Galaxy S22 und S22+ Hands-On: Kleinere Top-Smartphones mit hochwertiger Haptik

Nicolas La Rocco
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Galaxy S22 und S22+ Hands-On: Kleinere Top-Smartphones mit hochwertiger Haptik

In mittlerweile 13. Generation schickt Samsung ab sofort das Galaxy S22 und Galaxy S22+ ins Rennen. Mit ihrem neuen Design und angepasster Ausstattung sind die neuen Android-Smartphones klar vom Galaxy S22 Ultra mit integriertem S Pen abzugrenzen. Die Geräte erhalten abermals bessere Kameras und ein Exynos-SoC mit AMD-Grafik.

Samsungs neue Galaxy-S22-Familie besteht zwar weiterhin aus drei Smartphones, die beiden kleineren Varianten Galaxy S22 und Galaxy S22+ sind dieses Jahr aber noch deutlicher abgegrenzt vom Flaggschiff Galaxy S22 Ultra zu betrachten. Während das Ultra das neue Note ist, setzen S22 und S22+ die Serie im traditionellen Sinne fort. Marktstart ist der 25. Februar zu Preisen ab 849 Euro (S22) und 1.049 Euro (S22+).

Modell Farben Speicher Preis Vorbestellungen Marktstart
Überall Nur Samsung
Galaxy S22 Phantom Black
Phantom White
Green
Pink Gold
Graphite
Cream
Violet
Sky Blue
8 GB/128 GB 849 Euro 9. bis 24. Februar
(Galaxy Buds Pro gratis)
25. Februar
8 GB/256 GB 899 Euro
Galaxy S22+ 8 GB/128 GB 1.049 Euro
8 GB/256 GB 1.099 Euro

Flaches Design in reduzierter Größe

Galaxy S22 und S22+ setzen auf ein neues, beinahe vollständig flaches Design mit weniger abgerundeten Seitenelementen und einer nochmals reduzierten Formensprache. Das neue Design hinterließ beim ersten Ausprobieren einen merklich hochwertigeren Eindruck als noch das Galaxy S21 und S21+, was auch daran liegt, dass Samsung diesmal auf Kunststoff für die Rückseite verzichtet. War Glas zum Ärgernis manches Kunden letztes Jahr auf das Ultra-Flaggschiff beschränkt, nachdem es zuvor noch selbstverständlicher Standard in der Serie war, kehrt es jetzt in Form von Gorilla Glass Victus+ zurück und verleiht der Serie wieder die Haptik, die in dieser Preisklasse erwartet wird. Galaxy S22 und S22+ sind durch und durch hochwertige Smartphones, die dank IP68-Schutz zudem wieder vor Staub und Wasser geschützt werden. Von der vorherigen Generation übernommen hat Samsung das sogenannte Contour-Cut-Design, das das Kameramodul farblich und in der Bauform hervorhebt, ohne zu dick aufzutragen.

0,1 Zoll weniger sorgen für kleinere Smartphones

Insbesondere mit dem kleineren Galaxy S22 ist das ohnehin kaum möglich, denn Samsung hat sich zu dem eher ungewöhnlichen Schritt entschieden, von einem Jahr zum anderen ein kleineres statt größeres Smartphone auf den Markt zu bringen. Das Display des S22 misst nur noch 6,1 statt 6,2 Zoll, sodass das Gehäuse in allen Dimensionen ein paar Millimeter kompakter ausfällt (siehe Tabelle). Von den Abmessungen her erinnert das S22 an das Pixel 5 (Test), das am Markt ebenso für das kompakte Design geschätzt war. In puncto Ausstattung spielt das S22 aber mehrere Ligen oberhalb des Google-Smartphones. Das Galaxy S22+ fällt mit 6,6 Zoll großem Bildschirm merklich größer aus, bleibt damit aber ebenso 0,1 Zoll unter der letztjährigen Spezifikation, was sich ebenso in etwas kleineren Abmessungen bemerkbar macht. Es ist aber vor allem das S22, das im ersten Test besonders gut in der Hand lag.

