8 vs. 16 vs. 32 GB RAM: So viel Arbeitsspeicher benötigen aktuelle Spiele

Wolfgang Andermahr
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8 vs. 16 vs. 32 GB RAM: So viel Arbeitsspeicher benötigen aktuelle Spiele

8 GB, 16 GB und 32 GB – das sind die aktuell gängigsten RAM-Kapazitäten, die in Gaming-PCs vertreten sind. Doch welchen Einfluss hat der RAM auf FPS, Frametimes und Ladezeiten überhaupt? Im Test zeigt sich, dass 16 GB derzeit fast immer ausreichend sind, aber 32 GB können kleine Vorteile bringen.

VRAM auf Grafikkarten ist immer ein Kaufkriterium. Ein flotter Gaming-PC benötigt aber natürlich ebenso den richtigen Arbeitsspeicher. Doch was ist richtig? Spätestens seit dem großen Tuning-Potenzial bei den Ryzen-CPUs der ersten Generation ist das Thema RAM in aller Munde. Allerdings geht es diesbezüglich eigentlich immer nur um Taktraten, Timings und Latenzen. Nicht geklärt ist damit die Frage, wie groß der Arbeitsspeicher eigentlich sein muss, um die maximale Leistung in Spielen zu erhalten.

Dieser Test widmet sich genau diesem Thema und behandelt mit 8 GB auch noch „ältere“ Systeme, während 16 GB und 32 GB aktuelle Gaming-Rechner ansprechen. Im Fokus stehen dabei neben den klassischen Metriken wie Durchschnitts- und Perzentil-FPS auch die Ladezeiten – denn auf diese hat der Arbeitsspeicher einen nicht gerade geringen Einfluss.

Wie viel Arbeitsspeicher hat der Desktop-PC?
  • Vier Gigabyte oder weniger – 1,7 %, 1,2 %, 0,6 %
    0,3 %
  • Mehr als vier bis acht Gigabyte – 19,3 %, 13,5 %, 7,4 %
    4,5 %
  • Mehr als acht bis 16 Gigabyte – 59,7 %, 63,1 %, 50,2 %
    39,0 %
  • Mehr als 16 bis 32 Gigabyte – neu
    43,8 %
  • Mehr als 32 bis 64 Gigabyte – neu
    10,9 %
  • Mehr als 64 bis 128 Gigabyte – neu
    1,2 %
  • Mehr als 128 GB – neu
    0,3 %

Welche Speichergrößen und -arten werden verglichen?

Speichergrößen miteinander zu vergleichen, ist gar nicht so einfach. Zumindest, wenn es wirklich nur um die Kapazität gehen und andere Faktoren einen möglichst geringen Einfluss haben sollen. Hier sei direkt angemerkt, dass trotz des Versuchs der Redaktion, den Einfluss von Bandbreite und Latenzen auf die Testergebnisse so weit wie möglich zu reduzieren, das nicht gänzlich ausgeschlossen werden konnte.

Das ist der RAM mit 8 GB

Die Konfiguration mit 8 GB wird mit zwei 4 GB großen Modulen realisiert, damit der Speicher im Dual-Channel-Modus läuft. Einmal 8 GB würden das verhindern, 4 × 2 GB sind keine gängige Konfiguration. Beim Speicher handelt es sich um die Vengeance-LPX-Serie von Corsair, die offiziell mit DDR4-2800 und den Timings von 16-18-18-36 arbeitet.

Corsair Vengeance LPX
Corsair Vengeance LPX (Bild: Corsair)

Für den Test hat die Redaktion den RAM-Takt aber ein wenig aufgebohrt, um näher an die restlichen Module heranzukommen, was zudem auch eher den offiziellen Spezifikationen des eingesetzten AMD Ryzen 9 5950X entspricht. Der Corsair-Speicher ist im Test dennoch der limitierende Faktor gewesen, denn mehr als DDR4-3000 bei Primär-Timings von 16-19-19-38-1T ist nicht stabil möglich gewesen.

Wichtig ist zudem noch die Information, dass es sich um Single-Rank-Exemplare handelt. Das ist bei den 4-GB-Modulen fast durchweg der Fall.

Das ist der RAM mit 16 GB

Die 16 GB sind durch zwei 8 GB große Riegel umgesetzt. Sie stammen aus der Trident-Z-Serie von G.Skill und auch wenn es sich eigentlich um DDR4-4133 und Timings von 19-21-21-41 handelt, werden sie im Artikel für eine optimale Vergleichbarkeit ebenso mit DDR4-3000 und 16-19-19-38-1T betrieben.

