Razer Viper im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

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Fabian Vecellio del Monego 82 Kommentare

Die Viper verfügt über einen ARM-Prozessor und einen internen Speicher, um erstellte dpi-Konfigurationen autark sichern und anwenden zu können. Die Latenz beträgt bei einer maximalen USB-Abtastrate von 1.000 Hertz eine Millisekunde, optional werden zudem Polling-Raten von 500 und 125 Hertz unterstützt. Die Latenz steigt dabei reziprok proportional.

Sensorik

Abermals setzt Razer auf den in Kooperation mit PixArt entwickelten PMW-3389. Die Iteration des populären PMW-3366 setzte das Unternehmen erstmals im Jahr 2016 ein, seitdem ist das optische Modell unter dem Eigennamen „Razer 5G“ bei Mäusen des Herstellers allgegenwärtig. Auf dem Papier ist der PMW-3389 der Referenz in Form des genannten PMW-3366 überlegen, auch Logitechs Pendant (Hero 16K) wird bei der maximal messbaren Geschwindigkeit und Beschleunigung theoretisch geschlagen.

PixArt PMW-3360 PixArt PMW-3389 PixArt PMW-3391 Logitech Hero 16K
Sensorik Optisch
Auflösung 200–12.000 dpi 100–16.000 dpi 100–18.000 dpi 100–16.000 dpi
Geschwindigkeit 6,3 m/s 11,4 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung 490 m/s² > 392 m/s²
Lift-off-Distance ~ 1,3 mm ~ 1,5 mm ~ 1 mm

Bei tatsächlicher Verwendung zeigen sich zwischen allen aufgeführten Sensoren jedoch keine im Rahmen menschlicher Wahrnehmung feststellbaren Unterschiede. Alle Modelle arbeiten präzise und verzichten im relevanten Auflösungsbereich auf Glättung oder sonstige Nachbearbeitung. Die Tatsache, dass die maximale Auflösung des PMW-3391 mit 18.000 Punkten pro Zoll die des PMW-3389 übersteigt, ist dabei irrelevant: Einen praktischen Nutzen haben höhere vierstellige oder gar fünfstellige Sensorauflösungen nicht.

Unterschiede bezüglich des Zielens in Spielen lassen sich demnach zwischen PixArt PMW-3389 und dessen direkter Verwandtschaft sowie zu Logitechs Pendant innerhalb der Reichweite menschlicher Wahrnehmung nicht feststellen. Auch die Messungen bescheinigen dem PMW-3389 repetitiv exzellente Werte, etwaige Abweichungen liegen im Rahmen der Mess-Ungenauigkeiten.

PixArt PMW-3389 („Razer 5G“) (1.000 Hz, Mikrofaseruntergrund)
PixArt PMW-3389 („Razer 5G“) (1.000 Hz, Mikrofaseruntergrund)

Razer Synapse 3

Auch wenn Nutzer der Viper zum Betrieb keine Treiber benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Razer bietet mit Synapse 3 ein eigenes Programm an, um beispielsweise die Sensorauflösung oder Tastenbelegung der Maus nach eigenem Belieben zu konfigurieren.

Umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten

In der dritten Version bietet Razers Synapse-Software äußerst umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten und viele weitere Funktionen – mittlerweile sogar ohne Zwang zur Registrierung, denn Synapse lässt sich nunmehr auch mit einem Gastkonto nutzen. Neben den erwarteten Sensor-Einstellungen und der vollständigen Programmierbarkeit inklusive optionaler Zweitbelegung finden Nutzer ein Werkzeug zur Makro-Aufnahme. Darüber hinaus existieren im Zuge der Razer-Chroma-Funktion zahlreiche Beleuchtungsvoreinstellungen wie beispielsweise „Statisch“, „Atmend“, „Reaktiv“ oder „Audiometer“.

Auch eine Synchronisation mit weiteren Razer-Produkten, Philips-Hue-Integration sowie Visualisierung unterstützter Spiele werden geboten. Die Anzahl letzterer fällt allerdings, wie der Blick in den Chroma-Workshop zeigt, nach wie vor mager aus. Solange jeder Hersteller eine eigene API einsetzt, wird sich daran vermutlich nichts ändern.

Synapse 3 bleibt im Hintergrund aktiv

Razer Synapse 3 wartet mit bis zu acht gleichzeitig laufenden Programmen und Hintergrundprozessen auf und wird beim Schließen des Fensters nur in die Taskleiste minimiert. Darüber hinaus startet das Programm bei Standardkonfiguration im Zuge des Windows-Starts, was sich allerdings deaktivieren lässt. Da der interne Speicher der Viper lediglich dpi-Konfigurationen sichern kann und nicht mal – wie für Mäuse dieser Preisklasse eigentlich üblich – eigens erstellte Makrobelegungen der Zusatztasten, ist das umso ärgerlicher.

Razer begründet die mangelnde Speicherkapazität der Viper damit, dass E-Sportler schlichtweg nicht mehr benötigen würden. Doch selbst unter Annahme der Authentizität dieser Rechtfertigung ist das unzureichend: Dem Hersteller dürfte sehr wohl bewusst sein, dass nicht nur E-Sportler für professionelles Gaming beworbene Produkte kaufen und nutzen möchten.

Ein Vorteil des im Hintergrund laufenden Programmes ist derweil die komfortable und temporäre Anzeige der gewählten Auflösung in der unteren rechten Ecke des Bildschirms, sobald die Einstellung geändert wird.

Verarbeitung

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität entspricht die Viper ihrem Preis – die Spaltmaße sind durchweg akkurat und temporär eindrücken lässt sich das Gehäuse nur bei erhöhtem Kraftaufwand. Auch ein Knarzen bleibt bei normaler Verwendung aus, ein Klappern ist beim Schütteln der Maus ebenfalls nicht zu vernehmen. Das Kabel indes mutet trotz der Flexibilität robust an und ist am Anschluss der Maus ausreichend vor Knicken geschützt.

Die gummierten Seiten und einige wenige glänzende Oberflächen sind darüber hinaus potentiell anfällig für Abrieb und Kratzer, dazu kam es in knapp zwei Wochen alltäglichen Gebrauchs jedoch nicht.

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