Farbauswahl hängt vom Online-Shop ab

Wie Galaxy S22 und S22+ letztlich beim Kunden aussehen, hängt davon ab, wo es gekauft wird. Die Farbauswahl fällt groß aus, ist diesmal aber durchweg matt respektive satiniert umgesetzt worden, sodass Fingerabdrücke kaum eine Chance auf den Geräten haben. Das normale Farbsortiment, das zum Abschluss des heutigen Unpacked-Events vorbestellt werden kann und ab dem 25. Februar überall im Elektronikhandel erhältlich sein wird, umfasst Phantom Black, Phantom White, Green und Pink Gold. Exklusiv über den eigenen Online-Shop von Samsung werden Graphite, Cream, Violet und Sky Blue angeboten. Bis zum 24. Februar läuft in Samsungs Online-Shop Aktion für Vorbesteller, in deren Rahmen die Galaxy Buds Pro (Test) kostenlos beigelegt werden.

Kamera erhält neuen 50-Megapixel-Sensor

Im optisch bekannten Kameramodul ist vor allem die neue Hauptkamera mit 50 Megapixeln zu nennen, die damit nicht nur eine deutlich höhere Auflösung anstelle der bisherigen 12 Megapixel bietet, sondern auch mit 23 Prozent größeren Pixeln arbeitet, sofern die Kantenlänge von 2,0 μm nach dem Tetra-Binning-Verfahren zum Vergleich herangezogen wird, das aus vier Pixeln ein Pixel macht. Fotoaufnahmen mit dem Galaxy S22 und S22+ resultieren standardmäßig in Aufnahmen mit 12,5 Megapixeln, es lässt sich optional aber ein Foto in voller Auflösung sowie im RAW-Format ausgeben. Die höhere Auflösung soll mehr Details einfangen, während die größeren Pixel Aufnahmen bei schlechten Lichtbedingungen verbessern sollen.

8K-Videomodus über die Hauptkamera

Die deutlich höhere Auflösung wirkt sich zudem positiv auf den Videomodus aus. Musste Samsung für 8K-Aufnahmen bislang auf die Zoom-Kamera wechseln, die mit 64 Megapixeln überhaupt erst ausreichend Pixel bietet, um die für 8K benötigten 33,2 Megapixel zu erfüllen, sind diese Aufnahmen jetzt über die primäre Kamera möglich, die eine bessere Optik mit besserem Sensor bietet. Im Alltag wird 4K vermutlich weiterhin die bessere Wahl sein, denn Samsung beschränkt den 8K-Modus obgleich des stärkeren Exynos 2200 nach wie vor auf 24 FPS. Das neue Tele des Galaxy S22 und S22+ arbeitet im Gegenzug nur noch mit 10 statt 64 Megapixeln, wenngleich Samsung behauptet, dass die geringere Auflösung und kleineren Pixel durch eine bessere Bildverarbeitung aufgewogen werden können. Ob das tatsächlich stimmt, werden vollständige Tests zeigen müssen. Im Rahmen des ersten Hands-Ons waren solche Vergleiche nicht möglich. Die optische Vergrößerung der Linse dürfte erneut nur minimal ausfallen, weshalb Samsung wieder nur mit einem dreifachen hybriden Zoom (optisch + digital) wirbt. Nichts scheint sich an der Ultraweitwinkelkamera mit 12 Megapixeln verändert zu haben, deren Rohdaten aber ebenfalls einen neuen Bildprozessor durchlaufen.

