GeForce RTX 2070 im Test: Nvidias kleine Turing-GPU im Duell mit Pascal und Vega

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Wolfgang Andermahr 498 Kommentare

Preis-Performance-Verhältnis

Preisliste (Stand 16.10.2018)
Angaben in Euro
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      799
      Hinweis: Partnerkarte, Takt auf oder über FE-Niveau
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      749
    • Asus GeForce RTX 2070 Turbo
      519
      Hinweis: UVP
    • Nvidia GeForce GTX 1080 FE
      490
    • AMD Radeon RX Vega 64
      484
    • AMD Radeon RX Vega 56
      399
    • Nvidia GeForce GTX 1070 FE
      395

Erste Modelle der GeForce RTX 2070 wird es ab 519 Euro geben. Dabei wird es sich primär um Grafikkarten mit einfach gestalteten Kühlern und Taktraten auf Referenz-Niveau handeln. Das gilt auch für die Asus GeForce RTX 2070 Turbo, die mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von eben jenen 519 Euro an den Start gehen wird. Ab dem 17. Oktober sollen die Grafikkarten auf Lager sein.

Die besseren Partnerkarten werden dagegen teuer werden. Die Modelle sind wie üblich erneut bezüglich Kühler, Takt und RGB-Beleuchtung abgestuft, wobei es eine große Variation – sowohl bezüglich Qualität als auch Preis – geben wird. Zumindest die Flaggschiffe der verschiedenen Herstellern werden deutlich teurer als die genannten 519 Euro werden. Nvidia selbst setzt für die eigene GeForce RTX 2070 Founders Edition 629 Euro an.

Fazit

Nvidias Turing-Grafikkarten sind schnell und gut – aber auch vergleichsweise hochpreisig. Das gilt auch für die GeForce RTX 2070, den Einstieg in die Turing-Welt, den es, wie in Form der bereitgestellten Asus GeForce RTX 2070 Turbo, ab 519 Euro zu kaufen geben wird. Nvidias schnellere und vermutlich besser gekühlte Founders Edition kostet mit 629 Euro auch in diesem Fall mehr, Premium-Modelle der Partner werden Richtung 700 Euro gehen.

Zum Preis von 519 Euro kostet die Grafikkarte vergleichbar viel wie der direkte Vorgänger GeForce GTX 1070 zum Start und liegt auf dem Niveau aktueller Handelspreise der GeForce GTX 1080. Mehr Performance gibt es für das gleiche Geld damit auch bei TU106 selbst zum Einstiegspreis nicht. Die großen neuen Features, Raytracing und DLSS, könnten hier Argumente liefern, entsprechende Spiele gibt es wie vor einem Monat aber noch nicht und auf Basis der wenigen verfügbaren Demos sind Aussagen zur Leistungsfähigkeit weiterhin nicht möglich.

Der Fokus liegt also abermals auf der Leistung der neuen Grafikkarte in herkömmlichen Rasterizer-Spielen. Die GeForce RTX 2070 lässt hier die GeForce GTX 1070 klar hinter sich zurück und arbeitet nicht ganz zehn Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 und die Radeon RX Vega 64. Eine von Haus aus übertaktete Partnerkarte der alten Generation wird damit in etwa so schnell sein wie die GeForce RTX 2070, deren übertaktete Modelle wiederum voraussichtlich nochmals knapp zehn Prozent schneller sind.

Asus GeForce RTX 2070 Turbo im Test
Asus GeForce RTX 2070 Turbo im Test

Die GeForce GTX 1080 Ti ist 20 Prozent schneller als der Turing-Einstieg, die GeForce RTX 2080 FE ist um 29 Prozent voraus. Die GeForce RTX 2070 eignet sich damit sehr für das Spielen in 2.560 × 1.440. Auch Ultra HD ist möglich, dann muss aber meistens an der Detailstufe gedreht werden. Für die Auflösung ist eine noch schnellere Grafikkarte besser geeignet.

Die Energieeffizienz aller Nvidia-Grafikkarten ist seit Pascal beeindruckend und Turing schneidet nochmals besser ab. Und innerhalb der bisher getesteten Grafikkarten mit Turing ist die GeForce RTX 2070 die derzeit energieeffizienteste. Der Unterschied zur Vorgängergeneration ist zwar nur klein, gegenüber der vergleichbar schnellen Konkurrenz aber enorm: Die Radeon RX Vega 64 benötigt pro FPS fast doppelt so viel Strom.

Das P/L-Verhältnis von RTX 2070, GTX 1080 und RX Vega 64 ist quasi gleich

Zum Einstiegspreis positioniert sich die GeForce RTX 2070 besser beim P/L-Verhältnis als die beiden größeren Modelle. Sie bietet genauso viele FPS pro Euro wie die einfachen Versionen von GeForce GTX 1080 und Radeon RX Vega 64 und bedeutet auch keinen Rückschritt beim Speicher. Auch mit den günstigsten GeForce RTX 2070 gibt es aber nicht mehr FPS pro Geldeinheit. In diesem Fall sollen dem Hersteller zufolge eben die neuen Funktionen den Unterschied machen, allen voran Raytracing und DLSS. Ihren Nutzen müssen beide Features aber weiterhin erst noch unter Beweis stellen.

Die Entscheidung für eine Grafikkarte zum Preis von etwas über 500 Euro ist damit auch eine Entscheidung zwischen Zukunft und einem potentiell besseren Kühlsystem auf einer älteren GeForce GTX 1080. In naher Zukunft dürfte sie sich aber auch gar nicht mehr stellen, denn Pascal läuft auf diesem Modell mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Die Asus RTX 2070 Turbo hat einen Radial-Lüfter

Die getestete Asus GeForce RTX 2070 Turbo kommt ohne eine Übertaktung daher und präsentiert sich auch sonst einfach: Der Dual-Slot-Kühler arbeitet mit einem Radial-Lüfter, der die warme Luft aus dem Gehäuse pustet, aber dafür hörbar seine Arbeit verrichtet – beim Spielen und auf dem Windows-Desktop. Da man vom Lüfter ausschließlich das Luftrauschen mitbekommt, ist das Geräusch erträglich. Für einen Silent-Rechner ist die Grafikkarte aber nicht geeignet. Wer das, eine RGB-Beleuchtung oder eine ausgefallenere Optik will, der muss mehr Geld ausgeben.

ComputerBase hat die Asus GeForce RTX 2070 Turbo von Asus unter NDA erhalten. Einzig Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht.

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