Borderlands GotY im Test: Hübscher und auch auf alten Grafikkarten schnell

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Wolfgang Andermahr 149 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem AMD Ryzen 7 2700X durchgeführt worden, der auf insgesamt 16 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-2933 (16-16-16-38, Single-Rank) zugreifen kann. Das System arbeitet entsprechend nach AMDs Spezifikationen für den Prozessor. „Windows 10 Oktober Update“ (1809) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Nvidia-Treiber wurde der GeForce 419.67 genutzt, auf den Seiten AMDs der Adrenalin 19.4.1. Inwieweit Anpassungen an Borderlands GotY im Treiber vorhanden beziehungsweise diese überhaupt notwendig sind, ist unklar.

Die 25 Sekunden lange Testszene zeigt einen Marsch durch die Basis zu Beginn des Spiels. Die Sequenz ist wenig spektakulär, aber anspruchsvoller als viele andere. In Kämpfen ist die Framerate zwar etwas geringer, doch ist dies nicht reproduzierbar.

Da Borderlands GotY keine schnelle Hardware benötigt, sind die Grafikdetails unabhängig von der Auflösung maximiert.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Maximale Grafikdetails, Ultra-Preset
2.560 × 1.440 Maximale Grafikdetails, Ultra-Preset
3.840 × 2.160 Maximale Grafikdetails, Ultra-Preset

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Auf modernen Grafikkarten läuft Borderlands GotY oft im CPU-Limit. Sowohl eine Radeon RX Vega 64 als auch eine GeForce RTX 2070 – und es geht noch deutlich schneller – arbeiten selbst in 2.560 × 1.440 im CPU-Limit. Erst in 3.840 × 2.160 spielt die Grafikleistung eine Rolle. Langsamere und ältere Grafikkarten rücken in diesem Test deshalb in den Fokus.

Die Benchmarks zeigen, dass AMD-Grafikkarten im CPU-Limit offenbar minimal schneller als die der Konkurrenz arbeiten und Nvidia-Beschleuniger dafür im GPU-Limit die Nase vorne haben. Diese Aussage gilt aber nur für schnelle und aktuelle Modelle wie die Radeon RX Vega 64 sowie die GeForce RTX 2070. Bereits in der Mittelklasse ändert sich das Bild, denn die Radeon RX 580 und die GeForce GTX 1060 schenken sich in Full HD nichts. In WQHD bietet die Radeon RX 580 dann die besseren Frametimes.

Bei der älteren Mittelklasse führt AMD. Die Radeon R9 380 hat eine höhere Framerate und bessere Frametimes als die GeForce GTX 960. Vor allem in 2.560 × 1.440 sind die Abstände ziemlich groß. Geht man noch weiter zurück, liegt die GeForce GTX 770 im Vergleich zur Radeon R9 280X in niedrigen Auflösungen vorne. Je höher die Auflösung wird, desto näher rückt die AMD-Grafikkarte heran beziehungsweise überholt die Konkurrenz.

Für höhere Auflösungen braucht es keine schnellen Grafikkarten

Borderlands GotY zeigt sich genügsam. So reicht für 2.560 × 1.440, maximale Grafikqualität und 60 fps zum Beispiel eine GeForce GTX 1060 oder eine Radeon RX 580 aus. Die Grafikkarten liegen selbst in Ultra HD auf der 60-FPS-Grenze. In WQHD schaffen dies auch eine GeForce GTX 960 und eine Radeon R9 380 oder eine GeForce GTX 770 und eine Radeon R9 280X – und damit Grafikkarten, die rund sechs Jahre alt sind.

Die Texturqualität ist überraschend gut

Dafür, dass das Original zehn Jahre alt ist, hat das überarbeitete Borderlands GotY überraschend hoch auflösende Texturen, die auch in Ultra HD noch einen guten Eindruck hinterlassen. Das gilt zwar nicht für alle Oberflächen, die wichtigsten sehen aber detaillierter aus, als in den meisten anderen Spiele.

Viel Grafikspeicher benötigt der Titel dennoch nicht. Bereits eine Grafikkarte mit 3 GB ist selbst für Ultra HD bei maximaler Texturqualität ausreichend. In niedrigeren Auflösungen gibt es auch mit 2-GB-Modellen keinerlei Probleme.

Das Original vs. GotY im Detail

Wer das Original von Borderlands mit der besseren GotY-Version vergleicht, erkennt, dass die Qualität schwankt. Die gute Nachricht ist, dass die neue Fassung durchweg besser als die Urversion aussieht. Beim Testen gab es keine Szene, in der die Optik gleich war. Allerdings gibt es durchaus Unterschiede. Manche Szenen sehen bei Borderlands GotY nur etwas besser aus, andere dagegen deutlich.