Helle OLED-Bildschirme mit bis zu 120 Hz

Die Bildausgabe erfolgt auf bereits angesprochenen 6,1 und 6,6 Zoll mit identischer Auflösung von 1.080 × 2.340 Pixeln. Die OLED-Bildschirme sind vollständig plan ausgeführt, sodass es nicht zu Farbverfälschungen oder unschönen Reflexionen im Randbereich kommen kann. Die auf den ersten Blick abseits der Diagonale gleichen Bildschirme unterscheiden sich im Detail bei der maximalen Helligkeit auf der gesamten Fläche sowie bei der punktuellen Spitzenhelligkeit. Im High-Brightness-Modus liegen beim Galaxy S22 bis zu 900 cd/m² und 1.300 cd/m² (peak) an, während das Galaxy S22+ auf bis zu 1.200 cd/m² respektive 1.750 cd/m² (peak) kommt. Samsung attestiert den Smartphones deshalb unterschiedliche Kontrastwerte von 2.000.000:1 (S22) und 3.000.000:1 (S22+), die angesichts der OLED-Technologie aber kaum ins Gewicht fallen dürften. Identische technische Merkmale sind die Bildwiederholfrequenz von 10 bis 120 Hz sowie der in den Bildschirm integrierte Ultraschall-Fingerabdrucksensor.

Exynos 2200 mit RDNA-2-GPU

In den europäischen Varianten des Galaxy S22 und S22+ steckt der jüngst angekündigte Exynos 2200 mit RDNA-2-GPU aus einer Kooperation mit AMD. Radeon darf sich die neue Grafikeinheit allerdings nicht nennen, stattdessen wurde sie „Samsung Xclipse 920 GPU“ getauft. Die Xclipse 920 GPU bringt vom Desktop bekannte Eigenschaften von RDNA 2 mit, darunter Hardware-beschleunigtes Raytracing und Variable Rate Shading (VRS). Raytracing soll künftig auch auf Smartphones für realistischere Licht-, Reflexions- und Schatteneffekte sorgen. VRS ermöglicht es Entwicklern, eine reduzierte Rendering-Qualität für weniger relevante Segmente des Frames zu nutzen, um allgemein die FPS zu steigern oder besonders wichtige Bereiche in einer höheren Qualität zu rendern, ohne dass die FPS einbrechen. Weder für Raytracing noch für VRS konnte Samsung zur Präsentation der Smartphones konkrete Anwendungsbeispiele vorzeigen. Im Vergleich zur Mali-G78 MP14 des Exynos 2100 soll die Leistung 17 Prozent höher ausfallen.

Samsung reduziert CPU-Taktraten

Die neue GPU wird von einer neuen ARM-CPU begleitet, die abermals auf Standard-Kerne des britischen Entwicklers setzt, nachdem Samsung die Custom-Schmiede in Texas geschlossen hat. Nutzte der Vorgänger noch Cortex-X1, A78 und A55, kommen jetzt Cortex-X2 mit einem Kern, Cortex-A710 mit drei Kernen und Cortex-A510 mit vier Kernen zum Einsatz. Damit nutzt Samsung praktisch die gleiche Aufteilung an ARMv9-Kernen, wie sie auch im Snapdragon 8 Gen 1 von Qualcomm steckt. Samsung taktet die neuen ARM-Kerne mit 2,8 GHz (X2), 2,5 GHz (A710) und 1,8 GHz (A510) und nennt lediglich 5 Prozent Leistungszuwachs im Vergleich zum Exynos 2100. Obwohl die neuen ARM-Kerne eine höhere Differenz erreichen müssten, fällt der Unterschied angesichts der gesenkten Taktraten klein aus. Diese Maßnahme wiederum könnte sich positiv auf Energieverbrauch und Temperaturen auswirken. Das neue SoC koppelt Samsung mit stets 8 GB RAM und 128 GB oder 256 GB UFS 3.1, der nicht erweitert werden kann.

