Mikrotransaktionen: 15 Glücksspiel-Behörden prüfen Lootboxen

Max Doll 124 Kommentare
Mikrotransaktionen: 15 Glücksspiel-Behörden prüfen Lootboxen
Bild: Clickbait Studios

Glücksspiel-Behörden aus 15 Ländern haben eine gemeinsame Erklärung abgegeben und Beuteboxen auf ihre Agenda gesetzt. Die Unterzeichner wollen Videospiele analysieren und im Anschluss sicherstellen, dass nationale Gesetze „angemessen und effizient“ angewendet werden.

Nachdem zunächst die Niederlande und Belgien gegen diese besondere Form von Mikrotransaktionen vorgegangen sind und auch in Finnland eine Untersuchung von Lootboxen eingeleitet wurde, wird das Vorgehen nun auf eine breitere Basis gestellt.

In der Erklärung (PDF) wird zunächst auf die „gemeinsamen Prinzipien“ der jeweiligen Behörden verwiesen. Darunter fällt die Notwendigkeit zur Regulierung von Glücksspiel, Fairness gegenüber den Konsumenten sowie ihr Schutz, der insbesondere bei Kindern nötig ist.

Auf dieser Grundlage drücken die Behörden ihre „zunehmende Sorge“ über die Risiken aus, die durch das „Verwischen der Linien zwischen Glücksspiel und anderen Formen digitaler Unterhaltung wie Videospielen“ entsteht. Diese Sorgen hätten sich in Kontroversen um Skin-Wetten, Beuteboxen und Glücksspiel-Inhalten in Videospielen manifestiert, die auch Kindern zugänglich seien.

Unternehmen werden vorgewarnt

Alle Behörden sehen in diesen Spielen ähnliche Merkmale wie bei den Angeboten, die Gesetzgeber zur Regulierung von Online-Glücksspielen veranlasst hätten. Aus diesen Gründen wollen die Unterzeichner zusammenarbeiten und die Eigenschaften dieser Spiele analysieren. Aus dem gemeinsamen Vorgehen versprechen sich die Behörden einen „informierten Dialog“ mit den Anbietern von Videospielen und Social Games, der die Einhaltung nationaler Gesetze und Regeln sicherstellen soll. Jedes Land behält sich dabei ausdrücklich die Anwendung der eigenen Vollstreckungsmethoden vor.

Erwartet“ wird von den Glücksspiel-Kommissionen, dass es „im Interesse dieser Unternehmen“ ist, zusammen mit den jeweiligen Behörden „mögliche Lösungen“ zu entwickeln und in einen „konstruktiven Dialog“ mit „verantwortungsbewussten Entwicklern“ zu treten. Damit geben die Behörden bereits einen deutlichen Warnschuss in Richtung der Unternehmen ab, denen am Verzicht auf ihre Glücksspiel-Systeme nicht unbedingt gelegen ist. EA hatte zuletzt in Belgien auf angemahnte Änderungen an FIFA Ultimate Team verzichtet und muss sich deshalb vor Gericht verantworten.

Nicht jedes Land aus Europa

Alle 15 Länder sind in der nachfolgenden Liste aufgeführt. Die fällt auch deshalb umfangreich aus, weil Kleinstländer wie die Isle of Man oder die Kanalinsel Jersey, die der britischen Krone direkt unterstellt sind, als eigenständige Unterzeichner auftreten. Neben 14 europäische Behörden tritt außerdem diejenige des US-Bundesstaats Washington.

Liste der Unterzeichner:

  • Frankreich
  • Gibraltar
  • Großbritannien
  • Irland
  • Isle of Man
  • Jersey
  • Lettland
  • Malta
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Portugal
  • Spanien
  • Tschechien
  • US-Bundesstaat Washington