JBL Xtreme 3 im Test: Hier gibt es mehr Bass, als dem Hyperboom fehlte

Michael Schäfer
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JBL Xtreme 3 im Test: Hier gibt es mehr Bass, als dem Hyperboom fehlte

Mit dem Xtreme 3 fertigt JBL einen zunächst soliden Outdoor-Lautsprecher. Die hohe Bassausgabe und die dadurch entstehenden Vibrationen auf der Aufstellfläche sind allerdings äußerst störend. Das können auch das Laden externer Geräte und die Kopplung mehrerer Lautsprecher nicht herausreißen.

Design und Verarbeitung

JBL setzt beim Xtreme 3 in dritter Generation auf die bewährte Pillenform des Vorgängers. Zu einem UVP von 299 Euro erwartet den Käufer ein gut verarbeiteter Lautsprecher, was zu dem Preis und in dem Segment auch zu erwarten ist.

Das Chassis des seit 2015 aufgelegten Klanggebers ist größtenteils mit einem widerstandsfähigen Stoff überzogen, der aber weniger griffig ist. Die beiden Enden sind zum Schutz gummiert.. Sie erweisen sich, wie bereits der Stoff, als sehr anfällig für Staub. Auch wenn der Gummifuß den Klanggeber auf nassen Untergründen gut vor einem Verrutschen absichern kann, steht dieser darauf nicht ganz stabil – es bedarf nur eines kleinen Stoßes und der Lautsprecher kippt nach vorne oder hinten und rollt.

JBL Xtreme 3 im Test
JBL Xtreme 3 im Test

Die Taster der Bedienelemente bieten angenehme Druckpunkte. Diese sind aus einem härteren Kunststoff gefertigt und ragen etwas hervor – so lassen sie sich auch im Dunkeln leicht ertasten. Lediglich der Einschaltknopf und der Taster für die Bluetooth-Verbindung verbergen sich hinter einem Gummibezug. Hier hat JBL aber zu viel gespart: So fehlen die Taster für das Springen zum nächsten oder vorherigen Titel. Zwar kann mit einem Doppeldruck über die Play-Taste zum nächsten Stück gesprungen werden, doch zur Wiederholung des gerade oder noch davor gespielten Titels muss das Quellgerät bemüht werden.

Unter dem jetzt deutlich größeren JBL-Schriftzug zeigt das System zudem nun auch den Ladestand des Akkus an. So wird schnell deutlich, wann der Lautsprecher wieder an eine Steckdose angeschlossen werden muss.

Die Bedienelemente des Xtreme 3 lassen sich auch im Dunkeln leicht finden
Die Bedienelemente des Xtreme 3 lassen sich auch im Dunkeln leicht finden

Oben am Lautsprecher befinden sich an jeder Seite Ösen, um den beiliegenden Gurt zu befestigen, mit dem der Klanggeber leichter zu transportieren ist. Mit knapp 2 kg Gewicht und einer Länge von knapp 30 cm ist er kein Leichtgewicht, der einfach so längere Zeit in der Hand getragen werden will.

Auf der Rückseite verbergen sich bei dem nach IP67 vor Wasser und Staub geschützten Lautsprecher hinter einer Lasche der Klinkenanschluss in der Größe von 3,5 mm für weitere Quellen und die Ladevorrichtung in Form eines USB-C-Anschlusses. Über letzteren kann zudem wie auch über den daneben angebrachten USB-A-Port weitere Peripherie wie Smartphones oder Ähnliches geladen werden. Inhalte direkt vom USB-Speicher kann der Xtreme 3 nicht abspielen.

Als Zubehör legt JBL ein Netzteil mit fest verbundenem USB-C-Stecker, das bis zu 60 Watt Leistung liefern kann, sowie die übliche Kurzanleitung und den bereits beschriebenen Tragegurt bei, der sogar einen Flaschenöffner beinhaltet – praktisch!

Der Gummifuß kann durch den Bass hervorgerufene Vibrationen nicht abfangen
Der Gummifuß kann durch den Bass hervorgerufene Vibrationen nicht abfangen

Klang

Beim Extreme 3 sollen Inhalte mit einer Maximalleistung von 2 x 25 Watt über zwei 70 mm große Tief- und zwei 20 mm große Hochtöner ausgegeben werden. Den Frequenzgang gibt JBL mit 53,5 Hz bis 20 kHz an.

Klanglich wird schnell deutlich, worauf bei der Entwicklung des neuen Lautsprechers dem Anschein nach der Fokus lag: Bass. Und trat der Ultimate Ears Hyperboom (Test) trotz 6 kg Kampfgewicht in diesem Punkt zuletzt überraschend zurückhaltend auf, wummert es beim Xtreme 3 von JBL die ganze Zeit. Ob das gefällt, ist in diesem Fall allerdings nicht nur Geschmacksache.

Ein handfestes Problem ist, dass sich Bass-Vibrationen trotz des Gummifußes auch auf die Aufstellfläche übertragen – was die Vibrationen noch einmal verstärkt und den klang – je nach Untergrund – sehr stören kann.

Hinzu kommt, dass Tief- und Hochtöner nicht wirklich gut aufeinander abgestimmt sind. Beide erwecken den Eindruck, verschiedene Sprachen zu sprechen und keine wirkliche Einheit zu bilden. So wirkt der Bass wie ein Brei, der sich über die Hochtöne legt ohne eine Verbindung zu schaffen. Das lässt den Klang künstlich erscheinen.

Die beiden Tieftöner sorgen für einen zu kräftigen Bass
Die beiden Tieftöner sorgen für einen zu kräftigen Bass

Die Ausgangsleistung sorgt für eine laute Wiedergabe, die für die normale Beschallung eines Raumes oder für die musikalische Untermalung im Garten ausreichend ist – für Feierlichkeiten genügen die Möglichkeiten des Xtreme 3 aber nicht. Die meiste Zeit sorgen die Treiber für eine saubere Wiedergabe, ab rund drei Viertel des Maximumpegels treten jedoch hörbare Verzerrungen auf. Ein Stereo-Effekt lässt sich aufgrund der Größe des Lautsprechers nur direkt vor diesem wahrnehmen, bereits einen Meter entfernt wird eine Ortung schwieriger.

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