Corsair 4000D Airflow im Test: Testergebnisse

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Valentin Karnehm 94 Kommentare

Testmethodik und Testsystem

Für den Test, der mit dem Corsair 4000D und dem 4000D Airflow durchgeführt wurde, wurden die zwei im Lieferumfang enthaltenen und in der Front vorinstallierten Lüfter an ihrem Platz belassen. Als AiO-Wasserkühlung wurde eine Corsair Hydro H100i Platinum 240 mm verwendet, die die CPU, einen Ryzen 7 2700X, kühlt. Die AiO-Wasserkühlung befindet sich im Deckel, die Lüfter selbiger befördern die Luft im Testaufbau von unten nach oben aus dem Gehäuse.

Aus Gründen der Vergleichbarkeit zu anderen kürzlich erschienenen Gehäusetests auf ComputerBase wurde mit der gleichen Hardware wie üblich getestet.

Verwendetes Messsystem
Komponente
CPU Ryzen 7 2700X
Mainboard MSI Gaming M7 AC X470
Arbeitsspeicher G.Skill TridentZ DDR4-3200
Grafikkarte Gigabyte GeForce RTX 2070 Mini ITX 8G
CPU-Kühler Corsair Hydro H100i Platinum 240 mm
Netzteil Corsair CX650M
Lüfter 2 x 120-mm-Frontlüfter („Corsair AirGuide Fans“)
Datenträger SanDisk Ultra SSD (256 GB)

Die Lautstärke wurde im Abstand von einem Meter zur Gehäusewand aufseiten der Grafikkarte gemessen. Der Geräuschpegel ohne aktive Geräuschquellen im Raum lag bei 28 dB. Die Skalierung der Einheit Dezibel (dB) erfolgt logarithmisch. Das bedeutet, dass eine Steigerung von 10 dB für das menschliche Empfinden etwa einer Verdopplung der Lautstärke entspricht.

Temperaturen und Lautstärke im direkten Vergleich mit denen des Pure Base 500DX

Sowohl bei der Lautstärke als auch bei der Temperatur wird als Vergleich das ebenfalls kürzlich bei ComputerBase getestete Pure Base 500DX vom Hersteller be quiet! herangezogen. Bis auf das Mainboard wurde die identische Hardware zum Testen verwendet. Diese wurde relativ leistungshungrig ausgewählt, um das Gehäuse an seine Grenzen zu bringen. Der verwendete CPU-Kühler Corsair Hydro H100i Platinum 240 mm schafft es ohne Mühe, auch unabhängig von der guten Durchlüftung des Gehäuses, den verbauten Ryzen 7 2700X mit einer TDP von 105 W unter Volllast zu bändigen. Der im Desktop mit potenter Kühlung immer mögliche Multi-Core-Turbo von 4,3 GHz wird auch im Extremszenario Prime95 dauerhaft erreicht.

Die verwendete Grafikkarte, eine Gigabyte GeForce RTX 2070 Mini ITX 8G, ist trotz ihrer geringen Größe erstaunlich leistungsfähig. Die Taktraten unter Dauerlast lagen im Test mit 1.725 bis 1.875 MHz im Rahmen der Erwartungen. Das Corsair 4000 bietet andererseits in allen Varianten mehr als ausreichend Platz für eine deutlich größere und damit auch noch leistungsfähigere und leisere Grafikkarte.

Für den Test wurden die Betriebspunkte Idle (also ohne Last auf dem Windows Desktop), Office und YouTube, „Fordernde Last“ im Spiel Shadow of the Tomb Raider sowie „Synthetische Last“ unter Prime95 und 3DMark ausgewählt. Die Raumtemperatur lag zum Zeitpunkt des Tests bei 25 °C.

Temperatur

Im Idle und Office-Betrieb liegen die Temperaturen der GPU bei ca. 38 °C. Geschuldet ist dies dem Zero-Fan-Mode der Grafikkarte. Das Pure Base 500DX zeigt hier mit 39 °C ein ähnliches Verhalten. Hinsichtlich der Temperaturen der CPU liefert das Corsair 4000 eine gute Leistung. Unter Prime95 und 3DMark ist die Maximaltemperatur des Prozessors mit rund 59,8 und 56,6 °C in einem ähnlichen Bereich wie die Temperatur des Pure Base 500DX. Im Spiel Shadow of the Tomb Raider gibt es eine echte Überraschung: Die CPU im Corsair 4000D und 4000D Airflow verweilt dauerhaft bei kühlen circa 40 °C und damit etwa 10 °C unter denen des Pure Base 500DX. Die Spielszene war allerdings nicht die gleiche, was die auffallend niedrige Prozessortemperatur erklären könnte.

