Amazon Fire HD 8 (Plus) im Test: Display und SoC

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Michael Schäfer 53 Kommentare

Altes Display

Gegenüber dem Vorgänger hat sich in Sachen Display bei beiden Varianten nicht viel verändert. Der Bildschirm misst nach wie vor 8 Zoll und löst mit lediglich 1.280 × 800 Bildpunkten im 16:10-Format auf. Die Pixeldichte bleibt dadurch mit 189 ppi ebenfalls gleich. Die Anzahl der Pixel enttäuscht ein wenig, zumindest dem HD 8 Plus hätte Amazon eine höhere Auflösung spendieren können. Bei der normalen Variante geht sie für den aufgerufenen Preis dagegen in Ordnung.

Dass in beiden Tablets das gleiche Panel verbaut wurde, wird vor allem an der Helligkeit deutlich: Mit einem Durchschnittswert von 470 cd/m² beim HD 8 und 465 cd/m² beim HD 8 Plus liegen beide Varianten eng zusammen, die minimalen Unterschiede dürften den üblichen Fertigungstoleranzen zuzuschreiben sein. Damit liegen beide Tablets wiederum nur knapp unter dem Vorgänger, der eine Durchschnittshelligkeit von 477 cd/m² aufweist. Bei der Farbtemperatur sind beide Testaspiranten mit 6.680 K und 6.400 K erneut nicht weit voneinander entfernt, unterscheiden sich hier jedoch deutlich von der 2018er-Version, deren Darstellung mit 7.400 K deutlich kühler ausfällt.

Durch die hohe Leuchtkraft eignet sich das Tablet auch für den Einsatz außerhalb der eigenen vier Wände. In der prallen Sonne muss es dann bauartbedingt dennoch schnell die Segel streichen.

Die Farbdarstellung ist bei beiden Tablets gut, doch im Vergleich zur hochpreisigen Konkurrenz wirken die Farben erneut nicht ganz so knackig – ein Umstand, mit dem auch schon das Fire HD 10 zu kämpfen hatte. Das IPS-Panel sorgt für eine gute Blickwinkelstabilität. Erst bei einem spitzen Winkel flauen die Farben ab, Inhalte bleiben aber weiterhin gut erkennbar. Auch der Kontrast ist mit 1.468:1 beziehungsweise 1.453:1 zufriedenstellend.

Neues Innenleben

Nachdem Amazon bereits sein 10-Zoll-Tablet Ende des letzten Jahres technisch auf einen neueren Stand gebracht hat, folgt nun die 8-Zoll-Variante. Diese erhält jedoch nicht die Ausstattung des großen Bruders, sondern muss sich mit einem MT8168 aus dem Hause MediaTek zufriedengeben. Dieser verfügt wie der im Vorgänger verbaute MT8163 ebenfalls über vier Cortex-A53-Kerne, wird aber nicht mehr in einer Strukturbreite von 28 nm, sondern lediglich in 12 nm gefertigt. Dies erlaubt unter anderem eine Steigerung der Taktrate von 1,3 auf 2 GHz. In Kombination mit dem beim HD 8 leicht auf 2 GByte erhöhten und beim HD 8 Plus mit 3 GByte verdoppelten Arbeitsspeicher soll die Leistung beim neuen Tablet um rund 30 Prozent ansteigen.

Der Speicher für eigene Inhalte wurde von Amazon ebenfalls angehoben: Lag die Untergrenze beim Vorgänger noch bei 16 GByte, erhalten Nutzer in der kleinsten Ausführung nun 32 GByte. Die größere Variante bietet bei beiden Tablets 64 GByte Speicherplatz für eigene Inhalte. Weiterhin können Apps und andere Daten auf eine externe Speicherkarte verschoben werden, die nun bis zu 1 TByte fassen kann.

Auch mit Leistungszuwachs nur für Alltagsaufgaben geeignet

Die Messwerte zeigen deutlich, dass Amazon mit seiner Zuwachsangabe nicht übertrieben hat, obschon das Fire HD 8 und die Plus-Variante gleichermaßen nach wie vor in den Testergebnissen die hinteren Plätze belegen – auch deutlich abgeschlagen gegenüber dem Fire HD 10. Dennoch konnten in allen Disziplinen Steigerungen beobachtet werden. Manchmal nicht unbedingt die von Amazon propagierten 30 Prozent, an anderer Stelle haben sich dagegen die Werte verdoppelt. Interessant ist auch der Aspekt, dass der höhere Speicher des HD 8 Plus zumindest bei den Messwerten kaum eine Rolle spielt – die Unterschiede sind so gering, dass diesen die üblichen Messschwankungen zugrunde liegen können.

Auch wenn die Leistung beider Tablets im Vergleich zur Konkurrenz eher gering ausfällt, reicht diese für Alltagsaufgaben und Multimedia-Nutzung vollkommen aus. Beide Testaspiranten öffnen Apps zügig und reagieren auch sonst schnell. Zwar können sie nach wie vor der S-Klasse von Samsung oder einem iPad der Air- oder Pro-Serie nicht das Wasser reichen, aber das dürfte ohnehin nicht die Intention von Amazon gewesen sein.

Nur bedingt kontaktfreudig

In Sachen Konnektivität geben sich das HD 8 und das HD 8 Plus sehr knauserig. So werden in Sachen WLAN zwar die Standards 802.11a/b/g/n/ac unterstützt, im Gegensatz zum Fire HD 10 jedoch lediglich im in den meisten Fällen überfüllten 2,4-GHz-Band. Dafür verfügen die Neulinge nun über Bluetooth 5.0 LE, während sich Nutzer beim großen Bruder noch mit der Version 4.2 zufriedengeben müssen.

GPS ist auch bei der neuen Generation Mangelware, womit beide Tablets als etwas größere Navigationsgeräte ausscheiden.

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