Krypto-Miner: Coinhive ist nicht mehr profitabel und schließt

Jan-Frederik Timm 86 Kommentare
Krypto-Miner: Coinhive ist nicht mehr profitabel und schließt
Bild: Coinhive

Der Krypto-Miner Coinhive zur Berechnung der Monero-Blockchain wird zum 9. März 2019 eingestellt. Das haben die Betreiber der Software bekanntgegeben und als Grund den nicht mehr wirtschaftlichen Betrieb des Dienstes genannt. Coinhive auf Basis von JavaScript wurde wiederholt zu kriminellen Zwecken genutzt und tat wenig dagegen.

Zu wenig Profit für zu große Projekte

Per Blogbeitrag teilt das Team hinter Coinhive mit, dass im wesentlichen zwei Gründe für die aktuelle Entscheidung ursächlich sind: Zum einen ist der Rechenaufwand seit dem letzten Fork der Währung um 100 Prozent gestiegen, zum anderen der Preis der Währung um 85 Prozent gefallen. Und vor diesem Hintergrund würde es sich nicht mehr rechnen, den Miner auf den nächsten Hard Fork im Netzwerk am 9. März vorzubereiten. Coinhive wird deshalb nur noch bis zum 8. März 2019 nutzbar sein.

Der Login in die Plattform ist allerdings noch bis zum 30. April möglich. Bis dahin können Anwender auch noch ihr Guthaben überweisen – vorausgesetzt, der Kontostand übersteigt das Mindestüberweisungslimit von 0,02 Einheiten der Währung Monero (XMR). Das sind aktuell umgerechnet knapp 90 Cent.

Coinhive als JavaScript-Schadcode

Coinhive war in den Jahren 2017 und 2018 wiederholt in die Schlagzeilen geraten, weil sich Betrüger die Umsetzung des Miners in JavaScript zunutze gemacht hatten. So wurde der Miner Nutzern wiederholt auf Internetseiten untergeschoben, die daraufhin ohne ihr Wissen am Berechnen der Blockchain teilnahmen, was den Hintermännern die dafür anfallenden Provisionen in Form der Währung Monero einbrachte. Opera besitzt seitdem den Mechanismus NoCoin, der Anwender vor so genanntem Drive-by-Mining schützen soll.

Coinhive selber unternahm wenig dagegen, fasst Krebs on Security nochmals zusammen. Zwar sperrten die Betreiber den auf betroffenen Webseiten genutzten Key auf Nachfrage. Der Miner war dann allerdings immer noch aktiv und schrieb 100 Prozent seiner Tätigkeit Coinhive selbst zu. Erst als das öffentlich wurde, wurde diese Praxis eingestellt.