RAM-Overclocking: MSI und Kingston mit neuem DDR4-Takt-Weltrekord

Sven Bauduin 30 Kommentare
RAM-Overclocking: MSI und Kingston mit neuem DDR4-Takt-Weltrekord
Bild: Kingston

Nachdem sich ADATA und Micron rund um die Computex 2019 einen echten Schlagabtausch um den schnellsten jemals validierten DDR4-Speicher geliefert haben und der Weltrekord mehrfach hin und her wechselte, haben nun MSI und Kingston für eine neue Bestmarke gesorgt: DDR4-5902.

Die Zutaten: Coffee Lake Refresh, Z390-Chipsatz und DDR4-3466

Das Team „MSI OC“, das sich für den Weltrekordversuch verantwortlich zeichnet, vertraute einem per Uncore auf rund 800 MHz gedrosselten Intel Core i9-9900K, der auf einem MSI MPG Z390I Gaming Edge AC zum Einsatz kam. Die Mini-ITX-Platine ist auf Grund der speziellen Topologie seiner zwei RAM-Bänke bei Extrem-Übertaktern sehr beliebt und für Rekordversuche geradezu prädestiniert.

Beim Rekordspeicher handelt es sich um ein 8-GB-Modul der Serie HyperX Predator RGB von Kingston, das ab Werk mit einem XMP-Profil mit DDR4-3466 CL19 arbeitet.

Am Ende stand der neue Weltrekord bei 2950.7 MHz respektive DDR4-5902 bei Timings von 31-63-63-63-2T. Zu den verbauten Speicherchips äußerte sich weder MSI noch Kingston, auf Grund der Spezifikationen mit DDR4-3466 bei einer CAS-Latency von 19 Zyklen ist aber davon auszugehen, dass es sich um SK Hynix C-Die (CJR) ICs handelt.

Kingston HyperX Predator DDR4-3466@DDR4-5902
Kingston HyperX Predator DDR4-3466@DDR4-5902 (Bild: MSI OC Team)

Vierkampf um die Krone: ADATA, G.Skill, Micron und Kingston

Nachdem Kingston mit seiner HyperX-Serie und DDR4-5608 bereits im Januar dieses Jahres für knapp 30 Wochen den offiziellen Weltrekord für DDR4-Speicher innehatte, haben ADATA und Micron die Messlatte auf der Computex 2019 noch einmal ein ganzes Stück höher gelegt. Zu Beginn der Messe hatte ADATA sich mit 2.817,1 MHz respektive DDR4-5634 die Krone für DDR4-Speichermodule aufgesetzt und den bis dahin gültigen Rekord eingestellt. Zum Einsatz kamen dabei nicht näher bekannte ADATA-Module mit Samsung-B-Die-ICs, die mit Timings von CL31-31-31-46 bei einer Command Rate von 3T betrieben wurden.

Nur drei Tage nach dem Weltrekord durch ADATA konnte Micron ein 8-GB-Modul aus der Ballistix-Sport-LT-Serie der Marke Crucial mit DDR4-5726 (2.863 MHz) validieren und zeigte damit erstmalig das enorme OC-Potenzial der eigenen E-Die-ICs , die nicht umsonst aktuell zu den am meisten empfohlenen Speicherchips überhaupt gehören. Der neue Weltrekord wurde gar mit etwas schärferen Timings von 24-31-31-63 3T durchgeführt.

Bevor Kingston nun den aktuell gültigen DDR4-Weltrekord aufstellen konnte, wechselte der Titel „schnellster DDR4-Speicher der Welt“ noch einige Male zwischen ADATA (DDR4-5738) und G.Skill (DDR4-5803 und DDR4-5886), die erstmalig ein DDR4-Modul mit mehr als 5.800 MT/s respektive 2.900 MHz validieren konnten.

DDR4-6000: Die 3.000 MHz Marke als nächstes großes Ziel

ADATA, G.Skill, Micron und Kingston haben allesamt das Ziel als erste eines ihrer Speichermodule mit mehr als 3.000 MHz und somit nach DDR4-6000 zu validieren. Kein unmögliches Vorhaben, denn der aktuelle Weltrekord liegt nur noch rund 50 MHz unterhalb dieser magischen Grenze.

Die Redaktion dankt Community-Mitglied „Transistor 22“ für seinen Hinweis zu dieser News.