Trotz Sanktionen: Huawei soll Nordkorea beim 3G-Netz geholfen haben

Frank Hüber 158 Kommentare
Trotz Sanktionen: Huawei soll Nordkorea beim 3G-Netz geholfen haben
Bild: E-Plus Gruppe Fotostream | CC BY 2.0

Huawei soll die Sanktionen der US-Regierung gegen Nordkorea missachtet haben, indem es dem Land beim Aufbau eines 3G-Mobilfunknetzes geholfen hat. Die Washington Post beruft sich in ihrem Bericht auf drei Quellen, bei denen es sich teilweise um ehemalige Mitarbeiter von Huawei handeln soll.

Huawei soll dabei mit dem nordkoreanischen Unternehmen Koryolink zusammengearbeitet haben, wobei der genaue Ablauf der Zusammenarbeit und Geschäftsbeziehungen sehr uneindeutig sei, so die Washington Post. Huawei soll für den Aufbau des 3G-Netzes mit dem Unternehmen Panda International Information Technology kooperiert haben, das der chinesischen Regierung gehört. Panda International Information Technology wurde bereits im Jahr 2014 von der US-Regierung auf die schwarze Liste des Handelsministeriums gesetzt, so dass US-Unternehmen keinen Handel mehr mit dem Unternehmen ohne Sondergenehmigung betreiben dürfen. Auf diese Liste wurde auch Huawei im Zuge des Handelskonflikts zwischen den USA und China gesetzt, die Sanktionen sollen nun jedoch wieder gelockert werden.

War Huawei selbst in Nordkorea aktiv?

Da Panda keinen Handel mit den USA betreibt, hat das Unternehmen auch keine Konsequenzen aus einer Zusammenarbeit mit Nordkorea durch die US-Regierung zu fürchten. Huawei hingegen schon. Denn obwohl Huawei ein chinesisches Unternehmen ist, muss es sich an die Sanktionen der US-Regierung halten, wenn es auch in den USA Geschäfte betreiben möchte. Unklar ist dem Bericht der Washington Post nach derzeit noch, wie viele und welche Geschäfte Huawei selbst direkt mit Nordkorea abgewickelt hat und ob dadurch die US-Sanktionen verletzt wurden. Huawei äußerte sich zu den Vorwürfen nur insofern, als dass das Unternehmen angab, keine Niederlassung in Nordkorea zu betreiben.

Ein Vertrag aus dem Jahr 2008 soll demnach vorgesehen haben, dass Panda Ausrüstung von Huawei in die chinesische Stadt Dandong transportieren soll, um es von dort per Zug nach Pjöngjang zu überführen. Der Im- und Export werde vom Unternehmen Dandong Kehua durchgeführt, mit dem auch Huawei direkt zusammenarbeiten soll und das für den Export nach Nordkorea 2017 von den USA sanktioniert wurde.

Inwiefern der Bericht die Beziehungen zwischen den USA und Huawei erneut gefährdet und ob sich die Vorwürfe weiter untermauern oder konkretisieren lassen, bleibt abzuwarten.