Glasfaser Nordwest: Deutsche Telekom und EWE starten mit Glasfaserausbau

Nicolas La Rocco 77 Kommentare
Glasfaser Nordwest: Deutsche Telekom und EWE starten mit Glasfaserausbau
Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom und das Versorgungsunternehmen EWE haben heute das gemeinsame Unternehmen „Glasfaser Nordwest“ gegründet. Rund 35 Beschäftigte werden am Unternehmenssitz in Oldenburg, Niedersachsen arbeiten. Bis zu 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmensstandorte sollen mit Internet versorgt werden.

Die Pläne für ein gemeinsames Unternehmen reichen bis zum Dezember 2017 zurück, als die beiden Konzerne einen „großen Schritt für den Nordwesten Deutschlands in die Gigabitgesellschaft“ in Aussicht gestellt hatten, indem das Glasfasernetz der Region ausgebaut und über eine Million Privathaushalte direkt angeschlossen werden.

Im März 2019 folgte die Vertragsunterzeichnung für das Gemeinschaftsunternehmen Glasfaser Nordwest. Zu diesem Zeitpunkt war bereits von 1,5 Millionen Privathaushalten und Unternehmensstandorten die Rede, die direkte Glasfaseranschlüsse erhalten sollten. Nach der im Dezember des letzten Jahres erfolgten Freigabe durch das Bundeskartellamt kam es heute zur Gründung von Glasfaser Nordwest.

Glasfaserausbau soll umgehend beginnen

Glasfaser Nordwest bringt Hochgeschwindigkeit in die Stadt und aufs Land – und ich freue mich, dass sich unsere Anstrengungen für Kooperationen auszahlen“, sagte Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner. Der Glasfaserausbau soll in Teilen Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und Bremens stattfinden. Glasfaser Nordwest setzt auf Netzanbindungen bis in das Haus, was als Fibre to the Home oder kurz FTTH bezeichnet wird. Beide Partner gehen von einer Investitionshöhe von bis zu zwei Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren aus. Die Kooperation ist zeitlich nicht beschränkt.

Der Glasfaserausbau soll einer heute veröffentlichten Mitteilung zufolge umgehend beginnen. Die ersten Ausbaugebiete befinden sich in Vechta, Belm und Cloppenburg, gefolgt von Achim, Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst, Emsdetten, Georgsmarienhütte, Oldenburg, Stade und Tostedt. Dabei sollen auch bislang unversorgte Gebiete angeschlossen werden. Eine Ausnahme bilden „komplett unwirtschaftliche Ausbaugebiete“, die auf Fördermaßnahmen angewiesen seien. An diesen werde sich Glasfaser Nordwest aus kartellrechtlichen Gründen nicht beteiligen.

Keine Vermarktung direkt an Endkunden

Glasfaser Nordwest wird keine Telekommunikationsdienste direkt an Endkunden vermarkten, stattdessen sollen EWE, Telekom und anderen Telekommunikationsunternehmen wettbewerbsoffen Glasfaserzugänge angeboten werden. Andere Unternehmen können die Glasfaserinfrastruktur zu festgelegten Konditionen einkaufen (wholebuy), mit eigenen Produkten „veredeln“ und ihren Endkunden als eigenständiges Produkt anbieten.