RTX 2060 Super & 2070 Super im Test: Preis, Verfügbarkeit und Fazit

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Wolfgang Andermahr 899 Kommentare

Preis-Leistungs-Verhältnis

Nvidia setzt für die GeForce RTX 2060 Super eine unverbindliche Preisempfehlung von 419 Euro an. Die GeForce RTX 2070 Super soll 529 Euro kosten. Und das gilt in diesem Fall nicht nur ebenso für die Founders Edition der RTX 2060 Super, sondern auch für die GeForce RTX 2070 Founders Edition. Der offizielle Einstiegspreis der GeForce RTX 2060 lag bisher bei 369 Euro, die Nvidia auch für die FE verlangte, bei der GeForce RTX 2070 ging es bei 519 Euro los, die FE kostet aber 639 Euro. Beide FE sowie erste Custom Designs sollen ab dem 9. Juli im Handel stehen.

Preisliste (Markpreise vom 01.07.2019, Super = UVP)
Einheit: Euro
    • AMD Radeon VII
      649
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      649
      Preis Custom Design
    • Nvidia RTX 2070 Super FE
      529
    • Nvidia GeForce RTX 2070
      449
      Preis Custom Design
    • Nvidia RTX 2060 Super FE
      419
    • AMD Radeon RX Vega 64
      349
      Preis Custom Design
    • Nvidia GeForce RTX 2060 FE
      331
      Preis Custom Design
    • Nvidia GeForce GTX 1660 Ti
      261
      Preis Custom Design
    • AMD Radeon RX Vega 56
      248
      Preis Custom Design

Die Founders Edition ist wieder eine Basisversion

Die GeForce RTX 2080 Super soll ab dem 23. Juli ab 739 Euro erhältlich sein, die FE bildet auch hier in Sachen Preis und Takt den Einstieg. Von der mit GeForce RTX eingeführten Strategie, die Founders Edition als OC-Modell deutlich teurer zu verkaufen, rückt der Hersteller mit den Super-Grafikkarten also (vorerst) wieder ab, nachdem er in Reaktion auf die harsche Kritik bei GeForce RTX 2080 (Ti) bei der GeForce RTX 2070 schon nur noch ein günstigeres Custom Design bemustert hatte und bei der GeForce RTX 2060 der Preis der FE dann erstmals auf den Einstiegspreis fiel.

Die GeForce RTX 2070 Super Founders Edition ist damit in der Tat im Preis gefallen, denn bis zuletzt hat Nvidia den Vorgänger für 639 Euro verkauft. Wird die neue UVP für die Super-Variante mit den aktuellen Marktpreisen der Custom Designs verglichen, steht der Preis hingegen an, denn brauchbare Varianten gibt es ab 449 Euro – „Super“ kostet 80 Euro mehr. Die GeForce RTX 2060 Super ist mit 419 Euro hingegen gut 90 Euro teurer als erste brauchbare Custom Designs mit derzeit 330 Euro.

Aktuelles Modell Einstiegspreis lt. Nvidia UVP Founders Edition
GeForce RTX 2080 Ti 999 USD 1.249 Euro
GeForce RTX 2080 Super 739 Euro 739 Euro
GeForce RTX 2080 699 USD 849 Euro
GeForce RTX 2070 Super 529 Euro 529 Euro
GeForce RTX 2070 519 Euro 639 Euro
GeForce RTX 2060 Super 419 Euro 419 Euro
GeForce RTX 2060 369 Euro 369 Euro
durchgestrichen = Variante läuft aus, Preise in USD = vor Steuern

Während die GeForce RTX 2060 in Nvidias Turing-Portfolio verbleiben wird, fällt die GeForce RTX 2070 in Kürze weg. Wenn im Laufe diesen Monats die GeForce RTX 2080 Super erscheinen wird, wird der GeForce RTX 2080 dasselbe Schicksal ereilen.

Fazit

Mit den neuen Super-Modellen will Nvidia dem Konkurrenten AMD den Wind aus den Navi-Segeln nehmen, bevor Radeon RX 5700 und Radeon RX 5700 XT überhaupt im Handel stehen. Ob das gelungen ist, wird sich zwar erst noch zeigen müssen. Fest steht allerdings schon heute: GeForce RTX 2060 Super und GeForce RTX 2070 werden keine leichten Gegner sein, denn beide Grafikkarten wurden spürbar gegenüber den Vorgängern verbessert.

Die GeForce RTX 2060 Super ist quasi eine GeForce RTX 2070

Den größten Schritt macht die GeForce RTX 2060 Super. Nicht wegen der knapp 15 Prozent besseren Performance, auch wenn die Grafikkarte damit fast so schnell wie die GeForce RTX 2070 und leicht schneller als die Radeon RX Vega 64 arbeitet, sondern wegen der zusätzlichen 2 GB Speicher. Auch Nvidias neue und hochpreisige Mittelklasse verfügt damit endlich über einen 8 GB großen Speicher – das war allerhöchste Zeit.

