AVM Fritz!Box Mesh-WLAN im Test: Der Fritz!Repeater 3000 be­schleu­nigt das Fritz!Box-WLAN

Frank Hüber 140 Kommentare
AVM Fritz!Box Mesh-WLAN im Test: Der Fritz!Repeater 3000 be­schleu­nigt das Fritz!Box-WLAN

tl;dr: Wird das Mesh-WLAN-System von AVM auf Basis einer Fritz!Box 7590 und eines Fritz!Repeaters 2400 um einen schnellen Fritz!Repeater 3000 ergänzt, verdoppeln sich die Übertragungsraten mitunter. Selbst die Fritz!Box 7490 profitiert noch vom schnellen WLAN-Repeater.

Nachdem der Test zum Mesh-WLAN der AVM Fritz!Box rund um Fritz!Box 7590, Fritz!Box 7490 und Fritz!Repeater 2400 außerordentlich viel Anklang gefunden hat und in den Kommentaren immer wieder die Bitte nach einer Ergänzung um den Fritz!Repeater 3000 aufkam, beleuchtet dieser Test genau diesen Aspekt und geht der Frage nach, ob der Fritz!Repeater 3000 das Mesh-WLAN der Fritz!Box weiter beschleunigen kann.

Technische Daten des Fritz!Repeater 3000

Für Details zu Fritz!Box 7590, Fritz!Repeater 2400 und Fritz!Powerline 1260E WLAN Set wird an dieser Stelle auf den ersten Test des AVM-Fritz!Mesh verwiesen und nur auf die technischen Daten des neu getesteten Fritz!Repeater 3000 eingegangen. Bei diesem handelt es sich um einen WLAN-Repeater, der die Reichweite des Funknetzwerks der Fritz!Box vergrößert und als Mesh-Komponente dabei nahtlos mit anderen Produkten der Mesh-Familie von AVM zusammenarbeitet, um den Netzwerkverkehr auf dem schnellsten Weg zwischen Client und Fritz!Box auszutauschen.

Als Tri-Band-Repeater verfügt der Fritz!Repeater 3000 über drei Funkeinheiten, von denen zwei mit 5 GHz und eine mit 2,4 GHz arbeitet. Über 5 GHz sind auf dem ersten Band bis zu 1.733 Mbit/s möglich, auf dem zweiten werden hingegen brutto bis zu 866 Mbit/s erreicht. In der Praxis kann sich der Repeater so über das schnellere Band mit der Fritz!Box 7590 verbinden und Clients über das zweite Band anbinden. Über 2,4 GHz ist eine Übertragungsrate von brutto bis zu 400 Mbit/s möglich, womit der Fritz!Repeater 3000 in diesem Punkt langsamer ist als der Fritz!Repeater 2400, der über 2,4 GHz bis zu 600 Mbit/s erreichen kann. Die bis zu 800 Mbit/s der Fritz!Box 7590 über 2,4 GHz erreicht er so auch nicht annähernd. Einen Repeater, der sowohl bei 5 GHz als auch 2,4 GHz die schnellste Übertragung gewährleistet, hat AVM noch nicht im Angebot.

Zwei LAN-Ports erlauben auch den Betrieb als LAN-Brücke

An der Rückseite des Fritz!Repeater 3000 sind zwei LAN-Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von einem Gigabit verbaut. Hierüber lassen sich entweder Endgeräte anschließen, die kein WLAN bieten oder schneller übertragen sollen, oder aber eine LAN-Brücke mit der Fritz!Box 7590 einrichten. Wie bereits der Fritz!Repeater 2400 ist nämlich auch bei diesem Modell ein Betrieb als LAN-Brücke möglich, bei dem das Gerät über ein Netzwerkkabel direkt mit der Fritz!Box verbunden wird, so dass die Datenübertragung dieser beiden Komponenten nicht per WLAN, sondern LAN erfolgt. Im Test wird ausschließlich der Betrieb als WLAN-Brücke berücksichtigt, für die Nutzung als LAN-Brücke muss dies in der Benutzeroberfläche des Repeaters (http://fritz.repeater) entsprechend angepasst werden.

Externes Netzteil, interne Antennen

Mehr Freiheit als beim Fritz!Repeater 2400 hat man bei dem 3000er-Modell bei der Wahl des Standorts, da es nicht direkt an einer Steckdose betrieben wird, sondern über ein Netzteil und Kabel einen alternativen Standort erlaubt. Das Kabel des Netzteils ist 1,5 Meter lang. Powerline, wie das Fritz!Powerline 1260E WLAN Set, unterstützt der Fritz!Repeater 3000 nicht. Wie auch bei den anderen Komponenten setzt AVM beim schnellsten Repeater auf ein Design ohne externe Antennen, so dass diese vom Nutzer nicht manuell ausgerichtet werden können.

Der Fritz!Repeater 3000 misst 8,8 × 18,4 × 13,6 cm (B × H × T) und AVM nennt eine maximale Leistungsaufnahme von 11 Watt und eine typische Leistungsaufnahme von 6 Watt. Werte, die es im Test noch zu überprüfen gilt. Die Garantie liegt erneut bei überdurchschnittlichen fünf Jahren.

