BenQ EX3203R im Test: 31,5", 144 Hz, USB-C und tolle Farben nicht nur für Spieler

Frank Hüber 135 Kommentare
BenQ EX3203R im Test: 31,5", 144 Hz, USB-C und tolle Farben nicht nur für Spieler

tl;dr: Als Gaming-Monitor überzeugt der schnelle, helle und 31,5 Zoll große BenQ EX3203R. Dank USB-C und sehr guten Farben des 144-Hz-Panels mit 2.560 × 1.440 Pixeln aber nicht nur als solcher. Einem sehr guten Schwarzwert stehen allerdings eine nicht optimale Homogenität und Einschränkungen bei Ergonomie und USB-C gegenüber.

EX3203R im Test

Groß, hell, schnell und USB-C-DisplayPort

Der BenQ EX3203R klingt nach dem Monitor für Spieler, da er alle wichtigen Eigenschaften und Spezifikationen in einem Gaming-Display vereint. Die technische Basis ist ein im Radius von 1,8 Metern gewölbtes VA-Panel mit einer Größe von 31,5 Zoll und einer WQHD-Auflösung von 2.560 × 1.440 Pixeln. Dieses 8-Bit-Panel ohne FRC bietet horizontale und vertikale Blickwinkel von 178 Grad und ist gemäß DisplayHDR 400 und FreeSync 2 HDR zertifiziert, was eine maximale Helligkeit von mindestens 400 cd/m² sowie eine variable Bildwiederholfrequenz mit LFC bescheinigt. Als Extra, das die Konkurrenz vermissen lässt, bietet der BenQ EX3203R zudem einen USB-C-Anschluss mit DisplayPort.

Wie schon der ViewSonic XG3240C (Test) richtet sich der EX3203R somit ebenfalls an Spieler, die ein großes Display bevorzugen, aber nicht die grafischen Details reduzieren möchten, wenn die UHD-Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixeln eingesetzt wird, bei der die Frameraten kein ruckelfreies Spielen mehr erlauben würden.

Gaming-Konkurrenz von LG, Samsung und ViewSonic

Die Erwartungen an den Monitor sind dementsprechend groß, die Konkurrenz mit Samsung, LG und ViewSonic aber auch namhaft. Denn der BenQ EX3203R konkurriert direkt mit den WQHD-Gaming-Monitoren ViewSonic XG3240C (Test), LG 32GK850F (Test) und Samsung C32HG70 (Test).

Technische Daten und Erfahrungen

Laut BenQ verfügt das 31,5 Zoll große VA-Panel mit einer Auflösung von 2.560 × 1.440 und einer variablen Bildwiederholfrequenz von bis zu 144 Hz über einen statischen Kontrast von 3.000:1 und eine Reaktionszeit von 4 ms (Grau zu Grau).

USB-C mit Einschränkungen, DisplayPort und HDMI 2.0

Der EX3203R ist mit zwei HDMI-2.0-Anschlüssen und einem DisplayPort ausgestattet. Zusätzlich verfügt der Monitor wie bereits erwähnt über einen USB-C-Anschluss, der auch als DisplayPort fungiert. Dieser USB-C-Anschluss kann auch als Upstream für die beiden USB-3.0-Ports genutzt werden, wobei seine Geschwindigkeit auf 5 Gbps beschränkt ist. Zudem können über den USB-C-Anschluss maximal 10 Watt bereitgestellt werden und der Nutzer muss sich entscheiden, ob er ein über USB-C angeschlossenes und mit WQHD-Auflösung betriebenes Gerät mit dem Monitor mit 120 Hz und USB 2.0 oder 60 Hz und USB 3.0 verbinden möchte.

Da der EX3203R nur über zwei USB-Anschlüsse verfügt, ist die Positionierung dieser für den alltäglichen Gebrauch denkbar schlecht gewählt. An der unteren Rückseite sind die beiden Ports ebenso schlecht zu erreichen wie die Bildeingänge. Zwei weitere USB-Anschlüsse an der Seite oder nur dort wären die bessere Wahl.