Nvidia Founders Edition: zwei Mal super, einmal normal
Nvidia Founders Edition: zwei Mal super, einmal normal

Der Kühler der GeForce RTX 2060 Super Founders Edition hinterlässt hingegen erneut einen zwiespältigen Eindruck. Beim Spielen arbeitet das Modell relativ leise. Allerdings sind die zwei Lüfter auf dem Windows-Desktop unverhältnismäßig laut und der Grund dafür erschließt sich auch weiterhin nicht. Wer es leise haben möchte, sollte deswegen zu einer Partnerkarte eines anderen Herstellers greifen. Die Leistungsaufnahme ist leicht höher als beim Basis-Modell ohne Super-Zusatz, die Energieeffizienz ist aber dennoch etwas besser.

Grafikkarte Leistung FHD Leistung WQHD Leistung UHD
GeForce RTX 2080 Ti 168 % 184 % 166 %
GeForce RTX 2080 143 % 148 % 130 %
GeForce RTX 2070 Super 133 % 137 % 120 %
GeForce RTX 2070 114 % 116 % 100 %
GeForce RTX 2060 Super 113 % 115 %
GeForce RTX 2060 100 % 100 %
FHD/WQHD: Leistung GeForce RTX 2060 normiert auf 100 %
UHD: Leistung GeForce RTX 2070 normiert auf 100 %
Alle Angaben bezogen auf FPS

GeForce RTX 2070 Super erreicht die GeForce RTX 2080 nicht

Die GeForce RTX 2070 Super legt bei der Performance noch etwas mehr zu als der kleinere Bruder und schafft es im besten Fall auf ein Plus von 20 Prozent. Die Grafikkarte ist damit in etwa so schnell wie GeForce GTX 1080 Ti und Radeon VII, während die GeForce RTX 2080 noch knapp zehn Prozent schneller rechnet. Anders als bei der kleinen Super bleibt der Speicherausbau der GeForce RTX 2070 Super aber bei 8 GB. Dafür bietet sie jetzt das große (2080er-)PCB und den größeren Kühler und ist in Spielen deshalb nicht lauter als die GeForce RTX 2060 Super als Founders Edition. Doch auch hier gilt: Gut unter Last, aber laut auf dem Desktop.

Die Grafikkarte darf deutlich mehr Energie als die GeForce RTX 2070 zu sich nehmen, sodass die Energieeffizienz schlechter geworden ist und sich auch hinter der der GeForce RTX 2080 anstellen muss.

GeForce RTX 2060 Super und RTX 2070 Super im Test
GeForce RTX 2060 Super und RTX 2070 Super im Test

Die neuen Preise passen zum Turing-Portfolio

Die GeForce RTX 2060 Super wird die GeForce RTX 2060 im Turing-Portfolio nach oben hin ergänzen. Mit 419 Euro beträgt der Aufpreis zur GeForce RTX 2060 in der Preisliste 50 Euro, was angesichts der Verbesserungen gerechtfertigt ist. Falls sich der Marktpreis erst einmal an der UVP orientiert, liegt der Aufpreis am Markt allerdings bei fast 100 Euro.

Die GeForce RTX 2070 Super (FE) wird 529 Euro kosten. Damit liegt die UVP 10 Euro über der der günstigsten GeForce RTX 2070. Verglichen mit den aktuellen Marktpreisen beträgt das Plus 80 Euro, während eine GeForce RTX 2080 120 Euro teurer bleibt. Weil die GeForce RTX 2070 ausläuft, steigt das Preisniveau zwar auch hier an, doch die neue GeForce RTX 2060 Super ist ja quasi so schnell wie die alte GeForce RTX 2070 und sogar etwas günstiger. Das passt, bedeutet zugleich aber auch, dass 8 GB GDDR6 bei Nvidia weiterhin nicht für unter 400 Euro zu haben sind, so wie es auch bisher mit der GeForce RTX 2070 der Fall war.

GeForce RTX Super versus Radeon RX 5700 am Sonntag

Wie der spannende Vierkampf GeForce RTX 2060 Super und GeForce RTX 2070 Super gegen Radeon RX 5700 und Radeon RX 5700 XT ausfallen wird, klärt sich bereits in wenigen Tagen, ComputerBase arbeitet aktuell an einem entsprechenden Vergleich. Mehr wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

Hinweis vom 7. Juli 2019: Inzwischen hat AMD den Gegenspieler der GeForce-RTX-Super-Grafikkarten vorgestellt. Radeon RX 5700 und 5700 XT (Test) mit Navi-GPU.

Die Benchmarks zum Nachtesten

Wer verstehen will, wie ComputerBase zu all den Messwerten und damit auch dem Fazit gekommen ist, sollte einen Blick in den Methodik-Artikel für Grafikkarten-Tests werfen. Denn dort wird genau erklärt, wie ComputerBase Grafikkarten testet – inklusive bereitgestellter Savegames der Benchmark-Sequenzen, sodass jedermann die Spiele-Tests selber nachvollziehen und ausprobieren kann.

ComputerBase hat die GeForce RTX 2060 Super FE und die GeForce RTX 2070 Super FE von Nvidia zum Testen erhalten. Die Grafikkarten wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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