Next-Gen-Speicher: LPDDR5 hält ab Q1/2020 Einzug ins Smartphone

Volker Rißka 27 Kommentare
Next-Gen-Speicher: LPDDR5 hält ab Q1/2020 Einzug ins Smartphone
Bild: Samsung

Zur Vorstellung eines seiner neuen Smartphones in Asien hat eine der Führungskräfte von Xiaomi/Redmi Andeutungen über zukünftige Produkte gemacht. Dabei wurde erstmals die direkte Nutzung von neuem Arbeitsspeicher im Mobiltelefon zeitlich eingegrenzt, schon im ersten Quartal 2020 soll dieser zum Einsatz kommen.

Lu Weibing von Xiaomi/Redmi machte via dem großen chinesischem Portal Weibo ganz klare Aussagen in diese Richtung. Demnach wird im Jahr 2020 ein Flaggschiff nicht mehr auf den DDR4-Standard vertrauen, sondern die nächste Generationen Arbeitsspeicher alias DDR5 nutzen. Genauer gesagt sind es die jeweiligen speziellen Low-Power-Ableger, wie sie aktuell schon genutzt werden, LPDDR4 wird letztlich von LPDDR5 ersetzt.

Der Zeitplan dürfte sich als durchaus passend herausstellen. Bereits seit einigen Monaten kündigen die großen Speicherhersteller an, sich auf neue Technologien zu konzentrieren, um den Weg aus den niedrigen Preisen für DRAM-Speicherchips zu finden. Dabei wird auch stets LPDDR5 neben HBM2 sowie weitere Produkten vom Rand genannt, welches in Form von LPDDR5 bereits Anfang 2019 als offizielle Lösung durch die JEDEC verabschiedet wurde.

LPDDR5 bringt diverse Vorteile gegenüber LPDDR4(X)

Die wesentliche Neuerung von LPDDR5 gegenüber LPDDR4 ist die erneut angehobene I/O-Datenrate, die bei LPDDR5 maximal 6.400 Mbit/s pro Pin beträgt. LPDDR4 war zunächst mit der Hälfte, also 3.200 Mbit/s, gestartet, bot im Laufe der Zeit aber bis zu 4.266 Mbit/s. Gemeint ist die Bruttodatenrate, die netto nutzbare Datenübertragungsrate liegt durch den Overhead darunter.

Pro Kanal unterstützt LPDDR5 16 Memory Banks, was eine Verdoppelung gegenüber den 8 Banks bei LPDDR4 bedeutet. Dies sowie die differenzielle Signalübertragung der „multi-clocking architecture“ trägt zur Leistungssteigerung bei. Der sogenannte WCK Clock kann die doppelte oder gar vierfache Datenrate des internen Command-Interfaces bieten, was für einen deutlichen Leistungsschub sorgt. Zusätzlich soll ein Deep Sleep Mode (DSM) Strom sparen, Samsung hatte eine bis zu 30 Prozent niedrigere Leistungsaufnahme gegenüber LPDDR4 in Aussicht gestellt. Optional wird mit Link ECC eine zusätzliche Fehlerkorrektur geboten, die im Automotive-Bereich Verwendung finden soll.

Samsung gilt auch als einer der Vorreiter in dem Bereich, bereits Mitte 2018 war das erste Design für LPDDR5 komplettiert. Nach eineinhalb Jahren wäre ein Start im Massenmarkt Anfang 2020 letztlich problemlos umsetzbar, zumal sie vor einigen Monaten erklärten, LPDDR5-5500 als Anfangsdesign mit 8 oder auch 12 GByte Kapazität in Serie zu fertigen. Davon dürfte letztlich aber nicht nur Redmi Gebrauch machen, auch diverse andere Hersteller werden ab 2020 auf LPDDR5 setzen. Dazu zählt natürlich in erster Linie auch Samsung selbst, der Exynos 990 unterstützt den neuen Standard und wird vermutlich zum MWC 2020 seine Premiere im finalen Produkt Galaxy S11 feiern.