Iris Xe Graphics: iGPU von Intel Tiger Lake mit 768 Shadern gesichtet

Michael Günsch 58 Kommentare
Iris Xe Graphics: iGPU von Intel Tiger Lake mit 768 Shadern gesichtet

Intels kommende Prozessorgeneration Tiger Lake wird mit einer integrierten Grafikeinheit auf Basis der neuen Xe-Architektur ausgestattet sein. Ein Eintrag in der Benchmark-Datenbank von SiSoftware liefert neue Hinweise zu den Spezifikationen sowie den Produktnamen: Iris Xe Graphics.

Tiger Lake mit Iris Xe GPU

Bei den integrierten GPUs (iGPU) hat Intel schon oft den Namen „Iris“, „Iris Pro“ oder „Iris Plus“ für besonders schnelle Varianten verwendet. Bei Tiger Lake könnte es laut dem Eintrag „Iris Xe“ werden, womit der neuen Xe-Architektur Rechnung getragen wird. Abseits des Namens liefert die Datenbank auch einen Hinweis auf die Recheneinheiten: „96C“ weist auf 96 Ausführungseinheiten hin, die mit insgesamt 768 Shader-Einheiten aufwarten („768SP“).

Diese Konfiguration entspricht der Anfang des Jahres an Entwickler ausgelieferten Variante DG1 SGV, die allerdings als eigenständige Grafikkarte umgesetzt wurde. Der Eintrag nennt überdies eine Taktrate von 1,3 GHz und 1 MB L2-Cache. Die 6,3 GB Arbeitsspeicher müssen vom System-RAM abgezweigt sein. Das getestete Gerät wird als „Intel Tiger Lake Client Platform“ betitelt. Konkret soll es sich um Tiger Lake-U für kompakte Notebooks handeln.

Laut bisher unbestätigten, aber plausibel anmutenden Informationen ist Tiger Lake-U sowohl in Varianten mit 15 Watt TDP als auch mit 28 Watt TDP zu erwarten. Verschiedene Ausbaustufen bei der Xe-GPU der Gen 12 sind dabei wahrscheinlich, wobei die 96 Ausführungseinheiten das Maximum darstellen dürften. Beim Vorgänger Ice Lake sind es bis zu 64 Einheiten (Iris Plus), die aber noch auf der älteren GPU-Architektur (Gen 11) basieren. Beim CPU-Teil setzt Intel auf neue Willow-Cove-Kerne. Bisher gibt es keine Hinweise, dass Intel die Zahl der CPU-Kerne gegenüber Ice Lake-U erhöhen wird, sodass erneut mit maximal vier CPU-Kernen zu rechnen ist, während AMD bei Ryzen 4000U (Renoir) auf acht Kerne erhöht hatte.

Bei Anwendungen, die von vielen Kernen profitieren, dürfte es Intel Tiger Lake-U gegen AMD Renoir entsprechend schwer haben. Doch der viele Jahre währende Rückstand bei der Leistung der integrierten Grafikeinheit könnte mit Iris Xe aufgeholt werden. In diese Richtung hatte ein Eintrag in einer anderen Benchmark-Datenbank gedeutet: Im 3DMark 11 schlug ein bisher nicht bestätigter Intel Core i7-1165G7 (mutmaßlich Tiger Lake-U) den AMD Ryzen R7 4800U (Renoir) in manchem Grafiktest sogar deutlich.

Allerdings wird sich Tiger Lake, dessen Marktstart frühestens zum Weihnachtsgeschäft 2020 erwartet wird, schon bald mit neuer Konkurrenz messen müssen: Für Anfang 2021 wird mit der Vorstellung des Renoir-Nachfolgers Cezanne in der Serie Ryzen 5000 für Notebooks gerechnet. Nach letzten Gerüchten soll Cezanne neue Zen-3-Kerne mit einer überarbeiteten Vega-GPU kombinieren.