BMW Vision iNEXT: So sieht BMWs autonome Zukunft aus

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Nicolas La Rocco 182 Kommentare

Shy Tech statt Display-Dschungel

Für technikbegeisterte Personen dürfte der Blick in den Innenraum des Vision iNEXT zunächst gleichbedeutend mit einem Blick ins Leere sein. Denn abgesehen von den zwei Bildschirmen auf dem Armaturenbrett ist mit bloßem Auge zunächst kaum weitere Technik zu erkennen – vor allem fehlt es durchweg an Schaltern, Knöpfen oder Schieberegler. Die versteckt BMW geschickt direkt im Material des Innenraums.

BMW spricht bei diesem Konzept von „Shy Tech“, gemeint ist damit unsichtbar integrierte Technik, die dennoch stets verfügbar sein soll. Ein Beispiel dafür ist der Intelligent Personal Assistant, BMWs eigener Sprachassistent, den das Unternehmen Anfang des Monats für den X5, Z4, 3er und 8er vorgestellt hatte. Über den Intelligent Personal Assistant lassen sich zum einen Funktionen des Fahrzeugs steuern, zum anderen ist dieser über BMW Connected (Test) mit dem Smart Home und IoT-Geräten verbunden, sodass sich zum Beispiel vom Fahrzeug aus Fenster oder Rolladen schließen und öffnen lassen. Im Serienfahrzeug des Vision iNEXT soll die Verbindung über 5G realisiert werden.

Versteckte Touch-Bedienung

Shy Tech versteckt sich auch in der hölzernen Mittelkonsole und dem Stoff der Rückbank. Eine perforierte Holzfläche nimmt auf der Mittelkonsole Touch-Eingaben entgegen und gibt als visuelles Feedback Lichtpunkte in Form eines Kometenschweifs aus. Auch im Sitzbereich der Rückbank gibt es nicht sofort erkennbare Bereiche, die auf die Touch-Bedienung reagieren. Tippen und Wischen über diese Bereiche startet, pausiert oder wechselt den Titel bei der Musikwiedergabe, in den Stoff eingewobene LED-Einheiten geben auch hier visuelles Feedback zur Interaktion mit Shy Tech.

Touch-Integration im Stoff
Touch-Integration im Stoff (Bild: BMW)
Touch-Integration im Stoff
Touch-Integration im Stoff (Bild: BMW)

Projektion ersetzt Bildschirm

Neue Wege geht BMW bei der Integration von Displays im Innenraum – oder besser gesagt dem Weglassen. Denn wo andere Studien häufig das Interieur mit zahlreichen Bildschirmen zukleistern, sind im Vision iNEXT zunächst nur die zwei Display des Cockpits zu sehen. BMW setzt stattdessen auf versteckte Projektoren, die Inhalte auf interaktive Projektionsflächen bringen. Als Beispiel für „Intelligent Beam“ führte BMW die Projektion auf ein leeres Buch vor. Eine Kamera im Projektor erkennt kleine Piktogramme am Seitenrand und gibt daraufhin dem Projektor den Befehl, den zugehörigen Inhalt auf die leere Seite zu projizieren. Auch Touch-Eingaben erfasst das System. Der gesamte Aufbau erinnert stark an HPs All-in-One-PC Sprout Pro.

BMW Vision iNEXT – Intelligent Beam für die versteckte Projektion
BMW Vision iNEXT – Intelligent Beam für die versteckte Projektion (Bild: BMW)

Auf die Projektionsqualität bezogen hält BMWs Intelligent Beam nicht mit der Darstellung auf einem hochwertigen Tablet mit. Hier mangelt es im direkten Vergleich klar an Auflösung und Helligkeit, zudem fällt der Schwarzwert relativ schlecht aus. Intelligent Beam muss deshalb beispielhaft dafür herhalten, dass im Vision iNEXT auch Technologien gezeigt werden, die zwar auf den ersten Blick beeindruckend wirken, bei genauerer Betrachtung aber etablierter Technik wie einem Tablet unterlegen sind.

Progressives Exterieur

Das Exterieur des Vision iNEXT hat hingegen größere Chancen, in ähnlicher Form auf ein Serienfahrzeug übertragen zu werden. Das Konzeptfahrzeug ist ein Sports Activity Vehicle (SAV) und folgt damit dem Trend weg von klassischen Limousinen oder Coupés hin zu alltagstauglichen Offroadern, die allerdings mehr schön anzusehen als tatsächlich fürs Gelände geeignet sind.

Der Vision iNEXT kommt mit übergroßer BMW-Doppelniere, schmalen Scheinwerfern, kurzen Überhängen und großen 24-Zoll-Felgen. Ein Diffusor im Heck, der durch Leuchtelemente in Szene gesetzt wird, soll die Aerodynamik-Eigenschaften des Fahrzeugs optimieren. Die extravagante Außenfarbe in matter Ausführung nennt sich „Liquid Greyrose Copper“.

2021 wird in Dingolfing gefertigt

Dass der Vision iNEXT für BMW mehr als eine reine Zukunftsvision ist, verdeutlicht die Ankündigung, dass das Serienmodell von 2021 an als neues Technologe-Flaggschiff des Konzerns im Werk Dingolfing gebaut werden soll. Zum Antrieb des in Serie gefertigten Fahrzeugs liegen derzeit nur wenige Informationen vor, der Vision iNEXT soll aber mindestens eine vollelektrische Reichweite von 600 Kilometern bieten. BMW sieht sich damit gerüstet für alte und neue Konkurrenten auf dem Automobilmarkt.

Bis zum Jahr 2025 will die BMW Group, zu der auch Marken wie Mini und Rolls-Royce zählen, 25 Modelle mit elektrifiziertem Antrieb anbieten – davon 12 vollelektrisch. 2019 startet die Produktions des elektrischen Mini 3-Türers im Werk Oxford, 2020 soll das elektrische Sports Activity Vehicle Concept iX3 mit 200 kW/270 PS starkem Elektromotor und einer Reichweite im WLTP-Zyklus von über 400 Kilometern in Serie gehen.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von BMW unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt. Der Bereitstellung dieser Materialien war die Teilnahme an einer Presseveranstaltung Anfang September in München vorausgegangen. Die Kosten für An- und Abreise wurden von BMW getragen.

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