevanten Änderungen gegeben hat. Darüber hinaus erscheinen bis dahin wohlmöglich angepasste Grafiktreiber. Das ist auch der Grund, warum der Testumfang reduziert ist.

5 Presets und 2 ungewöhnliche Optionen

Auch wenn das Grafikmenü von F1 2018 gewohnt umfangreich ausfällt, gibt es weder Down-, noch Upsampling, einen FPS-Limiter oder weitere Features, die doch so einige aktuelle PC-Spiele bieten. Sämtliche Änderungen werden nach einem Bestätigen sofort übernommen. Das Spiel muss nicht neugestartet werden.

Mit „Ultraniedrig“, „Niedrig“, „Mittel“, „Hoch“ und „Ultrahoch“ gibt es fünf verschiedene Presets, um die Grafikqualität an den eigenen Rechner anzupassen. Ultrahoch ist dabei aber nicht die maximale Grafikeinstellung, sowohl die Umgebungsverdeckung als auch die Schatten lassen noch höhere Optionen zu.

Wer von Ultrahoch auf Hoch zurückschaltet, muss primär mit schlechteren Schatten, einer schlechteren Umgebungsverdeckung, weniger Hitzeflimmern und weniger Details in den Außenspiegeln leben. Bei der mittleren Einstellungen werden genau diese Details in erster Linie weiter heruntergedreht. Die einzelnen Grafikschritte sind gut sichtbar, bis hin zu Mittel sieht das Spiel aber immer noch ordentlich aus. Bei Niedrig und Ultraniedrig ist das Spiel dagegen nur noch wenig ansehnlich. Die Stufen sollten entsprechend gemieden werden. Mit jeder Preset-Stufe lässt sich die Performance um etwa 30 Prozent erhöhen, sodass es viel Tuning-Potenzial gibt.

ASSAO ist am schönsten, aber nicht optimal

F1 2018 bietet als Umgebungsverdeckung „ein“, „HBAO+“ und „ASSAO“. Auf einer AMD-Grafikkarte stellt das Spiel bei hohen Details automatisch ASSAO ein, auf einem Nvidia-Beschleuniger hingegen HBAO+. Bei ersterem handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Codemasters, die in dem Spiel auch am besten aussieht. Zwar trägt diese teils „etwas dick auf“, manche Objekte werden von HBAO+ aber nicht bearbeitet. Davon abgesehen ist HBAO+ eine gute Alternative, die Optionen „Aus“ und „Ein“ sollten gemieden werden.

Die Performancemessungen des Ambient Occlusion zeigen etwas merkwürdige Ergebnisse – denn dort unterscheiden sich AMD- und Nvidia-Grafikkarten teils deutlich. Wird die Umgebungsverdeckung einfach auf „Ein“ geschaltet, wird die GeForce GTX 1080 nur um ein Prozent langsamer, die Radeon RX Vega 64 aber gleich um sieben Prozent. HBAO+ kostet auf der Nvidia-Grafikkarte dann mit acht Prozent auch etwas Leistung und auf dem AMD-Beschleuniger weitere neun Prozent. ASSAO ist auf der Radeon dagegen ein Prozent schneller als HBAO+, auf der GeForce aber ein Prozent langsamer. Damit liegt der Unterschied zwischen dem größten Verlust der Umgebungsverdeckung und abgeschalteter Verdeckung bei elf Prozent auf einer Nvidia-, aber bei 18 Prozent auf einer AMD-Grafikkarte.

Umgebungsverdeckung – 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Aus
      88,5
    • Ein
      82,2
    • ASSAO
      75,3
    • HBAO+
      74,8
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • Aus
      90,3
    • Ein
      89,1
    • HBAO+
      82,3
    • ASSAO
      81,7

Die Schatten bringen wenig und kosten wenig

Bei den Schatten gibt es seit F1 2017 eine „SSRT“ genannte Option, die optional aktiviert werden kann. Diese hat allerdings kaum optische Auswirkungen. Ob an oder aus spielt nicht nur optisch, sondern auch bezüglich der Performance kaum eine Rolle. Die GeForce GTX 1080 verliert drei Prozent an Performance, die Radeon RX Vega 64 dagegen gar nichts.

Schatten – 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • SSRT Aus
      75,3
    • SSRT Ein
      75,1
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • SSRT Aus
      82,6
    • SSRT Ein
      80,1

Die Kantenglättung arbeitet erst bei höheren Auflösungen gut

Das neue Formel-1-Rennspiel bietet als Kantenglättung TAA und „TAA Schachbrett“. TAA kommt mit einer temporalen Komponente daher, sodass das Anti-Aliasing das gesamte Bild bearbeitet. Das funktioniert recht gut, wobei das Spiel in Full HD je nach Bildelement noch flimmert. Das Problem löst sich jedoch bereits ab 2.560 × 1.440 zu einem Großteil auf. Dasselbe gilt für eine leichte Unschärfe. TAA Schachbrett sollte dagegen vermieden werden. Intern wird dann in einer geringeren Auflösung gerendert, was zwar die Performance steigert, zudem aber eine massive, störende Unschärfe erzeugt. Kantenflimmern gibt es auch bei der Option kaum.

F1 2018 unterstützt wie auch der Vorgänger HDR. Das gilt sowohl für die Konsolen als auch für den PC.

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