AMD Radeon VII im Test: Zu laut, zu langsam und zu teuer, aber mit 16 GB HBM2 3/6

Wolfgang Andermahr 2.306 Kommentare

Benchmarks in 3.840 × 2.160

In UHD fehlen 9 Prozent auf die RTX 2080 und 3 zur GTX 1080 Ti

Für die GeForce RTX 2080 reicht es schlussendlich nicht ganz. In 3.840 × 2.160 ist die Radeon VII im Durchschnitt 25 Prozent schneller als die Radeon RX Vega 64. Damit ist die GeForce RTX 2080 in der Founders Edition immer noch neun Prozent schneller als AMDs neues Flaggschiff. Fairerweise muss aber angemerkt werden, dass Nvidia die Founders Edition von Haus aus übertaktet, entsprechend gibt es auch etwas langsamere Modelle im Handel. Schlussendlich wird sich die Radeon VII aber auch denen knapp geschlagen geben müssen – auch wenn die Unterschiede zwischen den Grafikkarten nur mess- und nicht spürbar sind. Der Abstand zu Nvidias Flaggschiff aus der vorherigen Generation, der GeForce GTX 1080 Ti, beträgt damit noch drei Prozent zu Gunsten des GeForce-Beschleunigers. Die neue Radeon ist 18 Prozent schneller als eine GeForce RTX 2070.

Anders als der Vorgänger verliert die Radeon VII mit Undervolting keinerlei Geschwindigkeit mehr. Wer die Grafikkarte im Rahmen des Möglichen mit dem Standard-Kühler übertaktet, kann die Performance um rund neun Prozent erhöhen. Dann wird der Abstand zur GeForce RTX 2080 FE auf kaum noch messbare ein Prozent verkürzt. Bei den Frametimes liegt die Radeon VII etwas weiter hinter der GeForce RTX 2080 FE zurück als bei den Bildern in der Sekunde. Der Abstand beträgt bei der Messreihe 13 Prozent. Die Verbesserung gegenüber der Radeon RX Vega 64 liegt wieder bei 25 Prozent.

Die Unterschiede zwischen der Radeon RX Vega 64 und der Radeon VII schwanken in den einzelnen Spielen recht wenig, sodass offenbar sämtliche Titel von der stark erhöhten Speicherbandbreite profitieren können. Die geringsten Unterschiede zeigen sich in Call of Duty: WWII und F1 2018, die beide um 21 Prozent zulegen. Mehr als einen 30 prozentigen Schub gibt es in manchen Spielen auch. So legt Far Cry 5 um 30 Prozent zu, Final Fantasy XV um 31 Prozent und Mittelerde: Schatten des Krieges um 32 Prozent. In Elex, Jurassic World: Evolution sowie Star Wars: Battlefront 2 arbeitet die Radeon VII gleich schnell wie eine GeForce RTX 2080 FE, in Far Cry 5 ist die AMD-Grafikkarte fünf Prozent schneller.

Benchmarks in 1.920 × 1.080 und 2.560 × 1.440

In 2.560 × 1.440 kann sich die Radeon VII dann nur noch um 22 Prozent von der Radeon RX Vega 64 absetzen. Damit vergrößert die GeForce RTX 2080 FE den Vorsprung mit 13 Prozent auf einen zweistelligen Wert. Auf der Habenseite verzeichnet die Grafikkarte in Hellblade: Senua's Sacrifice dafür den größten Schub aller Testreihen und verzeichnet ein Plus von 39 Prozent gegenüber der Radeon RX Vega 64.

In 1.920 × 1.080 wird die Radeon VII teils massiv vom Prozessor eingebremst, auch wenn es sich um eine übertaktete Radeon VII handelt. Das Plus gegenüber der Radeon RX Vega 64 beträgt dann nur noch 14 Prozent. In Assassin's Creed: Origins und Hellblade: Senua's Sacrifice liefern die zwei Grafikkarten gar dieselbe Framerate, in Far Cry 5 sowie Kingdom Come: Deliverance beträgt das Plus nur acht Prozent.

Esports-Spiele (WoW und Co.) im Benchmark

Bei den Esports-Spielen kann sich die Radeon VII in 3.840 × 2.160 leicht besser von der Radeon RX Vega 64 absetzen. Das Leistungsplus liegt bei 27 Prozent mehr FPS und 30 Prozent besseren Frametimes. Da AMD-Grafikkarten in den entsprechenden Spielen generell aber etwas weiter hinter der Konkurrenz zurückhängen, liefert die GeForce RTX 2080 FE im Schnitt 16 Prozent mehr Bilder in der Sekunde.

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