Zur besseren Übersicht und Einordnung der Systeme sind an dieser Stelle noch einmal die Spezifikationen der Fritz!Box 7590 den anderen Systemen gegenübergestellt.

Mesh-WLAN-Systeme im Vergleich
Fritz!Box Mesh Set
Fritz!Box 7590 + Fritz!Repeater 2400 + Fritz!Powerline 1260E
devolo Magic 2 WiFi TP-Link Deco P9 eero Pro Netgear Orbi Voice Google WiFi (1. Gen.) Google Nest WiFi
Dedizierter WAN-Anschluss ja nein nein ja ja ja
Anzahl der LAN-Anschlüsse am Router/Satellit 4/1/2 0/2 1/2 3/2 1/2 1/0
WLAN-Standards 802.11a/b/g/n/ac (2,4 und 5 GHz), Dual-Band 802.11a/b/g/n/ac (2,4 und 5 GHz), Tri-Band 802.11a/b/g/n/ac (2,4 und 5 GHz), Dual-Band
Maximale Funkübertragungsrate 800 Mbit/s (2,4 GHz) + 1.733 Mbit (5 GHz) 300 Mbit/s (2,4 GHz) + 867 Mbit/s (5 GHz) 400 Mbit/s (2,4 GHz) + 867 Mbit/s (5 GHz) 300 Mbit/s (2,4 GHz) + 867 Mbit/s (5 GHz)
802.11k/v/r ja/ja/nein ja/ja/ja ja/ja/ja nein/nein/ja ja/ja/ja nein/nein/nein ja/ja/nein
Anzahl Router und Satelliten im Test 1+2 1+1 1+2 1+1
Router und Satellit identisch? nein ja ja nein ja nein
Besonderheiten Powerline mit 1.200 Mbit/s über 1260E, DECT und Telefonanlage (7590) Powerline mit 2.400 Mbit/s Powerline mit 1.000 Mbit/s Bluetooth 5.0 LE Access-Point ist Alexa-Lautsprecher, USB 2.0 am Router Bluetooth Access-Point ist Google-Assistant-Lautsprecher, Bluetooth

Keine externen Mesh-Komponenten integrierbar

An dem Umstand, dass sich ein Mesh-WLAN-System nur zwischen den kompatiblen AVM-Produkten aufspannen lässt, hat sich auch mit dem Fritz!Repeater 3000 nichts geändert. Keiner der offenen Mesh-Standards wird derzeit unterstützt.

Sehr einfache Inbetriebnahme

Auf die Einrichtung des Mesh-WLAN-Systems über die Fritz!Box wird an dieser Stelle nicht noch einmal genauer eingegangen, es sei abermals auf den ersten Test verwiesen. Der Fritz!Repeater 3000 wird genauso einfach in das Netzwerk integriert wie die anderen AVM-Produkte. Es reicht, den Repeater mit Strom zu versorgen, kurz zu warten, bis die LED langsam blinkt, um dann die Connect-Taste am Gerät und daraufhin an der Fritz!Box – je nach Modell alternativ die WPS-Taste – zu drücken. Die Komponenten tauschen daraufhin alle notwendigen Informationen und Einstellungen automatisch aus und der Repeater übernimmt die Einstellungen der Fritz!Box.

Sollte der initiale Einrichtungsprozess in der Nähe der Fritz!Box vorgenommen werden, kann der Repeater nun an seinem Bestimmungsort aufgestellt werden. Ein WLAN-LED-Symbol am Gerät gibt dabei Aufschluss über die Verbindungsqualität. Grün kennzeichnet eine gute Verbindung, Orange eine schwache. Blinkt die LED orange, ist das WLAN unterbrochen.

Im Test zeigte sich bei der Nutzung des Fritz!Repeater 3000 in Verbindung mit einer Fritz!Box 7490, dass immer zuerst die 2,4-GHz-Verbindung aufgebaut wurde und die 5-GHz-Verbindung durchaus ein paar Minuten benötigte, bis sie zwischen den Komponenten hergestellt war.

Nahtlose Integration in die Fritz!Box

Wie auch bei den anderen Komponenten werden Updates des Fritz!Repeaters 3000 automatisch eingespielt oder lassen sich über die Benutzeroberfläche der Fritz!Box starten. In diese integriert sich auch der Fritz!Repeater 3000 bei der grafischen Ansicht des Mesh-WLANs nahtlos, so dass der Nutzer zu jeder Zeit Einblick darin erhält, mit welcher Geschwindigkeit der Repeater über welche Frequenz eingebunden ist und welchen Weg der Datenverkehr im internen Netzwerk nimmt. Im Test war dies immer der direkte Weg vom Repeater zur Fritz!Box, ohne Umweg über einen auf halber Strecke zwischengeschalteten Fritz!Repeater 2400. Einen Einfluss darauf, welchen Weg die Daten nehmen, hat der Nutzer nicht. Er muss darauf vertrauen, dass das System selbst optimal wählt. Man kann es somit insbesondere nicht zu einer alternativen Route zwingen, wenn man selbst der Meinung ist, diese sei stabiler oder gar schneller. Probleme mit der vom System gewählten Route gab es im Test jedoch auch nicht.

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