Huawei Mate 20: EMUI 9.0 basiert auf Android 9 Pie und ist übersichtlicher

Nicolas La Rocco 53 Kommentare
Huawei Mate 20: EMUI 9.0 basiert auf Android 9 Pie und ist übersichtlicher

Huawei hat zur IFA 2018 in Berlin einen Ausblick auf das neue Betriebssystem des Mate 20 gegeben, dessen Vorstellung für den 16. Oktober angesetzt ist. EMUI 9.0 basiert auf Android 9 Pie und kommt mit einem einheitlicheren und übersichtlicheren Design. EMUI 9.0 soll aber auch schneller Apps starten und neue KI-Funktionen bieten.

Das neue Mate-Flaggschiff wird zur Ankündigung respektive Auslieferung direkt mit Android 9 Pie laufen, das hat Huawei im Rahmen einer Vorschau auf das neue EMUI 9.0 bestätigt. Bereits jetzt startet Huawei die Registrierung einer öffentliche Beta für EMUI 9.0, die bei den Geräten von Huawei für das P20 und P20 Pro, Mate 10 und Mate 10 Pro sowie bei Honor für das 10, View 10 und Play zur Verfügung steht.

Weniger Einstellungen – nur noch 843

Im ersten Schritt hat Huawei für EMUI 9.0 die Einstellungen des Betriebssystems überarbeitet, sodass in erster Menüebene zunächst weniger Optionen als bisher zur Auswahl stehen. Hier will Huawei nur noch die wichtigsten Einstellungen anbieten, bevor weniger häufig benötigte Optionen eine Ebene tiefer erscheinen. Darüber hinaus hat Huawei aber auch einfach zahlreiche Einstellungen gestrichen, die zum Beispiel doppelt in verschiedenen Menüs vorkamen und nicht benötigt werden. In EMUI 9.0 wurde die Anzahl der insgesamt zur Auswahl stehenden Optionen von 940 auf „nur noch“ 843 reduziert.

Für ein einheitlicheres Design soll der Verzicht auf unterschiedlich gestaltete UI-Elemente mit ähnlichen Funktionen sorgen. Die wichtigsten Schaltflächen der von Huawei vorinstallierten eigenen Anwendungen sollen sich stets an der gleichen Stelle finden lassen, sodass einmal innerhalb einer App gelernte Bewegungsabläufe der Bedienung auch für andere Apps gelten und sich Anwender schneller zurecht finden.

Huawei reduziert die Anzahl der Einstellungen
Huawei reduziert die Anzahl der Einstellungen

Gestensteuerung geht weiter als bei Google

Eine Umfangreiche Überarbeitung des Homescreens dürfen Nutzer mit EMUI 9.0 allerdings nicht erwarten, hinsichtlich des Icon-Designs übernimmt Huawei über weite Bereiche das Aussehen von EMUI 8.0. Anwender sollen das neue Betriebssystem auch in neuer Generation schnell als EMUI wiedererkennen können, weshalb sich Huawei in diesem Bereich gegen eine Neugestaltung entschieden habe, erklärte eine Sprecher.

Neu für den Homescreen ist allerdings eine Gestensteuerung, die noch einen Schritt über die von Google für Android 9 Pie eingeführte hinausgeht. Unter EMUI 9.0 wird es die bei Google noch sichtbare Navigationsleiste mit „Pille“ für das Öffnen des App-Drawers nicht geben. Die zur Verfügung stehenden Wischgesten sind grundsätzlich zu denen von Google identisch, nur dass Huawei auch für den Zurück-Befehl auf eine Wischgeste statt die Pfeil-Schaltfläche setzt. Huawei sei Googles Umsetzung nicht weit genug gegangen, erklärte das Unternehmen in Berlin, da bei Google durch die Reduzierung von drei Tasten auf eine nicht mehr Displayfläche zur Verfügung stehe.

Überarbeitete Soundeffekte, die echte Geräusche mimen, sollen die Veränderungen am Design auf der auditiven Ebene abrunden. Huawei zeigte die Veränderungen auf Basis der Wecker-App, die tickende Geräusche von sich gab und beim Einstellen der Uhrzeit klickte wie ein sich drehendes Zahnrad.

Apps starten schneller

An der Performance hat Huawei ebenfalls geschraubt, sodass es nun zu weniger Frameeinbrüchen während der Bedienung kommen soll. Huawei spricht von einer 12,9 Prozent flüssigeren Bedienung, wenngleich nicht genau im Detail erklärt werden konnte, welche Faktoren in diese Angabe eingeflossen sind. Huawei hat wie schon bei EMUI 8.0 die Startzeiten von Apps optimiert, sodass Instagram nun 12 Prozent schneller, Amazon 16 Prozent schneller und Spotify 11 Prozent schneller starten sollen.

Kürzere Ladezeiten von Apps
Kürzere Ladezeiten von Apps

Szenenerkennung für über 1.500 Motive

Die erweiterten KI-Funktionen werden vor allem unter Verwendung der neuen Dual-NPU (Neural Processing Unit) des neu vorgestellten Kirin 980 zum Tragen kommen, allerdings gibt es auch für Entwickler von Drittanbieter-Apps Veränderungen. Die Szenenerkennung baut Huawei von derzeit 500 Motiven auf über 1.500 auf, außerdem steht sie in Echtzeit nun nicht nur für Fotos, sondern auch Videos zur Verfügung. Erstmals sollen zudem Drittanbieter für ihre Apps auf die NPU zugreifen können.

Das erste Smartphone mit EMUI 9.0 wird das neue Mate-Flaggschiff. Bereits jetzt soll zudem die Anmeldung am Betaprogramm für die eingangs genannten Geräte starten. Dafür müssen sich Interessenten Huaweis Beta-App manuell auf dem Smartphone installieren und sich für die aktuelle Beta registrieren. Die zur Verfügung stehenden Plätze sind jedoch üblicherweise stark limitiert, außerdem soll der erste Beta-Rollout nicht mehr vor dem Release des neuen Mate-Flaggschiffs Mitte Oktober erfolgen.