Samsung C49HG90 im Test: Ultrabreite, gekrümmte 49 Zoll überzeugen beim Spielen

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Frank Hüber 174 Kommentare

Ultrabreites Gaming-Display mit schwarzen Balken

Beim C49HG90 stellt sich vor allem die Frage, wie praktikabel das Seitenverhältnis von 32:9 beim Spielen ist. Denn auch bei aktuellen Spielen ist es nicht selbstverständlich, dass diese überhaupt die Auflösung von 3.840 × 1.080 unterstützen oder eine fehlerfreie Darstellung aufweisen. Eine zentral von Spielern gepflegte Datenbank, die kompatible Spiele ausweist, gibt es noch nicht. Das Wide-Screen Gaming Forum bietet nur Ansatzpunkte.

Problemlos mit dem Seitenverhältnis und der Auflösung zurecht kommen im Test die Spiele Fortnite, Far Cry 5 und Forza Horizon 4 (beide inklusive HDR-Unterstützung), Wolfenstein 2 und Destiny 2 inklusive HDR-Unterstützung. Probleme in teils unterschiedlicher Form bereiten hingegen Resident Evil 7, Overwatch und Doom. Während Overwatch maximal ein Seitenverhältnis von 21:9 mit zusätzlichen schwarzen Rändern auf dem Samsung C49HG90 unterstützt, sind Resident Evil 7 und Doom nur mit breiten schwarzen Balken spielbar, wobei es bei Doom zusätzlich zu flimmernden Grafikfehlern am seitlichen Bildrand kommt, die beim Spielen sehr irritieren.

Zwischensequenzen, Intros und andere filmische Szenen in Spielen werden zudem fast immer in 16:9 oder 21:9 wiedergegeben, so dass auch hier mit schwarzen Rändern vorliebgenommen werden muss.

Strategiespiele, bei denen Elemente zur Interaktion typischerweise am Bildschirmrand platziert sind, erfordern auf dem C49HG90 ein ständiges Drehen des Kopfes, um diese auszuwählen.

Abseits von Spielen kaum interessant

Mit 3.840 × 1.080, 32:9 und 49 Zoll entspricht der C49HG90 zwei 27 Zoll großen 16:9-Monitoren. Insofern bietet er sich auch abseits von Spielen als Ersatz für Multi-Monitor-Setups an. In der Praxis ist der Büroeinsatz aber ungewohnt und sperrig und die Krümmung störend. Durch das Seitenverhältnis wirkt der Monitor mit 1.080 Pixeln in der Höhe zudem immer zu niedrig. Die Anordnung der Fenster ist trotz und aufgrund der Hilfestellungen von Windows immer wieder ein Ärgernis, so dass man schlussendlich doch händisch alle Programme im verkleinerten Fenstermodus manuell hin und her schiebt. Der Multi-Monitor-Ersatz ist somit möglich, aber nicht überzeugend. Auch die Software von Samsung, Easy Setting Box, mit der sich der Bildschirm in mehrere virtuelle Desktops einteilen lässt, überzeugt in dieser Hinsicht nicht und erkennt nicht jede Anwendung.

Fazit

Die größten Stärken des Samsung C49HG90 sind die sehr gute Farbwiedergabe sowie die Immersion und das Spielgefühl bei HDR-Spielen mit 144 Hz, die auch das Seitenverhältnis von 32:9 fehlerfrei unterstützen. Richtig überzeugen kann der Samsung C49HG90, auch wenn er sich bis auf die Homogenität keine eklatanten Schwächen leistet, aber auch nur genau dann. Im Alltag sind die Größe, das Seitenverhältnis und die Auflösung zu ungewöhnlich, um zu überzeugen – und auch in Spielen kommt es mitunter zu Problemen und breiten schwarzen Rändern.

Inhomogenes Bild überzeugt nicht

Zudem fallen die inhomogene Helligkeitsverteilung und der deutliche Helligkeitsabfall ganz am Rand des Displays bei hellen Bildinhalten auf. In schnellen Spielen ist dies kaum sichtbar und zu verschmerzen, bei nebeneinander angeordneten Excel-Tabellen jedoch störend.

82 dpi sind zu wenig

Da der C49HG90 im Grunde zwei 27-Zoll-Monitoren mit Full-HD-Auflösung und 16:9-Seitenverhältnis entspricht, muss auch beim C49HG90 die Pixeldichte thematisiert werden. Diese liegt wie bei einem entsprechenden 27-Zoll-Monitor mit 1.920 × 1.080 Pixeln nur bei 82 dpi. Die derzeit von vielen Spielern favorisierte Kombination aus 27-Zoll-Monitor und WQHD-Auflösung mit 2.560 × 1.440 Pixeln bei 109 dpi ist in der Tat die bessere Wahl.

Zudem muss die surrende LED-Beleuchtung an der Rückseite auch beim C49HG90 kritisiert werden. Der Standfuß hält das Display zudem zwar in Position, dieses neigt aufgrund der Größe und des Gewichts jedoch etwas zum Nachschwingen, wenn es oder der Tisch angestoßen wird. Die Höhenverstellung, die für 24-Zoll-Monitore völlig ausreichend wäre, dürfte zudem etwas umfangreicher ausfallen. Aufgrund der Maße erscheint der C49HG90 selbst auf höchster Position etwas zu tief.

Nur zum HDR-Spielen in 32:9 interessant

Der Samsung C49HG90 bleibt somit ein Monitor mit einem sehr begrenzten Einsatzgebiet, in dem er zwar überzeugt, das für die meisten Nutzer allerdings zu eng gefasst sein dürfte, um einen Kauf für derzeit rund 900 Euro interessant zu machen.

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  • 16:9
    59,1 %
  • 16:10
    15,9 %
  • 21:9
    22,1 %
  • 32:9
    1,8 %
  • 3:2
    0,0 %
  • 4:3
    0,8 %
  • Sonstiges
    0,3 %

ComputerBase hat den Samsung C49HG90 leihweise von AMD zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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