Google: Sammelklage wegen Speicherung des Standorts

Frank Hüber 48 Kommentare
Google: Sammelklage wegen Speicherung des Standorts
Bild: Google

Nachdem Google stets behauptet hatte, nach Deaktivierung des Standortverlaufs unter Android oder iOS durch den Nutzer keine solchen Daten mehr zu erheben und der Aufdeckung durch Associated Press in der letzten Woche, dass Google auch bei Deaktivierung weiterhin Standortdaten erhebt, wurde nun Klage eingereicht.

Ein Nutzer aus San Diego hat gegen Google in San Francisco eine Sammelklage wegen dieser Praktiken angestrebt (PDF). Nach den Enthüllungen hatte Google stillschweigend die Erläuterungen auf der eigenen Website angepasst und die Formulierung so geändert, dass zwar nicht alle, aber einige Standortinformationen weiterhin erhoben und gespeichert werden können, auch wenn der Nutzer den Standortverlauf deaktiviert. Dies sei laut Google nötig, um Google Dienste zu personalisieren, selbst wenn nicht Google Maps genutzt werde. Die in den USA eingereichte Klage, die sich auf einen Verstoß gegen die Datenschutzrechte von Kalifornien beruft, strebt eine Sammelklage sowohl für Android- als auch iOS-Nutzer gleichsam an.

US-Verbraucherschutzbehörde soll prüfen

Aktivisten der Datenschutzorganisation Epic (Electronic Privacy Information Center) in Washington versuchen gleichzeitig die Federal Trade Commission (FTC) zu einer Prüfung zu bewegen (PDF), da sie in dem Handel einen Verstoß gegen die im Jahr 2011 von Google mit der FTC geschlossenen Vereinbarung sehen. Google war es 2011 untersagt worden, falsche Angaben über die Nutzung und Offenlegung der von Nutzern gesammelten Informationen zu machen.

Standortverlauf prüfen

Die durch Google erhobenen Standortdaten lassen sich auf der Website von Google selbst prüfen. Hier zeigen sich auch bei deaktiviertem Standortverlauf Standorte des Nutzers, etwa wenn eine Google-Suche durchgeführt wurde. Das Standortsymbol bei einer Aktivität zeigt dabei an, dass Google zu dieser einen Ort gespeichert hat, wobei sich dies nicht auf die Nutzung über ein Android- oder iOS-Smartphone beschränkt, sondern beispielsweise auch bei Suchanfragen über einen PC anhand der IP-Adresse erfolgt.

Über die Aktivitäteneinstellungen kann der Standortverlauf vermeintlich deaktiviert werden, in einem Hinweis spricht Google dann aber nur noch von „Standortverlauf pausieren“ und weist im Text darauf hin, dass „einige Standortdaten möglicherweise im Rahmen Ihrer Aktivitäten in anderen Google-Diensten wie der Google-Suche und Maps gespeichert“ werden. Eine vollständige Deaktivierung der Speicherung aller Standortdaten ist somit derzeit nicht möglich.