Einen großen Sprung machen bei der GotY-Version die Waffenmodelle, die nun viel detaillierter ausfallen. Auch der Himmel zeigt nun deutlich mehr volumetrische Wolken und der Boden wirkt dreidimensionaler. Die Zahl der Partikeleffekte ist gestiegen und einige einfache Objekte wurden durch komplexere und vielfältigere Modelle ausgetauscht.

Den größten optischen Sprung machen aber die Texturen. Je höher die Auflösung, desto besser wird das sichtbar. Auch in Full HD gibt es bereits einen sichtbaren Unterschied, in Ultra HD ist dieser aber noch einmal deutlich größer. Vor allem wer dicht an ein Objekt herangeht, sieht einen enormen Unterschied. Plötzlich sind Schriften lesbar, Zeichnungen erkennbar und Pixel verschwunden.

Etwas höhere Performance-Anforderungen

Da Borderlands GotY immer noch auf die Unreal Engine 3 setzt und diese nur aufgebohrt worden ist, steigen die Leistungskosten der hübscheren Version etwas an. Schlussendlich hält sich der Performance-Verlust aber in Grenzen. Borderlands GotY verliert gegenüber dem Original auf einer GeForce GTX 1060 12 Prozent an FPS, die Frametimes sind um 14 Prozent schlechter. Bei der Radeon RX 580 sind die Ergebnisse mit minus 14 Prozent und minus 12 Prozent vergleichbar. Daraus lässt sich schlussfolgern: Wenn der Rechner das Original flüssig darstellen konnte, wird dies bei der GotY meistens ebenso der Fall sein.

Borderlands Original vs. GOTY – 3.840 × 2.160
  • FPS, Durchschnitt:
    • Radeon RX 580 @ Original
      71,1
    • GeForce GTX 1060 @ Original
      67,6
    • Radeon RX 580 @ GOTY
      61,3
    • GeForce GTX 1060 @ GOTY
      59,3
  • 99,9th Percentile (Frametimes in FPS):
    • Radeon RX 580 @ GOTY
      59,2
    • GeForce GTX 1060 @ Original
      56,7
    • Radeon RX 580 @ Original
      52,2
    • GeForce GTX 1060 @ GOTY
      48,8

Das beste Borderlands (1)

In Verbindung mit der Cel-Shading-Grafik sieht Borderlands GotY überraschend gut aus. Die überarbeitete Version ist nicht nur hübscher als das Original aus dem Jahre 2009, sondern damit auch das schönste Borderlands überhaupt – bis Borderlands 3 erscheint. Die Optik kommt – wenig verwunderlich – nicht annähernd an neue AAA-Kracher wie The Division 2 (Test) heran, hinterlässt aber einen auch heutzutage noch völlig akzeptablen Eindruck, der einfach zum Spiel passt.

Die Performance ist dabei überraschend gut. Borderlands GotY braucht keine schnelle Grafikkarte. Wer möchte, kann auch mit einem aktuellen Mittelklasse-Modell wie einer Radeon RX 580 oder GeForce GTX 1060 die Ultra-HD-Auflösung nutzen. Und selbst alte Modelle vom Kaliber einer GeForce GTX 770 oder Radeon R9 280X haben mit WQHD bei maximaler Qualität keine Probleme, 60 FPS und mehr zu erzielen.

Borderlands GOTY im Technik-Test

Borderlands in der überarbeiteten GotY-Version ist zwar nicht inhaltlich das beste Borderlands – der Titel geht an Teil 2 –, aber dafür das vorerst grafisch beste. Wer als Vorbereitung auf den dritten Teil noch einmal ganz vorne anfangen möchte und das Original noch nicht besitzt, sollte zur gelungenen GotY-Version greifen.

Vorsicht beim Kauf: Es gibt zwei GotY-Versionen

Beim Kauf ist aber Vorsicht angesagt: Es gibt auf Steam auch ein Borderlands: GotY, das aber nur aus dem Original mitsamt allen DLCs besteht („Dieses Paket beinhaltet Borderlands plus alle 4 DLC“). Beim Spiel selbst handelt es sich aber nicht um die verbesserte getestete Version. Wie die auf Steam heißen wird, wenn sie im Laufe des Tages erscheint, ist noch offen – die Testversion hört auf die Bezeichnung „Borderlands GotY Enhanced“.

ComputerBase wurde Borderlands: Game of the Year für den Test von 2K unter NDA zur Verfügung gestellt. Einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin, den die Redaktion aber hat verstreichen lassen, um mehr Messwerte und Erkenntnisse liefern zu können. Eine Einflussnahme seitens des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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