Teardown: Galaxy Fold hat laut iFixit zu viele Öffnungen für Schmutz

Nicolas La Rocco 84 Kommentare
Teardown: Galaxy Fold hat laut iFixit zu viele Öffnungen für Schmutz
Bild: The Verge

Die Teardown-Profis von iFixit haben trotz des verschobenen Marktstarts und der Rücksendepflicht aller Testgeräte ein Samsung Galaxy Fold zwischen die Finger bekommen und auseinander genommen. Dabei ist das problembehaftete Display genauer untersucht und die Öffnung am Scharnier als Schuldiger ausgemacht worden.

Das Samsung Galaxy Fold geht schnell kaputt – soweit bekannt und Grund für den verschobenen Verkaufsstart. Samsung ermittelt derzeit, wie es bei mehreren Testern zu Ausfällen des Displays sowie Schäden am Scharnier kommen konnte. Immerhin garantiert das Unternehmen bis zu 200.000 Faltvorgänge. iFixit geht davon aus, dass die Öffnungen oben und unten sowie hinten am Scharnier Einfallstore für Schmutz sind, der potenziell Schaden am filigranen Bildschirm und der Faltmechanik verursachen kann.

Display wird nur von Rahmen gehalten

Aufgeklappt sieht das Galaxy Fold nicht nur aufgrund des größeren Displays und der oben rechts viel Platz einnehmenden Notch anders aus als andere aktuelle Samsung-Smartphones. Das Display ohne Glasabdeckung wird von einem etwa 2 Millimeter breiten Rahmen eingefasst, während zum Beispiel die Galaxy-S-Serie für ihre nahtlos in den Rahmen übergehenden Displays bekannt ist. Wie iFixit erläutert, ist das Galaxy-Fold-Display nur über diesen Rahmen mit dem Smartphone verbunden. Das Panel ist zwar mit zwei dünnen Metallplatten verklebt, im Gerät selbst liegt es aber nur auf.

Offene Bereiche oben und unten

Am Scharnier unterbricht Samsung diesen Rahmen, wahrscheinlich weil hier kein biegsames Material gefunden wurde, wie iFixit vermutet. Das hat zur Folge, dass das Display von der Seite völlig ungeschützt berührt werden kann. Außerdem kann genau an dieser Stelle jeweils oben und unten am Gerät Schmutz eindringen, hinter das Display oder in den Faltmechanismus gelangen und die Komponente zerstören. Das hat offenbar dazu geführt, dass Testgeräte auch bei Testern kaputt gegangen sind, die nicht aus Versehen die zwingend benötigte Schutzfolie abgezogen haben. Bei iFixit hat das Display nach testweisem Abziehen der Folie ebenfalls nicht mehr funktioniert.

Rückseite des Scharniers mit großen Schlitzen

Doch auch über die Rückseite des Scharniers können Staubpartikel oder Körnchen in das Gerät eindringen. Der Faltmechanismus benötigt Spielraum, damit sich die beiden Hälften sauber falten lassen. Genau hierin sieht iFixit ein weiteres Problem, denn über die zwei länglichen Schlitze ist der Weg frei in das Scharnier und hinter das Display. Vor dem Rückversand an Samsung ist dem YouTuber Michael Fischer genau das passiert.

iFixit bewertet das Galaxy Fold in Sachen Reparierbarkeit mit zwei von zehn Punkten. Mit einem Phillips-Schraubendreher können alle Schrauben entfernt werden, außerdem sei der teils modulare Aufbau von Vorteil. Scharniermechanik, Display, Akku und verklebte Glaselemente schneiden hingegen schlecht ab. Samsung wollte das Galaxy Fold in den USA ursprünglich am 26. April und hierzulande am 3. Mai auf den Markt bringen. Der Marktstart ist diese Woche aber auf unbestimmte Zeit verschoben, ein für diese Woche angesetztes Launch-Event mit der Deutschen Telekom abgesagt worden.