Apple iPhone 11 (Pro Max) im Test: Fazit

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Nicolas La Rocco 478 Kommentare

Mit dem iPhone 11 und dem iPhone 11 Pro macht Apple mehrere große Schritte nach vorne. Das betrifft vor allem die Bereiche Kamera, Akku und Prozessor. Die neue Dual- respektive Triple-Kamera ist nach Jahren mit maximal einer oder zwei Linsen nicht nur hinsichtlich der Anzahl der Objektive ein Zugewinn. Drei Linsen gibt es zwar auch bei Android, Apple setzt das Ganze aber wieder äußerst gekonnt um. Der Hersteller bohrt seine Kamera-App auf und holt über die eigene Software deutlich mehr aus den Rohdaten heraus als die Jahre zuvor. Vermeintlich verhunzte Fotos lassen sich über die Fotos-App retten.

Das Ultraweitwinkelobjektiv sorgt für spektakuläre Aufnahmen, sodass es von Apple die richtige Entscheidung war, das iPhone 11 damit und nicht mit dem Teleobjektiv auszustatten. Hinsichtlich der abgelieferten Qualität liegt aber noch Potenzial brach. Die Bilder sehen zwar beeindruckend aus, halten im Detail aber nicht mit dem Weitwinkelobjektiv mit, das klar die besten Fotos liefert. Es sollte das Objektiv der Wahl bleiben, wenn die Szene nicht eines der anderen Objektive voraussetzt. Apples neuer Nachtmodus war lange überfällig, ist aber gut umgesetzt worden, wenngleich dafür viel Kontrolle an das Smartphone abgegeben werden muss. Apple will eben, dass sich Anwender möglichst wenige Gedanken machen müssen.

Weil Apple 3D Touch den Rücken kehrt, ist mehr Platz für größere Akkus in den Smartphones. Davon profitieren insbesondere die beiden Pro-Modelle, denn im iPhone XR gab es auch schon vorher kein 3D Touch, sodass das iPhone 11 nur eine Stunde mehr Laufzeit bietet. Im iPhone 11 Pro Max sind es hingegen gleich fünf Stunden mehr, was sich in deutlich längeren Akkutests und auch im Alltag bemerkbar macht. Das iPhone 11 führt sorgenfrei durch einen, das iPhone 11 Pro Max aber auch durch zwei Tage oder einen mit hoher Belastung. Wer viel unterwegs ist, hat jetzt eine Sorge weniger.

Apple iPhone 11 (Pro Max) im Test
Apple iPhone 11 (Pro Max) im Test

All diese Verbesserungen wären nicht ohne Apples neuen Prozessor möglich. Der A13 Bionic ist schneller und sparsamer zugleich. Der Konkurrenz von Qualcomm oder Samsung lässt er in den Benchmarks keine Chance, die Reserven für die kommenden Jahre sind mannigfaltig vorhanden. Das ist wichtig, denn bei Apple können Kunden von mehreren Jahren mit kostenlosen und schnellen iOS-Updates samt neuen Funktionen ausgehen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber den meisten Android-Smartphones.

Das iPhone 11 ist das vernünftige Upgrade

Die meisten Veränderungen am neuen iPhone-Lineup treffen glücklicherweise nicht nur auf die exorbitant teuren Pro-Modelle zu, sondern auch auf das iPhone 11, das damit das attraktivste der neuen Smartphones ist und für Nutzer eines iPhone 7, iPhone 8 oder noch älteren Apple-Gerätes ein sehr gutes Upgrade darstellt. Schade nur, dass zu Preisen ab 799 Euro weiterhin 64 GB und ein lahmes 5-Watt-Netzteil Standard sind.

Apple iPhone 11 (256 GB)
Produktgruppe Smartphones, 11.10.2019
  • Display
    +
  • Leistung Produktiv
    ++
  • Leistung Unterhaltung
    ++
  • Laufzeit
    O
  • Verarbeitung
    ++
  • A13 Bionic mit großer Leistungsreserve
  • Helles LCD mit guter Darstellung
  • Etwas schnelleres Face ID
  • Deutlich aufgewertete Dual-Kamera
  • Beste Videoaufnahmen mit 4K60
  • Software-Updates für viele Jahre
  • Äußerst hochwertige Materialwahl
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Besserer IP68-Schutz bis 2 Meter
  • Sehr gute Stereo-Lautsprecher
  • Alle aktuellen Übertragungsstandards
  • Kabelloses und schnelles Laden
  • Ultraweitwinkel mit weichen Fotos
  • Nur 64 GB für das Basismodell
  • Lahmes 5-Watt-Netzteil
  • Nur ein Jahr Garantie ohne AppleCare

Wer sich allerdings einmal an die ausgezeichnete Qualität der im iPhone X oder iPhone XS verbauten OLED-Displays gewöhnt hat, wird kaum an den Pro-Modellen vorbeikommen. Besitzer eines iPhone XS sollten trotz der Verbesserungen bei Akku und Kamera widerstehen, zu unvernünftig wäre schon jetzt der Wechsel zu einem neuen Modell. Nutzer eines iPhone X sind eher die Zielgruppe und erhalten mit dem iPhone 11 Pro ein solides Upgrade. Der Einstiegspreis von 1.149 Euro schmerzt weiterhin.

Apple iPhone 11 Pro Max (512 GB)
Produktgruppe Smartphones, 11.10.2019
  • Display
    ++
  • Leistung Produktiv
    ++
  • Leistung Unterhaltung
    ++
  • Laufzeit
    +
  • Verarbeitung
    ++
  • A13 Bionic mit großer Leistungsreserve
  • Nochmals besseres OLED-Display
  • Etwas schnelleres Face ID
  • Deutlich aufgewertete Triple-Kamera
  • Beste Videoaufnahmen mit 4K60
  • Software-Updates für viele Jahre
  • Äußerst hochwertige Materialwahl
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Besserer IP68-Schutz bis 4 Meter
  • Sehr gute Stereo-Lautsprecher
  • Gute bis sehr gute Akkulaufzeiten
  • Alle aktuellen Übertragungsstandards
  • Kabelloses und schnelles Laden
  • Ultraweitwinkel mit weichen Fotos
  • Nur 64 GB für das Basismodell
  • Nur ein Jahr Garantie ohne AppleCare

ComputerBase wurden das iPhone 11 und das iPhone 11 Pro Max leihweise von Apple zum Testen zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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