FreeSync 2 „Premium“ und „Normal“

FreeSync 2 HDR unterstützt der BenQ EX3203R im Frequenzbereich von 48 bis 144 Hz, wobei es im OSD eine Unterscheidung in die Modi „Normal“ und „Premium“ gibt. „Normal“ steht dabei für eine durchgehend variable Bildwiederholrate im Frequenzbereich von 48 bis 144 Hz, während „Premium“ den FreeSync-Bereich von 48 bis 120 Hz begrenzt. Warum es diese Unterscheidung gibt, ist nicht dokumentiert. Ein Unterschied abseits des Intervalls ist nicht zu erkennen. Wer eine Radeon-Grafikkarte von AMD im Rechner hat, profitiert somit nicht nur von der hohen Bildwiederholfrequenz von 144 Hz, die gegenüber 60 Hz das Ghosting in der Regel sichtbar reduziert und eine deutlich flüssigere Darstellung bietet, sondern zusätzlich von einer variablen Bildwiederholfrequenz, die Tearing und Stuttering verhindert.

Was sich hinter B.I.+ und AMA verbirgt

Im On-Screen-Display des EX3203R verbergen sich die beiden Menüpunkte „Brightness Intelligence Plus (B.I.+)“ und „AMA“. Ersteres steht für den Lichtsensor des BenQ-Monitors, durch dessen Aktivierung sich die Helligkeit und Farbtemperatur des Bildes dem Umgebungslicht anpassen. Der Lichtsensor befindet sich unterhalb des BenQ-Logos an der unteren Vorderseite des Monitors. Der Algorithmus bewertet zudem das dargestellte Bild und dunkelt helle Bereiche ab, um eine Überbelichtung zu vermeiden. Wird das Bild angepasst, wird dem Nutzer dies durch ein OSD-Symbol angezeigt. Die Empfindlichkeit des Sensors kann im OSD eingestellt werden. Spieler werden auf diese Funktion in der Regel verzichten.

AMA steht hingegen für „Advanced Motion Acceleration“, steuert die Reaktionszeit und entspricht im Grunde Overdrive, da die Flüssigkristalle bei Aktivierung mit einer höheren Spannung angesteuert werden, damit sie schneller auf einen Bildwechsel reagieren.

Standfuß mit Einschränkungen

Der Standfuß des BenQ EX3203R bietet eine Höhenverstellung, die mit maximal 6 cm allerdings sehr wenig Spielraum bietet. Schwenken lässt sich der Monitor nicht, die Neigung kann jedoch im Bereich von -5 bis +20 Grad eingestellt werden. Insbesondere das Anschließen der Kabel von vorne wird so sehr umständlich, da diese hinten nach unten ausgerichtet sind. Wirklich gut lassen sie sich nur von hinten anschließen, wenn der Monitor leicht gekippt wird. Eine Pivot-Funktion, die auch das Anschließen der Kabel deutlich erleichtert, bietet der Monitor nicht. Kabel können durch eine Öffnung im Tragarm nach hinten geführt werden. Der untere Standfuß ist in einer Hochglanz-Optik gehalten, die ihn empfindlich gegenüber Kratzern und Flecken macht. Wer eine Vesa-Halterung mit dem EX3203R nutzen möchte, muss zunächst einen Adapter erwerben.

