Basilisk V2 im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

 2/3
Fabian Vecellio del Monego 62 Kommentare

Die Basilisk V2 verfügt wie die beiden kabellosen Schwestern über einen Mikro-Controller und einen internen Speicher. Dieser fasst nun endlich auch bei einer Razer-Maus unterhalb der Ultimate-Produktreihe und damit unterhalb der 150-Euro-Grenze vier vollständige Profile, sodass die kabelgebundene Basilisk in dieser Disziplin endlich konkurrenzfähig ist. Doch dazu später mehr. Die im Gaming-Segment mittlerweile etablierte USB-Abfragerate von 1.000 Hertz erlaubt eine Latenz von rund einer Millisekunde, optional werden zudem Polling-Raten von 500 und 125 Hertz unterstützt. Die Latenz steigt dabei antiproportional.

Razer setzt voll auf den präzisen Focus+

Zur Sensorik gibt es eigentlich nicht sonderlich viel zu sagen. Der unter dem Namen „Razer Focus+“ verbaute PixArt-Sensor des Typs PMW-3399 ist einer der besten, wenn nicht sogar der beste derzeit verfügbare Sensor. Erstmals verbaute Razer ihn in der Viper Ultimate, später kam er auch in der Basilisk Ultimate zum Einsatz. Dass der Hersteller den Sensor nun auch in eine vergleichsweise günstige, kabelgebundene Maus setzt, zeigt, dass der altgediente PMW-3389 alias „Razer 5G“ wohl langfristig vollständig abgelöst werden wird. Diese Strategie erinnert an Logitech und dessen Hero-Sensor, auf den auch die G502 Hero setzt.

PixArt PMW-3331 PixArt PMW-3360 PixArt PMW-3389 PixArt PMW-3399
„Razer Focus+“
Logitech Hero 16K
Sensorik Optisch
Auflösung 100–8.500 cpi 200–12.000 cpi 100–16.000 cpi 100–20.000 cpi 100–16.000 cpi
Geschwindigkeit 7,6 m/s 6,3 m/s 10,2 m/s 16,5 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung 343 m/s² 490 m/s² > 392 m/s²
Lift-off-Distance ~ 2,8 mm ~ 1,2 mm ~ 1,5 mm ~ 1 mm

Ein Unterschied zwischen PMW-3399 und Hero 16K ist derweil zwar messbar, aber niemals spürbar. So arbeitet der noch immer recht neue PMW-3399 dank Razers Motion Sync – dessen sich der Sensorik-Teil des Tests der Viper Ultimate detailliert annimmt – aufgrund besserer Firmware-Abstimmung ein wenig besser, verbraucht aber doppelt so viel Strom. Im Falle einer kabelgebundenen Maus ist das allerdings zu vernachlässigen und sichtbar werden die Sensorik-Unterschiede erst mit einem Blick auf die entsprechenden Diagramme, welche die vom Sensor gemessenen Vektoren in einem Koordinatensystem in Relation zur vergangenen Zeit setzen.

Solche Differenzen sind aber schlichtweg zu gering, als dass sie ein Mensch spüren könnte; sowohl Basilisk V2 als auch G502 Hero lassen sich folglich als erstklassig präzise beschreiben. Obligatorisch sollte angemerkt werden, dass 16.000 Punkte pro Zoll unsinnig und 20.000 Punkte pro Zoll unsinniger sind. Solche lediglich zu Zwecken des Marketings existierenden cpi-Werte finden absolut keinen praktischen Nutzen und würden in der Hand eines Menschen jeglichen durch die hohe Präzision der Technik gegebenen Vorteil zunichtemachen, falls die Mauszeiger­geschwindigkeit nicht per Software ad absurdum verstellt wurde.

Software

Auch wenn Nutzer der Basilisk V2 zum Betrieb keine Treiber benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Razer bietet mit Synapse 3 ein eigenes Programm an, um beispielsweise die Sensorik, die Tastenbelegung oder die Beleuchtung der Maus nach eigenem Belieben umfangreich zu konfigurieren. Eine Registrierung ist dabei – im Gegensatz zu früher – nicht mehr vonnöten.

Endlich ein brauchbarer interner Speicher

Im Test der Viper und der Basilisk Ultimate lobte ComputerBase, dass Razer es dem Nutzer endlich gestattet, nahezu sämtliche per Synapse konfigurierbaren Einstellungen auf dem internen Speicher der Maus zu sichern. Das gilt genauso für die Basilisk V2: Sie kann alle Sensorikparameter und einfache Tastenzuweisungen autark in fünf Profilen sichern, wobei vier davon komplett manuell konfigurierbar sind. Sogar komplexere Tastaturmakros der „Hypershift“ genannten Sekundärbelegung lassen sich somit verwenden, ohne dass Synapse im Hintergrund aktiv ist. Lediglich direkte Software-Einbindungen und wenige vereinzelte Makros benötigen das im Hintergrund laufende Programm, lassen sich aber meist gut umgehen.

Nach wie vor auf Synapse angewiesen ist jedoch die RGB-Beleuchtung. Beim Beenden der Software übernimmt die Maus nur die Helligkeit der Leuchtdioden, nicht aber die gewählten Farben oder Effekte, sodass stets eine RGB-Farbschleife die Folge ist. Es sei denn, die Helligkeit wurde so niedrig wie nur möglich konfiguriert – dann bleiben die LEDs gänzlich aus. Das ist zwar schade, doch die Funktionalität des Eingabegeräts beeinträchtigt es nicht. Die G502 Hero kann derweil auch sämtliche Beleuchtungs­einstellungen auf ihrem Speicher sichern.

Positiv fällt derweil auf, dass das Hoch- und Runterscrollen des Basilisk-Mausrads programmierbar sind. Logitechs Maus lässt lediglich eine individuelle Belegung des mittleren Mausklicks sowie der Links- und Rechtsbewegung des Vier-Wege-Mausrads zu. Dadurch holt die Basilisk V2 den Hardware-Rückstand bei der Anzahl der zur Verfügung stehenden Zusatztasten schlussendlich wieder auf.

Verarbeitung

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität macht die Basilisk V2 einen guten Eindruck. Die Spaltmaße sind durchweg akkurat und temporär eindrücken lässt sich das Gehäuse nur bei erhöhtem Kraftaufwand. Auch ein Knarzen bleibt bei normaler Verwendung aus. Geringfügige Kritik lässt sich derweil bei den primären Tastena­bdeckungen üben: Einerseits wackeln und klappern sie – und das Mausrad – beim Schütteln der Maus ein wenig, andererseits bieten sie sowohl vertikal als auch horizontal einen geringen Spielraum. Das Kabel indes mutet trotz der Flexibilität robust an und ist am Anschluss der Maus ausreichend vor einem Knicken geschützt.

Auf der nächsten Seite: Fazit