AMD Ryzen 3200G & 3400G im Test: Benchmarks, Leistungsaufnahme und Temperaturen

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Volker Rißka 198 Kommentare

Für den Test der neuen APUs kommt das mit Ryzen 3000 eingeführte neue Testsystem zum Zuge. Alle CPUs arbeiten dabei wie immer gemäß Herstellervorgaben, was bei den APUs die Nutzung von DDR4-2933 einschließt.

AMD Ryzen 3 3200G im All-Core-Turbo
AMD Ryzen 3 3200G im All-Core-Turbo

Benchmarks in Spielen mit integrierter Grafik

Zusätzlich zum normalen Test wurde eine Überprüfung der integrierten Grafikleistung vorgenommen. Da sich dort hinsichtlich der Technik nichts geändert hat, sondern nur der Takt leicht angehoben wurde, bedarf es keiner weiteren Sondertests. Auch das Ergebnis bleibt somit eindeutig: Intel-CPUs stellen nach wie vor keine Gefahr dar, da die Grafikeinheit seit vier Jahren unverändert ist und alle Ergebnisse der letzten Jahre somit Bestand haben. Dies zeigt bereits der Kurzcheck in Overwatch: 40 FPS sind bei gleichen Einstellungen das Maximum für den teureren Sechs-Kern-Prozessor Core i5-8400 mit UHD-630-Grafik und aktuellstem Treiber, während die vier APUs trotz schwächerem CPU-Teils problemlos an der 100-FPS-Marke kratzen. Das Verthältnis hat sich im Vergleich zu bisherigen Lösungen nicht geändert.

Benchmarks in Spielen mit diskreter Grafik

Die technischen Spezifikationen hinsichtlich des gesteigerten Takts zeigen zusammen mit den Verbesserungen von Zen zu Zen+ ein ähnliches Bild, wie es Ryzen 1000 zu Ryzen 2000 im CPU-Segment im vergangenen Jahr offenbarte. So machen die neuen Modelle einen beachtlichen Sprung, vor allem im Bereich der Spieleleistung mit zusätzlicher diskreter Grafikkarte.

Benchmarks in Anwendungen

Bei Anwendungen ist der Zugewinn gegenüber der letztjährigen Raven-Ridge-Generation ähnlich ausgeprägt, vor allem beim Ryzen 5. Hier spielen die Modelle primär ihren höheren Takt aus, sodass es für einen sichtbaren Vorsprung reicht.

Geht es nur um die CPU-Leistung, muss sich der Ryzen 5 3400G mit Intels Core i5-9400F auf nahezu identischem Preisniveau begegnen. Gegen diese Sechs-Kern-CPU verliert er dann deutlich.

Problematisch bei AMD ist, dass das Unternehmen unter 200 Euro keine neue, reine CPU im Portfolio hat. Der nächste Schritt ist auch hier groß: Der Ryzen 5 3600 mit sechs Kernen und zwölf Threads als Empfehlung seiner Klasse für derzeit rund 210 Euro. Nach bisherigen Plänen soll aber keine weitere CPU nach unten folgen, sodass der Ryzen 5 3400G zwischen 100 und 200 Euro UVP als Einzelkämpfer der neuen CPUs dasteht. Hier muss AMD deshalb zwangsweise die älteren Ryzen 5 2600(X) länger im Portfolio lassen. Der Ryzen 5 2600X kostet derzeit nämlich nur 145 Euro.

Die Leistungsaufnahme steigt leicht an

Das Dreigespann aus Leistungsaufnahme inklusive Temperaturmessung sowie der Betrachtung, wie es denn mit der Effizienz im Vergleich zu den bisherigen Vertretern aussieht, geht nahezu Hand in Hand.

