5G-Netzausbau: Auch Cisco legt seine Technologie offen

Sven Bauduin 49 Kommentare
5G-Netzausbau: Auch Cisco legt seine Technologie offen
Bild: Cisco

Cisco hat sein Technology Verification Service Center (PDF) in Bonn eröffnet und legt somit ebenfalls die Technologie hinter seinen 5G-Komponenten offen. Damit habe nun das BSI, die Bundesbehörde für Fragen der IT-Sicherheit, auch die Möglichkeit, Produkte des US-Herstellers eingehend unter Aspekten des Datenschutzes zu prüfen.

Im Rahmen der Debatte um den Ausbau von 5G hatte zuvor bereits Huawei der Bundesrepublik Deutschland eine No-Backdoor-Vereinbarung angeboten und schon im März dieses Jahres auf die Eröffnung des Huawei Cybersicherheits-Transparenzzentrums in Brüssel hingewiesen, in dem der Quellcode der Huawei-Software mittels Signatur gesichert überprüfbar und zugänglich gemacht wurde.

Auch im Technology Verification Service Center von Cisco in Bonn „lassen sich die Sicherheit und der Betrieb von Netzwerk-Technologien – insbesondere für kritische Infrastrukturen und Service Provider aus ganz Europa – unter realen Bedingungen testen“, wie der Netzwerkausrüster in seiner offiziellen Mitteilung bekanntgabt, was in erster Linie Regierungen und Behörden wie dem BSI die Möglichkeit geben soll, die 5G-Netzwerkkomponenten auf mögliche Backdoors zu überprüfen. Das BSI, in Person seines Präsidenten Arne Schönbohm, begrüßte diesen Schritt.

Als Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes begrüßt das BSI die Einrichtung des Technology Verification Service Centers in Bonn. Das neue Labor bietet auch dem BSI verbesserte technische Möglichkeiten, Produkte des Herstellers Cisco eingehend unter Aspekten der IT- und Cybersicherheit zu prüfen. Das BSI trägt auf diese Weise gemäß seines Auftrags aktiv zum Schutz der nationalen Kritischen Infrastrukturen und der Öffentlichen Verwaltung bei.

Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)

Obwohl sich die Bundesregierung eigentlich bereits im Oktober auf eine Strategie beim 5G-Ausbau verständigt und entschieden hat, dass der chinesische Netzausrüster Huawei Technik für das gesamte 5G-Netz Deutschlands liefern darf, regt sich hierzulande noch immer großer Widerstand gegen den Erlass von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bereits im Februar dieses Jahres die Vorgaben für den 5G-Netzausbau benannt hatte.

Sowohl Huawei als auch Cisco versicherten, sich an alle Bewertungskriterien des BSI halten und sich an deren Richtlinien messen lassen zu wollen. Die hitzige Debatte um den 5G-Netzausbau in Deutschland, so scheint es, wird indes sowohl in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch lange nicht zum Erliegen kommen.