Amazon Fire HD 8 (Plus) im Test: Laufzeit, Multimedia und Kamera

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Michael Schäfer 53 Kommentare

Kleiner Dauerläufer

Noch deutlicher als der Leistungszuwachs fällt beim HD 8 und HD 8 Plus gegenüber dem Vorgänger die Steigerung der Laufzeiten aus, womit auch das Fire HD 10 in den Schatten gestellt wird. Neben weiteren Optimierungen wird alleine über die Verringerung der Strukturbreite beim SoC gezeigt, welche Möglichkeiten entstehen, um den Energieverbrauch zu senken – und das trotz Erhöhung des CPU-Taktes.

Kam die 2018er-Variante des HD 8 im YouTube-Akkutest auf eine Laufzeit von knapp über 9 Stunden und in der Nutzungssimulation von PCMark nicht einmal auf 7 Stunden, hat sich die Zeit unter YouTube mit knapp 17 und 12,5 Stunden fast verdoppelt. Bei der Videowiedergabe konnte das HD 8 den großen Bruder HD 10 sogar um mehr als 3 Stunden übertreffen. Damit sind Anwender in Sachen Videowiedergabe auch bei längeren Reisen mit dem HD 8 (Plus) gut gerüstet.

Kabelloses Laden nach Standard

Das optional oder im Bundle erhältliche Lade-Dock erfüllt den Qi-Standard, womit sich nicht nur das HD 8 Plus, sondern auch andere Mobilgeräte, die ebenfalls die Technologie unterstützen, kabellos laden lassen. Das funktionierte im Test mit einem iPhone 11 ohne Probleme. Gleichzeitig lässt sich das HD 8 Plus an jedem anderen Qi-Charger laden.

Mit dem Ständer lässt sich das Fire HD 8 Plus auch kabellos aufladen
Mit dem Ständer lässt sich das Fire HD 8 Plus auch kabellos aufladen

Multimedia

Dass die Fire-Tablets von Amazon vor allem auf den Medienkonsum ausgelegt sind, sollte nicht überraschen. Und hier dürften auch das HD 8 und das HD 8 Plus ihre Nutzer zufriedenstellen. Im Gegensatz zum großen Bruder HD 10, der mit dem größeren Display natürlich gerade bei Filmen seine Qualitäten ausspielt, kann das HD 8 in Sachen Mobilität überzeugen. Zwar muss an dieser Stelle zumindest bei der Plus-Variante die geringe Auflösung erneut kritisiert werden, doch gerade unterwegs spielt sie über die lange Laufleistung ihre Karten aus. Lediglich die Farben hätten für die Filmwiedergabe knackiger ausfallen können.

Die Qi-Ladestation kann auch andere Geräte kabellos laden
Die Qi-Ladestation kann auch andere Geräte kabellos laden

Dass Tablets in dieser Preisklasse alle Medienformate und Videos im H.264- und H.265-Standard abspielen, gehört dieser Tage zur Normalität. Da machen auch die Neulinge keine Ausnahme. Für Amazon Prime Video, Netflix und Disney+ ist das HD 8 ebenfalls gut vorbereitet.

Bei 3D-Spielen ist der Leistungszuwachs im direkten Vergleich deutlich erkennbar, auch wenn gegenüber höherpreisigen Vertretern oftmals mit deutlich geringeren Details vorliebgenommen werden muss. Bei reinen Gelegenheitsspielen sind hingegen kaum Verbesserungen zu bemerken, diese funktionieren auch auf geringerer Basis bereits gut.

Die Hülle für das Fire HD 8 kann auch als Ständer dienen
Die Hülle für das Fire HD 8 kann auch als Ständer dienen

Sowohl bei Filmen wie auch Spielen bieten die integrierten Lautsprecher nur eine normale Klanguntermalung ohne Highlights. Diese reichen aus, um mal den einen oder anderen Videoclip zu schauen oder ein Spiel zu spielen – für mehr sollte entweder auf einen externen Lautsprecher oder einen Kopfhörer zurückgegriffen werden. Dolby Atmos oder andere Optimierungen werden vergebens gesucht, sollten in der Preisklasse aber ohnehin nicht erwartet werden.

Kamera

Die Kamera hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht verändert und wird von Amazon nach wie vor stark vernachlässigt. Zwar werden die wenigsten Nutzer mit ihrem Tablet losziehen, um in der freien Natur Bilder zu machen. Alleine für Video-Chats oder das Einscannen von Dokumenten könnte die Auflösung jedoch etwas höher als die gelieferten 2 Megapixel ausfallen.

Die Kamera des HD 8 wird nur geringen Ansprüchen gerecht
Die Kamera des HD 8 wird nur geringen Ansprüchen gerecht

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Bilder nach wie vor lediglich mit einer Auflösung von 1.600 × 1.200 Pixeln und Videos in höchstens 720p aufgenommen werden. Die Qualität der Aufnahme ist dabei sehr durchwachsen. Die Farben erscheinen flau und auch die Auflösung kommt in den Feinheiten schnell an ihre Grenzen. Für einen gelegentlichen Schnappschuss von Dokumenten ist die Basis sicherlich ausreichend, zur Archivierung für die Ewigkeit eignen sich diese Aufnahmen jedoch weniger. Für solche Szenarien sollte dann doch direkt zu einer höherwertigen Kamera gegriffen werden.

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