APU-Gerüchte: AMD Cezanne mit Vega, Rembrandt mit RDNA 2

Michael Günsch 133 Kommentare
APU-Gerüchte: AMD Cezanne mit Vega, Rembrandt mit RDNA 2

Während bei den dedizierten Radeon-Grafikkarten inzwischen die Navi-GPUs das Ruder übernommen haben, setzt AMD bei Prozessoren immer noch auf die ältere Vega-Generation, wie es auch bei den aktuellen Renoir-APUs der Fall ist. Laut Gerüchten wird auch der Renoir-Nachfolger Cezanne eine integrierte Vega-GPU nutzen.

Über diese sowie weitere bisher nicht bestätigte Informationen zu kommenden AMD-Produkten berichtet die Website Igor's Lab und beruft sich auf mehrere anonyme Quellen sowie Auszüge aus mutmaßlichen internen Dokumenten zur Validierung der AMD-Prozessoren.

Ryzen-5000-APU (Cezanne) mit erneutem Vega-Aufguss?

Demzufolge verfügt die Cezanne-APU im frühen A0-Stepping über eine integrierte Grafikeinheit der Vega-Familie, Vega 20 ist hier als Codename zu verstehen und ist keinesfalls mit der Vega-20-GPU der Radeon VII (Test) gleichzusetzen. Bei Renoir war analog von Vega 10 im Treibercode die Rede.

Dass AMD bei den für nächstes Jahr in der Serie Ryzen 5000 erwarteten Cezanne-APUs erneut der älteren Vega-Generation mit GCN-Architektur den Vorzug gibt und nicht auf eine neuere Navi-GPU mit RDNA-Architektur setzt, wäre angesichts Renoir (Ryzen 4000) gar nicht so abwegig. Denn bei Renoir (Titelfoto) überraschte AMD mit einer enormen Effizienzsteigerung der Vega-Einheit, die nicht nur wesentlich mehr Rechenleistung pro Compute-Unit (CU), sondern auch höhere Taktraten mit sich bringt. Die Enttäuschung vieler, dass bei Renoir entgegen vorheriger Erwartungen noch keine Navi-Technik genutzt wird, war damit schnell verflogen. In Tests der bisher nur in Notebooks verfügbaren Renoir-APUs zeigt sich, dass die optimierte Vega-GPU mehr als genug Leistung mitbringt, um auch Intels Ice Lake auf Distanz zu halten.

AMD Cezanne wird sich allerdings bereits mit Intel Tiger Lake messen müssen, die laut frühen Benchmarks Renoir bei der GPU-Leistung sogar leicht übertreffen könnten. Ein weiteres Vega-Update mit optimierter Fertigung würde allerdings womöglich reichen, um Tiger Lake in Schach zu halten.

Nach bisherigem Schema ist zu erwarten, dass Cezanne zunächst als Ryzen 5000 für Notebooks (U-Serie und H-Serie) nächstes Jahr den Anfang machen wird. Eine Ankündigung zur CES 2021 wäre keine Überraschung.

Van Gogh für günstige Notebooks mit Navi-GPU

Eine Leistungsklasse tiefer bedient AMD Budget-Notebooks in diesem Jahr mit den Dali-APUs, die als Athlon Gold und Athlon Silver auch namentlich mit Intels Pentium-Lösungen konkurrieren – im Preisbereich unter 500 Euro. Dort steht als Nachfolger Van Gogh auf dem Plan, für den bereits zuvor Hinweise auf den Einsatz einer Navi-GPU aufgetaucht waren. In dem Igor's Lab vorliegenden Auszug eines Dokuments ist jetzt vom Codenamen Navi 21 die Rede, was die Vermutung um den Einsatz der RDNA-Architektur bei Van Gogh bekräftigt.

Rembrandt mit Sprung auf RDNA 2

Frühestens im Jahr 2022 wird mit Rembrandt der Nachfolger von Cezanne für Desktop- und Notebook-APUs erwartet. Neben dem Wechsel auf die Zen-3-Architektur soll dann auch Navi in die Mainstream-APUs von AMD Einzug halten. Dabei soll es sich gleich um die RDNA-2-Architektur handeln, die dieses Jahr ihr Debüt in Radeon-Grafikkarten mit „Big Navi“ sowie PlayStation 5 und Xbox Series X geben wird.

Vermeer nähert sich Marktreife

Abseits der APUs mit integriertem Grafikchip steht mit Vermeer ein neuer Vertreter der reinen AMD-CPUs in den Startlöchern, die im späteren Jahresverlauf in der Familie Ryzen 4000 erwartet werden. Laut den Quellen von Igor's Lab liege Vermeer bereits im B0-Stepping vor, werde validiert und sei „damit faktisch auch reif für die Massenproduktion“. Doch sei unklar, ob der Prozess bereits bis hin zum Packaging fortgeschritten ist.

Gerüchten um eine Verschiebung von Vermeer auf das Jahr 2021 hatte AMD im April einen Riegel vorgeschoben und bekräftigt, dass die CPUs mit Zen-3-Architektur wie geplant gegen Ende 2020 erscheinen werden. Ebenso entkräftet wurde jüngst ein Gerücht, dass Vermeer bereits die 5-nm-Fertigung nutzt: AMD spricht jedoch wie gehabt von einem 7-nm-Prozess für Zen 3.

CPU-Roadmap
CPU-Roadmap (Bild: AMD)