Verkauf möglich: LG will Smartphone-Sparte vollständig umbauen

Volker Rißka
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Verkauf möglich: LG will Smartphone-Sparte vollständig umbauen

Laut übereinstimmenden Gerüchten soll LG einen radikalen Umbau seiner Smartphone-Sparte planen. Diese war zuletzt nur noch minder konkurrenzfähig, diverse schlechte Quartale wurden verbucht. Jetzt sollen nahezu alle Projekte gestoppt werden, offiziell sollen die Pläne Ende Januar bekannt gegeben werden.

Beispielsweise suchen Angestellte der MC-Division (Mobile Communications) Rat in koreanischen Foren. Die Mitarbeiter sollen demnach auf andere Standorte aufgeteilt werden oder gegen Geld aus dem Unternehmen ausscheiden.

Ein Twitter-Nutzer hat mehrere Beiträge zusammengefasst. Demnach soll LG nahezu alle Projekte einstellen, nur dass erst vor wenigen Tagen gezeigte aufrollbare OLED-Smartphone soll weiterlaufen und noch dieses Jahr auf den Markt kommen. Ende Januar soll das Unternehmen seine Zukunftspläne bekannt geben.

Laut AndroidPolice plant LG nicht die komplette Aufgabe des Smartphone-Geschäfts. Eine Umgestaltung schließt das Dementi aber nicht aus.

Update 20.01.2021 09:58 Uhr

Neue Informationen aus Korea unterstützen die bisherigen Gerüchte, dass LGs Smartphone-Sparte vor dem Umbruch steht. Demnach steht laut einer Nachricht des CEO an die Belegschaft neben einer möglichen Verkleinerung auch ein Verkauf im Raum. Dies hatte ein LG-Sprecher Ende der letzten Woche noch vehement dementiert.

The company is considering all possible measures, including sale, withdrawal and downsizing of the smartphone business.

LG-CEO Kwon Bong-seok

Die Arbeitsplätze seien sicher, erklärte der CEO weiter. 60 Prozent der Sparte würden in anderen LG-Bereichen platziert, was mit den restlichen 40 Prozent ist, erklären die bisherigen Berichte nicht. LG hatte den Großteil der Smartphone-Produktion bereits nach Vietnam ausgelagert.

LGs Smartphone-Sparte hatte sich wirtschaftlich zuletzt zwar etwas verbessert, aufsummiert in den vergangenen fünf Jahren aber fast 4,5 Milliarden US-Dollar Verlust gemacht, 23 Quartale in Folge war der Bereich in den roten Zahlen. Mit rund zwei Prozent Marktanteil spielt der Hersteller schon lange nicht mehr auf der Bühne der ganz Großen mit, der Konkurrenzdruck wird zudem eher größer statt kleiner. Eine klare Entscheidung soll nun die Zukunft des Konzerns bestimmen.

Laut asiatischen Medien könnte die vietnamesische Vingroup, die in den Kreisen „das Samsung von Vietnam“ genannt wird, zumindest einen Teil der Sparte übernehmen.