Microsoft: 60.000 Patente für die Open-Source-Community

Aljoscha Reineking 56 Kommentare
Microsoft: 60.000 Patente für die Open-Source-Community
Bild: pixabay.com | CC0 1.0

Mit dem Anschluss an das Open Invention Network (OIN) geht Microsoft einen großen Schritt auf die Linux- und Open-Source-Community zu. Mitglieder des OIN können die veröffentlichten Patente aller Beteiligten kostenlos verwenden – mit der Auflage diese nicht gegen die Linux-Community einzusetzen.

Open Invention Network (OIN) als Schutz vor Patentangriffen

Das Ziel des Zusammenschlusses OIN ist es, möglichst viele für Linux relevante Softwarepatente zu sammeln, um die Mitglieder vor Patentangriffen zu schützen. Gegründet wurde das OIN im Jahr 2005 von den Firmen IBM, Novell, Philips, Sony und Red Hat. Dass Microsoft sich dem Netzwerk anschließen würde, galt lange Zeit als undenkbar. Der ehemalige Microsoft-CEO Steve Ballmer bezeichnete Linux noch als „Krebsgeschwür“. Erst mit dem neuen CEO Satya Nadella hat sich Microsoft immer weiter der Open-Source-Community geöffnet und in diesem Jahr gar die von vielen Open-Source-Projekten genutzte Entwickler-Plattform GitHub übernommen.

Über 60.000 Patent für OIN von Microsoft

Dass es sich bei den Ambitionen von Microsoft für freie Software nicht nur um eine Marketing-Aktion handelt, macht der neueste Anschluss an das Open Invention Network deutlich. Microsoft stellt über 60.000 Patente den Mitgliedern des Netzwerkes zur Verfügung. Das Bündnis besteht aus 2.500 Mitgliedern, unter anderem zählen Google und IBM dazu.

Windows weiterhin eine proprietäre Lösung

Die eigenen Windows-Betriebssysteme gelten als größtes Kapital von Microsoft und werden auch weiterhin als proprietäre Lösung mit mehreren Tausend geschützten Patenten gesichert. Die von Microsoft für das OIN freigegebenen Patente betreffen hauptsächlich Cloud-Anwendungen, welche künftig eine bessere Kompatibilität und Interoperabilität bieten sollen.

Microsoft erhofft sich Akzeptanz in der Open-Source-Community

Der Anschluss an das OIN soll als nächster Schritt von Microsoft angesehen werden, sich Linux- und der Open-Source-Community zu verpflichten. Wie Erich Andersen, Corporate Vice President von Microsoft, in der offiziellen Pressemitteilung erklärt. Darüber hinaus soll der Beitritt als Ansporn für andere Unternehmen gesehen werden, das ebenfalls zu tun.