Bedingt durch das etwas weniger opulent ausgestattete B450-Mainboard ist die Leistungsaufnahme der Plattform für die APUs ein klein wenig geringer, wenn die Thematik des Leerlaufs in Windows mit zusätzlicher diskreter Grafikkarte betrachtet wird. 40 Watt sind aber immer noch nicht wenig. Absenken lässt sich das jedoch mit einer APU ganz leicht: die diskrete Grafikkarte wird ausgebaut. In dem Fall liegt die Leistungsaufnahme nur noch bei 23 Watt (2200G, 3200G) bzw. 24 Watt (2400G, 3400G). Das Delta von knapp 20 Watt zieht sich dann entsprechend durch alle Bereiche.

15 Einträge
Test: Leistungsaufnahme – Leerlauf (Windows 10, komplettes System)
Einheit: Watt (W)
    • AMD Ryzen 3 2200G
      39
    • Intel Core i7-7700K
      40
    • AMD Ryzen 5 3400G
      41
    • AMD Ryzen 5 2400G
      41
    • AMD Ryzen 3 3200G
      41
    • Intel Core i5-9400F
      42
    • Intel Core i9-9900K
      43
    • Intel Core i9-9900K (95/119 W LT)
      43
    • Intel Core i7-8700K
      43
    • Intel Core i5-8400
      43
    • AMD Ryzen 7 2700X
      46
    • AMD Ryzen 7 1800X
      46
    • AMD Ryzen 5 2600X
      46
    • AMD Ryzen 5 1600X
      46
    • AMD Ryzen 7 2700
      48
    • AMD Ryzen 5 2600
      48
    • AMD Ryzen 5 3600
      55
    • AMD Ryzen 7 3700X
      56
    • AMD Ryzen 9 3900X
      57
    • Intel Core i7-9800X
      58
    • Intel Core i9-9900X
      58
    • AMD Ryzen Threadripper 2920X
      66
    • AMD Ryzen Threadripper 2950X
      67

In den weiteren Kategorien ist das erwartete Bild anzutreffen. Der Ryzen 3 3200G arbeitet sehr genügsam, allerdings nicht so sehr wie der 2200G. Der Ryzen 5 3400G will schon etwas Stromstärke, bleibt aber auf fast exakt gleichem Niveau wie sein Vorgänger.

Temperaturen

Der Ryzen 5 3400G ist trotz 200 bis 300 MHz mehr Takt fünf Grad kühler als sein direkter Vorgänger Ryzen 5 2400G. Dies verdankt er der Verwendung von Indium als Bindeglied zwischen CPU-Die und Heatspreader. In der Ryzen-3-Familie wird nach wie vor auf klassische Wärmeleitpaste gesetzt.

15 Einträge
Test: Temperatur der CPUs
Einheit: °C
  • Tctl bei Prime95 29.8 (Small FFTs max. Power/Heat):
    • AMD Ryzen 7 2700
      55,5
    • Intel Core i9-9900K (95/119 W LT)
      57,0
      Takt auf 3,8-3,9 GHz gesenkt
    • AMD Ryzen 3 3200G
      61,5
    • Intel Core i5-8400
      63,0
    • AMD Ryzen 5 2600
      63,5
    • AMD Ryzen 5 3400G
      64,5
    • AMD Ryzen 3 2200G
      65,0
    • Intel Core i5-9400F
      65,0
    • AMD Ryzen 7 3700X
      69,5
    • AMD Ryzen 5 2400G
      69,5
    • AMD Ryzen 5 2600X
      70,3
    • AMD Ryzen 9 3900X
      71,5
    • Intel Core i7-8700K
      75,0
    • AMD Ryzen 7 2700X
      80,0
    • Intel Core i7-9800X
      80,5
      mit AVX-Offset bei 3,4 GHz
    • AMD Ryzen 5 3600
      81,0
    • Intel Core i9-9900X
      81,0
      mit AVX-Offset bei 3,1 GHz
    • AMD Ryzen 5 1600X
      83,3
    • AMD Ryzen 7 1800X
      87,3
    • AMD Ryzen Threadripper 2950X
      90,5
    • Intel Core i7-7700K
      91,0
    • Intel Core i9-9900K
      92,5
    • AMD Ryzen Threadripper 2920X
      94,0

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