BenQ EX3203R ViewSonic XG3240C LG 32GK850F Samsung C32HG70
LCD-Panel VA
Backlight LED (flimmerfrei)
Diagonale 31,5 Zoll (curved) 31,5 Zoll 31,5 Zoll (curved)
Auflösung 2.560 × 1.440 (144 Hz)
Pixeldichte 93 dpi
HDR DisplayHDR 400 HDR10 DisplayHDR 400 DisplayHDR 600
FreeSync/G-Sync FreeSync 2 FreeSync FreeSync 2
Seitenverhältnis 16:9
Kontrast (statisch) 3.000:1
Helligkeit max. 400 cd/m² 350 cd/m² 400 cd/m² 600 cd/m²
Farbtiefe 8 Bit (ohne FRC) 10 Bit (8 Bit + FRC)
Farbraum 90 % DCI-P3 99,63 % sRGB, 81,9 % NTSC, 84,27 % Adobe RGB 95 % DCI-P3 125 % sRGB, 95 % DCI-P3, 88 % NTSC, 92 % Adobe RGB
Blickwinkel (horizontal/vertikal) 178°/178°
Reaktionszeit 4 ms (Grau zu Grau) 5 ms (Grau zu Grau) 1ms MPRT
Videoeingänge 2 × HDMI 2.0, DisplayPort 1.4, USB-C (DP shared) 2 × HDMI 2.0, DisplayPort 1.4 2 × HDMI 2.0, DisplayPort 1.2 2 × HDMI 2.0, DisplayPort 1.2
Audio Kopfhörerausgang Line-In, Line-Out, 2 × 6-Watt-Lautsprecher Kopfhörerausgang Kopfhörerausgang, Mikrofon-Ein- und -ausgang
USB 2 × USB 3.0 4 × USB 3.0 2 × USB 3.0
Ergonomie Display neigbar (-5°/+20°), höhenverstellbar (60 mm) Display neigbar (-5°/+15°), höhenverstellbar (80 mm), schwenkbar (-45°/+45°) Display neigbar (-5°/+20°), höhenverstellbar (110 mm), schwenkbar (-20°/+20°), Pivot Display neigbar (-5°/+15°), höhenverstellbar (145 mm), schwenkbar (-15°/+15°)
Leistungsaufnahme Betrieb: max. 100 W, 64 W typisch, Standby: 0,5 W Betrieb: 41 W, Standby: k. A. Betrieb: 44 W, Standby: 0,5 W Betrieb: 64 W, Standby: < 0,5 W
Sonstiges Lichtsensor, Blaulichtfilter, VESA-Aufnahme nur mit Adapter (100 × 100 mm) Blaulichtfilter, VESA-Aufnahme (100 × 100 mm),
diverse Game-Profile
Preis (22.01.2019) 485 Euro 475 Euro 500 Euro 500 Euro

Kein Joystick, sondern Tasten für das OSD

Die Steuerung des On-Screen-Displays wird beim BenQ-Monitor über insgesamt sechs Tasten an der Unterseite des Rahmens vorgenommen. Die erste, durchsichtige Taste schaltet den Monitor an beziehungsweise aus, die Taste daneben dient zur Wahl der Eingangsquelle. Die anderen fünf Tasten werden zur Navigation durch das Menü genutzt. Die Menüführung und Bedienung des EX3203R über die Tasten sind zwar nicht so intuitiv wie über einen Joystick, aber dennoch gut umgesetzt. Die Tasten bieten einen klaren und sauberen Druckpunkt.

BenQ EX3203R
BenQ EX3203R
BenQ EX3203R
BenQ EX3203R

Optisch kein Gaming-Monitor

Das Design des BenQ EX3203R fällt schlicht aus und erinnert nicht an aktuelle Gaming-Monitore. In Silber-Schwarz gehalten, macht der EX3203R auch im Büro eine gute Figur. Das „rahmenlose“ Design an der oberen Kante und den beiden Seiten sorgt dafür, dass der Monitor von vorne sehr schlank wirkt, das Bild selbst beginnt dabei wie üblich rund einen Zentimeter vom Rand nach innen versetzt.

Pixeldichte wie bei einem 24 Zoll großen Full-HD-Monitor

Das 31,5-Zoll-Display mit 2.560 × 1.440 Bildpunkten (WQHD) führt wie bei der Konkurrenz zu einer Pixeldichte von 93 dpi, die in etwa der eines Full-HD-Monitors mit 24 Zoll (92 dpi) entspricht. Hier unterscheiden sich der ViewSonic XG3240C (Test), der LG 32GK850F (Test) und der Samsung C32HG70 (Test) nicht. Ein UHD-Monitor dieser Größe hat eine deutlich höhere Pixeldichte von 140 dpi. Die von Spielern häufig genutzte Kombination eines 27-Zoll-Panels mit einer Auflösung von 2.560 × 1.440 Pixel erreicht 109 dpi.

Knapp 60 Watt Leistungsaufnahme

BenQ gibt die Leistungsaufnahme des EX3203R mit maximal 100 und typisch 64 Watt an. Im Test betrug die maximale Leistungsaufnahme des Monitors 59 Watt bei der Wiedergabe von HDR-Inhalten und auf dem Windows-Desktop. Das externe Netzteil des EX3203R ist mit rund 17 cm Länge und 8 cm Breite vergleichsweise groß.

Ein Test der variablen Bildwiederholfrequenz im Zusammenspiel mit einer Nvidia-Grafikkarte war mit dem EX3203R zum Testzeitpunkt noch nicht möglich.

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