AWS und Azure: Microsofts Cloud-Geschäft wächst schneller als Amazons

Frank Hüber 51 Kommentare
AWS und Azure: Microsofts Cloud-Geschäft wächst schneller als Amazons
Bild: OFFICIAL LEWEB PHOTOS | CC BY 2.0

Sowohl Amazon als auch Microsoft haben ihre Quartalsergebnisse vorgelegt und profitieren vom Cloud-Geschäft. Der Zuwachs bei Microsoft ist jedoch deutlich größer als bei Amazon, schwächt sich aber bei beiden bereits ab.

Während Amazon das lukrative Geschäft mit dem Amazon Web Services (AWS) um 35 Prozent auf einen Umsatz von rund neun Milliarden US-Dollar steigern konnte, legte Microsoft mit Azure ein Umsatzwachstum von 59 Prozent hin und setzt die Erfolgsgeschichte des eigenen Cloud-Services damit fort. Insgesamt verdiente Microsoft 10,8 Milliarden US-Dollar mit der Cloud-Sparte. Amazon kann rund 40 Prozent des Umsatzes mit AWS in Gewinn ummünzen. Bei beiden Anbietern schwächt sich das Wachstum allerdings ab. Bei Microsoft lag das Wachstum von Azure ein Quartal vorher noch bei 64 Prozent. Microsoft werde weiterhin in Innovationen und den Ausbau des wachsenden Marktes investieren, sagte Satya Nadella, der sich erfreut darüber zeigt, dass immer mehr führende Unternehmen auf die Cloud von Microsoft setzen.

Microsoft legt bei Umsatz und Gewinn zu

Dank des starken Cloud-Geschäfts konnte Microsoft den Umsatz und Gewinn im letzten Quartal deutlich steigern. Der Umsatz legte um rund 14 Prozent auf 33,1 Milliarden US-Dollar zu, der Gewinn sogar um 21 Prozent auf 10,7 Milliarden US-Dollar.

Nur Surface ist rückläufig

Auch mit Office 365 konnte Microsoft den Umsatz steigern und legte um 25 Prozent zu. Insgesamt komme Office 365 inzwischen auf 35,6 Millionen Abonnenten, so Microsoft. Das bevorstehende Ende von Windows 7 im kommenden Jahr sorgte auch in diesem Bereich für ein schwaches Umsatzplus. Das Xbox-Geschäft ist zwar stabil, wächst aber nicht, bei den Surface-Geräten ist der Umsatz mit 4 Prozent leicht rückläufig.

Amazons Gewinn fällt wegen 1-Tages-Zustellung

Bei Amazon sahen die Zahlen für das dritte Quartal hingegen anders aus. Durch stark gestiegene Ausgaben fiel der Gewinn um 28 Prozent auf 2,1 Milliarden US-Dollar, womit die Erwartungen der Börse nicht erfüllt werden konnten. Die Aktie fiel um rund acht Prozent. Und das, obwohl Amazon beim Umsatz über den Erwartungen lag und dieser um 24 Prozent auf 70 Milliarden US-Dollar zugelegt hat. Die stark gestiegenen Kosten sind vor allem auf Amazons Bemühungen zurückzuführen, Pakete immer schneller an die Kunden auszuliefern. So hat Amazon im dritten Quartal rund 50 Prozent mehr für den Versand der Waren ausgegeben als ein Jahr zuvor. In den USA stellt Amazon den garantierten Prime-Versand von zwei auf einen Tag um, was eine Investition in die Zukunft sei und die höheren Kosten rechtfertige, so das Unternehmen.