Ryzen 5 4650G und 4750G im Test: AMDs Renoir-APU macht schnellen CPUs Beine

Volker Rißka
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Ryzen 5 4650G und 4750G im Test: AMDs Renoir-APU macht schnellen CPUs Beine

tl;dr: AMDs neue APU-Architektur Renoir betritt nach dem Notebook mit einem Paukenschlag die Desktop-Bühne: Das neue Flaggschiff Ryzen 7 4750G bietet im Test bis zu 150 Prozent mehr CPU-Leistung als der Vorgänger. Das überstrahlt die im Verhältnis dazu schwache Grafikeinheit bei weitem.

Auf die neuen Renoir-APUs für Desktop-PC der Serie Ryzen 4000G wurde seit der Vorstellung zu Beginn des Jahres im Notebook-Bereich (Ryzen 4000U/H) gewartet. Denn der technische Fortschritt in diesem Segment von Ryzen 3000 auf Ryzen 4000 ist ein Quantensprung: Die doppelte Anzahl Kerne trifft Zen 2 und die moderne 7-nm-Fertigung.

AMD weiß um die Stärke der neuen Modelle und das Problem, das sich daraus ergibt: Im klassischen Selbstbau-PC-Umfeld des Desktops macht sich der Hersteller mit den neuen APUs direkt selbst Konkurrenz – das beweisen die Benchmarks im späteren Verlauf des Tests. Also bekommen OEMs und Systemhersteller zuerst Ware, die Pro-Variante ist ganz speziell für das Unternehmensumfeld ausgelegt.

AMD Renoir im Desktop bei 65 Watt
Kerne/Threads CPU-Takt (Basis/max. Turbo) Cache GPU-Einheiten (CU) GPU-Takt TDP
AMD Ryzen 7 Pro 4750G 8/16 3,6/4,4 GHz 12 MB 8 2.100 MHz 65 W
AMD Ryzen 7 4700G 8/16 3,6/4,4 GHz 12 MB 8 2.100 MHz 65 W
AMD Ryzen 5 Pro 4650G 6/12 3,7/4,2 GHz 11 MB 7 1.900 MHz 65 W
AMD Ryzen 5 4600G 6/12 3,7/4,2 GHz 11 MB 7 1.900 MHz 65 W
AMD Ryzen 3 Pro 4350G 4/8 3,8/4,0 GHz 6 MB 6 1.700 MHz 65 W
AMD Ryzen 3 4300G 4/8 3,8/4,0 GHz 6 MB 6 1.700 MHz 65 W

Ob Pro oder Non-Pro ist für den Privatanwender am Ende hingegen selten relevant, denn unter der Haube sind die CPUs gleich. Die neuen APUs bieten fortan Unterstützung für DDR4-3200, das ist ein kleiner Sprung von bisherigen DDR4-2933 der Picasso-Generation im Desktop (im Notebook waren es DDR4-2400 auf DDR4-3200). Die immer integrierte Vega-Grafik wird je nach Modell über die Anzahl der Compute Units (CU) leicht abgestuft und zusätzlich über den Takt differenziert.

Im Gros ist das alles seit rund einem halben Jahr aus dem Notebook bekannt, deshalb erfolgt an dieser Stelle der Verweis auf die umfangreiche Berichterstattung, angeführt vom ComputerBase-Bericht „Renoir“: Die Technik hinter AMDs erster 7-nm-APU erklärt. Aber auch der Artikel AMD Ryzen 9 4900HS im Test: Renoir im Asus Zephyrus G14 ist ein Riesenschritt bietet viele weiterführende Informationen und Benchmarks der H-Serie mit 45 Watt aus dem Notebook.

Ryzen Pro „Renoir“ ist für Business-PCs: Der Arlt Mr. Whisper

Ryzen Pro gibt es offiziell nicht frei verfügbar im Handel, wenngleich es die Lösungen hier und da auch als Tray-Varianten auf so manche Ladentheke schaffen dürften. Offiziell sind die Pro-Modelle nur für OEMs und Systemintegratoren gedacht, Shops, die ihre eigene PC-Linie anbieten, stehen ganz vorn. Arlt gehört dazu und stellte ComputerBase in Kooperation mit AMD das Testsystem zur Verfügung.

ARLT Mr. Whisper mit AMD Renoir
ARLT Mr. Whisper mit AMD Renoir

Für 699 Euro bekommt der Kunde mit dem „Arlt Mr. Whisper / AMD Ryzen 5 Pro for Business / 8GB / PCIe 4.0 SSD / Radeon Vega 8“ ein komplettes System mit AMD Ryzen 5 Pro 4650G, 8 GByte DDR4-3200, 512 GByte PCIe-SSD, alles installiert auf einem Asus-B550-Board, verstaut in einem be quiet!-Gehäuse.

Die Aufpreise im Shop sind fair, vor allem für die naheliegenden Anpassungen. Zusätzliche 8 GByte RAM kosten 30 Euro, eine 2 TByte große Festplatte als Datengrab 55 Euro. Der teuerste zusätzliche Posten ist die Windows-Lizenz und, wenn benötigt, eine diskrete Grafikkarte. Doch um diese geht es in diesem Test nicht, die APU steht im Vordergrund. Alternativ zum verbauten AMD Ryzen 5 Pro 4650G gibt es auch den AMD Ryzen 7 Pro 4750G zur Auswahl.

Als Aufrüst-Kit eine günstigere Option

Arlt will sich wie so manch anderer Shop trotz AMDs Zielen einem potentiellen Renoir-Kundenkreis nicht verschließen. Und so bietet der Händler beispielsweise die besagten CPUs als Aufrüst-Kit bestehend aus B550-Mainboard, 16 GByte RAM und Ryzen 5 Pro 4650G respektive Ryzen 7 Pro 4750G mit passendem Kühler für 365 Euro beziehungsweise 531 Euro an.

Die kleinste Variante mit Ryzen 3 Pro 4350G und nur 8 GByte RAM gibt es ab 293 Euro – der Griff zum leicht teureren Bundle lohnt hier durch doppelt so viel und schnelleren RAM und die deutlich stärkere CPU am Ende doppelt.

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