Bei dem G.Skill-RAM handelt es sich ebenfalls um Single-Rank-Ausführungen, wie dies bei fast allen 8-GB-Modulen der Fall ist. Die 16 GB sind auch mit vier 4-GB-Modulen zu erzielen, doch ist dies heutzutage eine sehr ungewöhnliche Kombination. Etwas anderes als zwei 8-GB-Module ist selten.

Das ist der RAM mit 32 GB

Das ändert sich dann aber bei einem insgesamt 32 GB großen Arbeitsspeicher, denn dieser ist problemlos mit zwei verschiedenen Konfigurationen zu erzielen, die derzeit in etwa gleich oft vertreten sind. Vor allem bei Aufrüstern beliebt und auch meist vertreten, wenn es sehr hoch taktende Modelle sein sollen, ist die Konfiguration mit vier 8-GB-Modulen.

Diese sind in dem Test erneut durch den Trident Z DDR4-4133 von G.Skill vertreten, nur eben mit doppelt so vielen Modulen wie bei der 16-GB-Konfiguration. Auch wenn es sich um Single-Rank-Varianten handelt, werden diese vom System quasi als zwei Dual-Rank-Module behandelt, da es doppelt so viele Module und insgesamt vier Ranks gibt. Das kann unter Umständen auf die Performance einen positiven Einfluss haben, da auf die verschiedenen Ranks zeitgleich zugegriffen werden kann.

G.Skill Trident Z Royal
G.Skill Trident Z Royal (Bild: G.Skill)

Wer neu kauft und wenn es nicht ein Speicher mit einer sehr hohen Frequenz sein muss, greift vermutlich eher auf zwei 16-GB-Module zurück, was die zweite im Test genutzte Bestückung für 32 GB darstellt. Dabei handelt es sich um den Vengeance RGB Pro von Corsair, der eigentlich mit 4.000 MHz und Timings von 18-22-22-42 arbeitet, im Test jedoch ebenso mit DDR4-3000 und 16-19-19-38-1T angesteuert wird.

Corsair Vengeance RGB Pro SL (Black)
Corsair Vengeance RGB Pro SL (Black) (Bild: Corsair)

Bei den meisten aktuellen 16-GB-Modulen handelt es sich um Dual-Rank-Module und das ist beim eingesetzten Corsair-Speicher ebenso der Fall. Wie bei den vier 8-GB-Modulen können also auch bei diesem insgesamt vier Ranks genutzt werden. Alternativ finden sich im Handel immer mehr Single-Rank-Module mit einer Kapazität von 16 GB. Jedoch sind diese noch in der Minderheit und erlauben meist nicht so hohe Taktraten. Potenziell könnten zwei Single-Rank-Module mit je 16 GB ein wenig langsamer arbeiten als zwei Dual-Rank-Exemplare.

Der im Test genutzte Speicher
Einzelmodule Taktrate Primär-Timings Rank pro Modul Ranks insgesamt
8 GB 2 × 4 GB 3.000 MHz 16-19-19-38-1T Single-Rank 2 Ranks
16 GB 2 × 8 GB 3.000 MHz 16-19-19-38-1T Single-Rank 2 Ranks
32 GB
Konfiguration 1
4 × 8 GB 3.000 MHz 16-19-19-38-1T Single-Rank 4 Ranks
32 GB
Konfiguration 2
2 × 16 GB 3.000 MHz 16-19-19-38-1T Dual-Rank 4 Ranks

Das Testsystem und die Einstellungen

Der eingesetzte Arbeitsspeicher ist ausreichend beschrieben. Doch wie schaut das restliche Testsystem aus? Als Prozessor kommt ein mit Werkseinstellungen betriebener Ryzen 9 5950X (Test) auf einem Asus ROG Strix B550-E Gaming mit dem B550-Chipsatz zum Einsatz (BIOS 1602). Als Grafikkarte dient eine Asus GeForce RTX 3090 Strix OC (Test), bei der das Power-Limit aufs Maximum erhöht worden ist. Windows 10 2004 inklusive sämtlicher Updates fungiert als Betriebssystem.

Als Auflösungen hat sich die Redaktion für 1.920 × 1.080 und 3.840 × 2.160 entschieden, sodass in Ultra HD die GPU maximal belastet wird und in Full HD die Last Richtung CPU- und Speichersystem wandert. Als Metriken dienen die bekannten Durchschnitts- und Perzentil-FPS (0,2 Prozent). Zusätzlich gibt es eine Messreihe zu den Ladezeiten, einmal von Windows ins Hauptmenü und einmal vom Hauptmenü ins eigentliche Spiel. Falls möglich, werden Introsequenzen abgebrochen und die Zeitmessung gestoppt, sofern die Verbindung zu einem Online-Dienst hergestellt werden soll.

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