Bei der Temperatur der Grafikkarte liefern sich die drei Gehäuse ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Idle zeigen sich hier fast keine Unterschiede, beide Varianten des Corsair 4000 liegen ein Grad unter dem Pure Base 500DX. Auch unter Last zeigen sich kaum Unterschiede, die Varianten des Corsair 4000 und das Pure Base 500DX sind mit 64 und 65 °C eng beieinander. Im Spiel Shadow of the Tomb Raider zeigt sich das gleiche Bild: Die Varianten des Corsair 4000 liegen bei 65 °C, das Pure Base 500DX hingegen ist um 1 °C kühler. Die Temperaturwerte in beiden Gehäusen sind allerdings weit unterhalb des kritischen Bereichs. Auch eine deutlich leistungshungrigere Hardware sollte daher keine Probleme darstellen.

Temperaturen
Einheit: °C
  • Leerlauf PB 500DX:
    • GPU
      39,0
    • CPU
      33,9
  • Leerlauf 4000D:
    • GPU
      38,0
    • CPU
      33,2
  • Leerlauf 4000D Airflow:
    • GPU
      38,0
    • CPU
      33,2
  • Last PB 500DX:
    • GPU (Shadow of the Tomb Raider)
      66,0
    • CPU (Shadow of the Tomb Raider)
      50,4
    • GPU Prime95+3DMark
      64,0
    • CPU Prime95+3DMark
      58,9
  • Last 4000D:
    • GPU (Shadow of the Tomb Raider)
      67,0
    • CPU (Shadow of the Tomb Raider)
      40,0
    • GPU Prime95+3DMark
      65,0
    • CPU Prime95+3DMark
      59,8
  • Last 4000D Airflow:
    • GPU (Shadow of the Tomb Raider)
      66,0
    • CPU (Shadow of the Tomb Raider)
      40,8
    • GPU Prime95+3DMark
      65,0
    • CPU Prime95+3DMark
      56,6

Temperaturen mit geschlossener Front

Erstaunlich ist einzig, dass die Auswahl der Front, ob mit Mesh oder geschlossen, kaum einen Unterschied bei den Temperaturen zu machen scheint. Das lässt verschiedene Schlüsse zu:

  1. Auch die geschlossene Front lässt bereits ausreichend Luft an der Seite in das Gehäuse. Der Spalt ist ringsherum immerhin etwa einen Zentimeter groß.
  2. Das Mesh ist deutlich zu fein, was den Airflow ähnlich behindert wie eine geschlossene Front. Dagegen spricht, dass beide Varianten gut mit dem wohlbelüfteten Pure Base 500DX mithalten können.
  3. Der einzige verbaute Frontlüfter ist für den Airflow im Gehäuse faktisch unerheblich. Die Belüftung läuft in erster Linie über den Hecklüfter und die Lüfter der AiO-Wasserkühlung im Deckel.

Lautstärke

Beide Gehäuse verfügen über eine Seite aus Temperglas aufseiten der Grafikkarte, auf der die Lautstärke gemessen wird. Der Lautstärke in beiden Gehäusen kommt im Leerlauf außerdem zugute, dass die Grafikkarte einen Idle-Modus besitzt. Dieser schaltet den Lüfter komplett ab, wenn die Temperatur der GPU unter 55 °C verweilt oder fällt. Im Idle stellt die AiO-Wasserkühlung mit ihrer Pumpe daher die Hauptgeräuschquelle dar. Die Pumpe ist im Idle tatsächlich aus dem Corsair 4000D und 4000D Airflow herauszuhören, es resultieren 30,4 dB. Beim Pure Base 500DX ist sie mit 31 dB ähnlich laut. Damit befindet sich die Lautstärke des Systems im Idle sowie auch im Office-Betrieb oder in YouTube bei beiden Gehäusen im nicht störenden Bereich. Die Gehäuselüfter des Corsair 4000D hört man nicht über die restlichen Komponenten des Systems hinaus. Am lautesten ist in allen drei getesteten Modellen die Pumpe der AiO-Wasserkühlung.

Unter Last hingegen, gleich ob synthetisch oder in Spielen, übertönt die Grafikkarte in beiden Gehäusen die restliche Hardware deutlich. Im Pure Base 500DX schlägt sie mit bis zu 40,7 dB zu Buche, im Corsair 4000D Airflow mit 42 dB, in der geschlossenen Variante sogar mit bis zu 44 dB. In allen drei Probanden, vor allem aber beim Corsair 4000D, ist die Grafikkarte unter Last störend laut.

Lautstärke
Einheit: dB(A)
  • Maximalwerte PB 500DX:
    • Idle
      31,0
    • Prime95+3DMark
      38,4
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      40,7
  • Maximalwerte 4000D:
    • Idle
      30,5
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      42,8
    • Prime95+3DMark
      44,0
  • Maximalwerte 4000D Airflow:
    • Idle
      30,4
    • Prime95+3DMark
      41,8
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      42,0
  • Durchschnittswerte PB 500DX:
    • Idle
      31,0
    • Prime95+3DMark
      37,8
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      40,4
  • Durchschnittswerte 4000D:
    • Idle
      30,4
    • Prime95+3DMark
      42,4
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      42,5
  • Durchschnittswerte 4000D Airflow:
    • Idle
      30,3
    • Prime95+3DMark
      40,4
    • Spiele (Shadow of the Tomb Raider)
      40,8

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