Galaxy Note 9 Hands-On: Stylus-Smartphone kommt mit bis zu 512 GB und 4.000 mAh

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Nicolas La Rocco 245 Kommentare

Dual-Kamera des Galaxy S9+

Abseits der klassischen Hardware-Eckdaten findet sich im Galaxy Note 9 die aus dem Galaxy S9+ bekannte Dual-Kamera mit der variable Blende von f/1.5 und f/2.4. In Abhängigkeit der Lichtverhältnisse schaltet das Smartphone automatisch zwischen beiden Blenden um, im Pro-Modus der Kamera können Anwender aber auch manuell Einfluss darauf nehmen. Die zweite Linse kommt mit fixer f/2.4-Blende und ist für den zweifachen Zoom sowie den Unschärfe-Effekt bei Porträtaufnahmen zuständig.

Neu ist aufseiten der Software eine Analyse des Bildes nach der Aufnahme, die dem Nutzer sofort mitteilt, ob eine Unschärfe vorliegt, Blinzeln oder Schmutz auf der Linse erkannt wurde. Während der Aufnahme arbeitet eine Szenenerkennung, die zum Start 20 Szenen erkennen und die besten Parameter für das Foto auswählen soll. Im weiteren Verlauf der Softwarepflege sollen der Erkennung weitere Szene hinzugefügt werden.

S Pen mit Bluetooth

Der Stylus ist laut Samsungs interner Marktforschung das Verkaufsargument für die Note-Serie, anhand dessen 46 Prozent der Kunden ihre Kaufentscheidung fällen. Der S Pen landet in der Statistik weit vor Displaygröße, Kamera und selbst Akku, der nur auf 11 Prozent kommt.

Beim Galaxy Note 9 ist der Stylus für neue erweiterte Funktionen per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und lässt sich dadurch auch dann verwenden, wenn die Spitze sich nicht in direkter Nähe zum Display befindet. Zusätzlich zu allen bereits vom Galaxy Note 8 bekannten klassischen Stylus-Funktionen ohne Bluetooth lässt sich der S Pen nun auch als Presenter und generell als Smartphone-Fernbedienung verwenden.

Ab Werk lässt sich die Taste des Stylus in drei Funktionen unterteilen, die durch einmaliges Drücken, zweimaliges Drücken und langes Halten ausgelöst werden. Als Presenter wechselt einmaliges Drücken zum Beispiel zur nächsten Folie, während zweimaliges Drücken zur letzten Folie zurück wechselt. Langes Halten der Taste lässt sich dafür verwenden, um die Kamera zu starten, kurzes Drücken löst aus und zweimaliges Drücken wechselt zwischen hinterer und vorderer Kamera.

In den Stylus-Einstellungen können Anwender selbst auswählen, welche Anwendung durch langes Halten der Taste gestartet werden soll. Damit auch die Befehle für einmaliges und zweimaliges Drücken in entsprechenden Aktionen innerhalb der App resultieren, müssen diese zunächst vom Entwickler eingepflegt werden. Bei Microsoft PowerPoint ist dies zum Beispiel der Fall, eine App wie YouTube für das Springen innerhalb einer Playlist müsste diese Funktionen aber erst noch integrieren.

30 Minuten nutzen, 40 Sekunden laden

Das Bluetooth-Modul mit Antenne sitzt im Bereich hinter der Taste, ein Superkondensator ist für die Energieversorgung zuständig. Der Stylus hat eine Laufzeit von 30 Minuten, aufgeladen wird er über das Einstecken in das Smartphone. Für eine volle Ladung des Stylus benötigt das Galaxy Note 9 nur 40 Sekunden.

Abgesehen von den gerätespezifischen Funktionen wie für den Stylus und die neuen Funktionen der Kamera entspricht die Software auf dem Galaxy Note 9 der des Galaxy S9+. Vorinstalliert ist Android 8.1 mit der aktuellen Samsung Experience 9.5. Aussagen zu zukünftigen Software-Updates wie das neue Android 9 Pie macht Samsung generell nicht.

Erstes Fazit

Das Galaxy Note 9 ist ein Komplettpaket wie kaum ein anderes Smartphone. Kritikpunkte müssen schon wie die Nadel im Heuhaufen gesucht werden, denn ein handfestes Manko lässt sich nach dem ersten Ausprobieren des Smartphones nicht erkennen. Es ist eine solide Weiterentwicklung des Galaxy Note 8 und zudem wie von Samsung beworben nicht nur ein Galaxy S9+ mit Stylus.

Wenn etwas an dem Gerät schmerzt, dann ist es einzig der Preis. Für das Gebotene sind 999 Euro jedoch ein angemessener Preis. Denn Display, Prozessor, Kamera, Speicherausstattung, Akku und die exklusiven Zusatzfunktionen rechtfertigen den aufgerufenen Betrag. Ob es die 512-GB-Version für 1.249 Euro angesichts der ohnehin vorhandenen microSD-Erweiterung wirklich braucht, sei dahingestellt, hier wollte Samsung einfach zeigen, was derzeit technisch möglich ist.

ComputerBase hatte im Vorfeld der öffentlichen Präsentation des Smartphones auf einer Veranstaltung von Samsung die Chance, das Gerät selbst in Augenschein zu nehmen. Die gewonnenen Erkenntnisse standen wie auch die bereitgestellten Informationen unter NDA. Einzige Vorgabe war allerdings der Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Beeinflussung der Berichterstattung fand nicht statt.

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