Integer Scaling: Intels Gen11-GPU unterstützt lang ersehntes Feature

Michael Günsch 38 Kommentare
Integer Scaling: Intels Gen11-GPU unterstützt lang ersehntes Feature
Bild: Intel

Mit der integrierten Grafikeinheit der Gen11, die bei den kommenden Ice-Lake-Prozessoren erstmals eingesetzt wird, will Intel erstmals die Skalierungstechnik „Integer Scaling“ unterstützen. Unter anderem Fans von Pixelart-Games hatten eine treiberseitige Unterstützung auch von AMD und Nvidia gefordert, doch bisher ohne Erfolg.

Für Pixelart-Games und Text ist Integer-Ratio Scaling ideal

Es gibt verschiedene Methoden für die Skalierung digitaler Bilder, die alle je nach Einsatzgebiet ihre Vor- und Nachteile haben. Besonders für Text und Pixelart geeignet ist die sogenannte Pixelwiederholung, auch Nearest Neighbor genannt, die bei ganzzahligen Skalierungsverhältnissen (integer-ratio scaling) Bilder verlustfrei vergrößert (upscaling), indem jedem Pixel des Ausgabebildes der Farbwert des nächstgelegenen Pixels des Eingabebildes zugewiesen wird.

Bilineare Interpolation und Integer-Ratio Scaling bei Pixelart im Vergleich
Bilineare Interpolation und Integer-Ratio Scaling bei Pixelart im Vergleich (Bild: Marat Tanalin)

Andere Methoden wie die häufig genutzte Bilineare Interpolation sorgen für reichlich Unschärfe, eignen sich aber für andere Bildinhalte und wohl die meisten Spiele wiederum besser, da die Pixelwiederholung für scharfe Bilder, aber eben auch scharfe Kanten sorgt. Neuere Methoden wie Super-Resolution (VSR bei AMD, DSR bei Nvidia) erreichen in vielen Fällen eine hohe Qualität, sind aber sehr rechenaufwändig.

Skalierung mit Pixelwiederholung (Neirest Neighbor)
Skalierung mit Pixelwiederholung (Neirest Neighbor) (Bild: Grap-wh, CC0 1.0)
Skalierung mit Bilinearer Interpolation
Skalierung mit Bilinearer Interpolation (Bild: Grap-wh, CC0 1.0)

Intel will mit Gen11-Grafik von Ice Lake Integer Scaling bieten

Über Twitter hat die für Intels Grafiksparte arbeitende Lisa Pearce auf eine diesbezügliche Anfrage positiv geantwortet: Mit Gen11, also der Grafikeinheit der in den kommenden Monaten erwarteten Ice-Lake-CPUs für Notebooks, soll Integer Scaling unterstützt werden. Schon für August ist ein entsprechendes Update für Intels Grafiktreiber geplant, das aber eben das Integer Scaling nur für Gen11 freischaltet. Die vorherige Gen9 wird es mangels Hardware-Support definitiv nicht unterstützen, stellt Pearce klar. Eine weniger effektive Software-Lösung sei aber für Intel keine Option.

AMD und Nvidia unterstützen Integer Scaling noch immer nicht

Obwohl die Pixelwiederholung mit Ganzzahlen eine der einfachsten und schnellsten Methoden der Bildskalierung ist, bieten AMD, Intel und Nvidia diese bisher nicht als Option über den Grafiktreiber an. Schon seit Jahren fordern Anwender von AMD und Nvidia eine Reaktion und eine vor zwei Jahren gestartete Petition hat immerhin bis heute rund 2.300 Unterstützer gefunden. AMD und Nvidia dürfte dies nicht entgangen sein.

Intel ergreift nun aber die Gunst der Stunde und sendet ein weiteres Signal der neu entdeckten Nähe zur Community, die insbesondere über den Twitter-Account @IntelGraphics nach außen getragen wird.

Schon bald will Intel auch Grafikkarten für Spieler anbieten und tritt damit in noch stärkere Konkurrenz zu AMD Radeon und Nvidia GeForce. Nicht nur auf Seiten der GPU-Hardware, sondern auch bei der Software investiert Intel viel Zeit, Geld und neues Personal.

IntegerScaler als Software-Lösung

Zu den Verfechtern der bisher stiefmütterlich behandelten Skalierungsmethode zählt auch der Web-Entwickler Marat Tanalin, der auf seiner Website die Vorzüge des Integer-Ratio Scaling anhand diverser Beispiele erläutert und mit dem IntegerScaler ein Programm zum verlustfreien Upscaling von Spielen im Fenstermodus entwickelt hat.