WD Ultrastar DC HC550: Die erste 18-TB-HDD mit EAMR ist verfügbar

Michael Günsch 101 Kommentare
WD Ultrastar DC HC550: Die erste 18-TB-HDD mit EAMR ist verfügbar
Bild: Western Digital

Die erste Festplatte mit 18 TB Speicherplatz ist im Handel verfügbar. Es handelt sich um das Enterprise-Modell Ultrastar DC HC550 von Western Digital, das mit SATA- oder SAS-Anschluss angeboten wird. Für eine Datendichte von rund 1 Terabit pro Quadratzoll setzt der Hersteller auf CMR und Energy Assisted Magnetic Recording.

Erste Server-Festplatte mit 18 TB ohne SMR

Die Ultrastar DC HC550 mit 18 TB hatte Western Digital bereits vergangenen September angekündigt. Anders als erwartet kommt dabei noch kein Microwave-Assisted Magnetic Recording (MAMR) zur Steigerung der Datendichte zum Einsatz. Stattdessen wird eine andere Form von Energy Assisted Magnetic Recording (EAMR) verwendet, zu der Western Digital aber bis heute keine technischen Details verraten hat. Die Datenspuren liegen bei diesem Modell nebeneinander, was dem herkömmlichen Verfahren (Conventional Magnetic Recording, CMR) entspricht. Es soll aber noch die Ultrastar DC HC650 mit 20 TB folgen, bei der Shingled Magnetic Recording (SMR) mit überlappenden Spuren und den damit verbundenen Nachteilen beim Wiederbeschreiben eingesetzt wird.

Neun 2-TB-Platter und EAMR

Im Datenblatt (PDF) zur Ultrastar DC HC550 wird eine Datendichte von bis zu 1.022 Gigabit pro Quadratzoll für die 18-TB-Modelle genannt. Es kommen neun Magnetscheiben (Platter) zum Einsatz, die somit je 2 TB Speicherplatz bieten. Bei einer Rotationsgeschwindigkeit von 7.200 U/min soll die Datentransferrate 257 MiB/s erreichen, was umgerechnet fast 270 MB/s entspricht. Der Cache der 3,5-Zoll-HDDs fällt mit 512 MB relativ groß aus. Die Auslegung auf einen Dauerbetrieb und 550 TB übertragene Daten pro Jahr bei fünf Jahren Garantie entsprechen dem Üblichen bei Server-HDDs der Oberklasse.

Western Digital spricht von der ersten HDD der Branche, die Energy Assisted Magnetic Recording nutzt. Da augenscheinlich weder Mikrowellen (MAMR) noch Laser (HAMR) zum Einsatz kommen, bleibt aber weiterhin unklar, was sich dahinter verbirgt. Kombiniert wird die EAMR-Technik mit einem Triple-Stage-Actuator für höhere Präzision bei der Ausrichtung der Köpfe, was ebenfalls eine Premiere darstelle. Die Technik Two-Dimensional Magnetic Recording (TDMR) und ein mit Helium versiegeltes Gehäuse sind wiederum keine Neuheiten.

Es ist stark davon auszugehen, dass ähnliche Technik auch in der vor kurzem im Handel aufgetauchten WD Gold mit 18 TB steckt.

Preis und Verfügbarkeit

Erste Händler in Deutschland rufen Preise ab rund 630 Euro für die Ultrastar DC HC550 mit SAS-Anschluss auf, die teils schon direkt lieferbar ist. Für die SATA-Variante gilt dies zur Stunde noch nicht. Der Aufpreis gegenüber Modellen mit 16 TB ist hoch. Bei hoher Stückzahl im Rechenzentrum kann sich der Einsatz aber lohnen, da für die gleiche Speicherkapazität weniger Laufwerke und somit weniger Platz und Energie benötigt wird. SSDs gibt es bereits mit Speicherkapazitäten von 30 TB und mehr, sind aber bei hohem Leistungsvorteil erheblich teurer.

Auch bei Seagate und bei Toshiba stehen 18 TB für die nahe Zukunft auf der Roadmap. Seagate will bekanntlich HAMR mit Lasertechnik einsetzen. Bei Toshiba war wie bei Western Digital zunächst von MAMR die Rede, doch zuletzt sprach das Unternehmen nur noch von Energy Assisted Magnetic Recording.

Update 08.07.2020 16:14 Uhr

Western Digital hat jetzt die Verfügbarkeit der Ultrastar DC HC550 mit 16 TB und 18 TB sowie der WD Gold mit 16 TB und 18 TB offiziell bekannt gegeben. Die Ultrastar DC HC650 mit 20 TB und SMR-Technik wird voraussichtlich im nächsten Quartal folgen.