PlayStation 5: Sony spricht über Ryzen, Navi und Raytracing in Hardware

Sven Bauduin 266 Kommentare
PlayStation 5: Sony spricht über Ryzen, Navi und Raytracing in Hardware

Wie Sony bestätigt, heißt die nächste Konsole PlayStation 5 und erscheint zum Weihnachtsgeschäft 2020. Nachdem es längere Zeit ruhig um die Konsole war, spricht Sony nun von Ryzen, Navi und Raytracing in Hardware. Verbesserte Ladezeiten im Vergleich zur PS4 Pro, Abwärtskompatibilität und 120 Hz bei 4K sind seit längerem klar.

Die PS5 erscheint zum Weihnachtsgeschäft 2020

Im Gespräch mit Wired ging Jim Ryan, seines Zeichens CEO von Sony Interactive Entertainment, auf die Bestätigung des offiziellen Names und auf den Veröffentlichungstermin der PlayStation 5 ein und bestätigte dabei, dass die Next-Gen-Konsole pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2020 auf den Markt kommen wird.

Bereits im April hatte AMD-CEO Lisa Su einen Medienbericht und die darin beschriebene Hardware, bestehend aus acht CPU-Kernen der Zen-2-Architektur sowie einem Grafikchip der Navi-Architektur für die kommende PlayStation bestätigt, die nun offiziell PlayStation 5 heißen wird, wie Jim Ryan bestätigte. „The console will be called PlayStation 5. It's nice to be able to say it. Like a giant burden has been lifted from my shoulders.“, so Ryan weiter.

Die PlayStation 5 beherrscht Raytracing in Hardware

Zum Zeitpunkt des von Lisa Su bestätigten Medienberichts war bereits klar, dass die PlayStation 5 Raytracing bieten wird.

The CPU is based on the third generation of AMD’s Ryzen line and contains eight cores of the company’s new 7nm Zen 2 microarchitecture. The GPU, a custom variant of Radeon’s Navi family, will support ray tracing, a technique that models the travel of light to simulate complex interactions in 3D environments.

Lisa Su, AMD-CEO

Was dies konkret bedeutet, blieb jedoch bis jetzt Teil der Spekulationen, denn praktisch jede GPU kann Berechnungen von Raytracing-Effekten per Softwarelösung durchführen, wirklich effizient werden diese aber erst durch dedizierte Hardware. Nun steht aber fest: Die PlayStation 5 beherrscht die Berechnung von Raytracing in Hardware, wie der PlayStation-Architekt Mark Cerny gegenüber Wired verriet.

There is ray-tracing acceleration in the GPU hardware. Which I believe is the statement that people were looking for.

Mark Cerny, PlayStation-Architekt

SSD lädt Inhalte schneller und spart Speicherplatz

Dass Sony bei der PlayStation 5 auf eine SSD setzen und der klassischen HDD den Rücken kehren wird, um die Reaktions- und Ladezeiten zu verbessern, steht bereits seit längerem fest, nun hat sich das Unternehmen erneut in Person von Mark Cerny zu weiteren Vorteilen einer Konsole mit SSD geäußert. Cerny spricht davon, durch den Einsatz einer SSD Speicherplatz einsparen zu können, da die Entwickler nicht mehr hunderte von Spiele-Assets duplizieren müssen, damit eine normale Festplatte sie wie bisher schneller lesen kann. Der Entwickler führt als Beispiel Marvel's Spider-Man an, bei dem einige Daten bis zu 400 Mal auf der Festplatte dupliziert abgelegt wurden.

It’s not just the speed that makes the SSD formidablwe, he says, but the efficiency it offers. Think about the hard drive in a game console, spinning like a 5400-rpm vinyl record. For the console to read a piece of information off the drive, it first has to send out the disk head—like a turntable needle—to find it. If you look at a game like Marvel's Spider-Man. There are some pieces of data duplicated 400 times on the hard drive.

Mark Cerny, PlayStation-Architekt

Wie die Entwickler diesem neu gewonnen Speicherplatz nutzen, wird sich laut Cerny wahrscheinlich deutlich unterscheiden. Einige würden sich vielleicht für die Erstellung einer größeren oder detaillierteren Spielwelt entscheiden, andere geben sich möglicherweise damit zufrieden, die Größe ihrer Spiele und Patches zukünftig zu verringern. Spiele werden auch zukünftig auf physischen Datenträgern mit einer Kapazität von 100 GB vom Typ Blu-ray erscheinen. Das optische Laufwerk soll gleichzeitig als 4K-Blu-Ray-Player fungieren. Der Installationsprozess von Spielen soll sich zudem zur Installation auf der PlayStation 4 unterscheiden. „Rather than treating games like a big block of data, we're allowing finer-grained access to the data.“, so Cerny. Zukünftig soll es möglich sein, den Umfang einer Installation weitestgehend selbst zu bestimmen. Ob nur die Einzelspieler-Kampagne, der Multiplayer-Modus oder beides installiert wird, liegt zukünftig wohl in der Hand des Spielers. Auch so soll wiederum Speicherplatz und Ladezeit gespart werden.

Neuer Dual Shock Controller mit „Adaptive Triggers“ und USB-C

Der neue Dual Shock Controller nutzt indes neben USB-C sogenannte „Adaptive Triggers“ mit verschiedenen Widerstandsstufen, mit denen sich beispielsweise das Abfeuern verschiedenster Waffen realistischer anfühlen soll. Der neue Controller soll ein breiteres Spektrum an haptischem Feedback vermitteln als der Dual Shock Controller der aktuellen Generation und zudem über einen verbesserten Lautsprecher verfügen. Der Controller der PlayStation 5 soll auf Grund des größeren Akkus ein wenig mehr Gewicht als der Dual Shock 4 auf die Waage bringen, aber noch immer weniger wiegen als der aktuelle Xbox-Controller.