Kleinere Smartphones = kleinere Akkus

Weil beide Smartphones etwas kleiner geworden sind, wirkt sich das auf die Nennladung der Akkus aus. 3.700 mAh (S22) und 4.500 mAh (S22+) stehen für jeweils 300 mAh weniger im Direktvergleich zur Galaxy-S21-Serie. In diesem Punkt lässt sich nur hoffen, dass das neue SoC tatsächlich effizienter arbeitet und die Akkulaufzeiten unterm Strich bestenfalls gleich bleiben. Netzteile lagen den Smartphones schon letztes Jahr nicht mehr bei, diesmal lässt sich aber zumindest das Galaxy S22+ mit 45 Watt deutlich schneller laden. Das kleine S22 bleibt bei den bereits bekannten 25 Watt. Alle Smartphones der Galaxy-S22-Serie lassen sich zudem kabellos mit bis zu 15 Watt laden und können ihren Akku mittels Wireless PowerShare mit anderen Geräten teilen, die den Qi-Standard unterstützen.

Auf fünf Jahre erweiterte Update-Garantie

Samsung liefert die Smartphones ab Werk mit Android 12 und One UI 4 aus. Für die Galaxy-S22-Serie ist eine abermals verlängerte Update-Garantie neu, die jetzt Updates auf vier Android-Hauptversionen (bis Android 16) und fünf Jahre Sicherheits-Updates umfasst. Diese erweiterte Garantie gilt rückwirkend auch für die Galaxy-S21-Serie sowie das Galaxy Z Fold 3 und Galaxy Z Flip 3 (Test). Andere Smartphones verbleiben bei den zuvor gültigen drei Android-Hauptversionen und vier Jahren Sicherheits-Updates.

Samsung Galaxy S22
Samsung Galaxy S22+
Samsung Galaxy S22 Ultra
Software:
(bei Erscheinen)
Android 12.0
Display: 6,10 Zoll, 1.080 × 2.340
422 ppi, 120 Hz
Dynamic AMOLED 2X, HDR, Gorilla Glass Victus+
6,60 Zoll, 1.080 × 2.340
390 ppi, 120 Hz
Dynamic AMOLED 2X, HDR, Gorilla Glass Victus+
6,80 Zoll, 1.440 × 3.088
501 ppi, 120 Hz
Dynamic AMOLED 2X, HDR, Gorilla Glass Victus+
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner Touch, Stylus, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner
SoC: Samsung Exynos 2200
1 × Cortex-X2, 2,80 GHz
3 × Cortex-A710, 2,50 GHz
4 × Cortex-A510, 1,70 GHz
4 nm, 64-Bit
GPU: Samsung Xclipse 920
RAM: 8.192 MB
LPDDR5
8.192 MB
LPDDR5
Variante
12.288 MB
LPDDR5
Speicher: 128 / 256 GB 128 / 256 / 512 / 1.024 GB
1. Kamera: 50,0 MP, 4320p
LED, f/1,80, AF, OIS
108,0 MP, 4320p
LED, f/1,80, AF, OIS
2. Kamera: 12,0 MP, f/2,20
3. Kamera: 10,0 MP, f/2,40, AF, OIS
4. Kamera: Nein 10,0 MP, f/4,90, AF, OIS
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 10,0 MP, 2160p
Display-Blitz, f/2,2
40,0 MP, 2160p
Display-Blitz, f/2,2, AF
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced Pro
5G: NSA/SA
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac/ax
Wi-Fi Direct
Bluetooth: 5.2
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS, NavIC
Weitere Standards: USB-C 3.2, NFC USB-C 3.2, UWB, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 3.700 mAh, 25,0 W
fest verbaut, kabelloses Laden
4.500 mAh, 45,0 W
fest verbaut, kabelloses Laden
5.000 mAh, 45,0 W
fest verbaut, kabelloses Laden
Größe (B×H×T): 70,6 × 146,0 × 7,60 mm 75,8 × 157,4 × 7,60 mm 77,9 × 163,3 × 8,90 mm
Schutzart: IP68
Gewicht: 168 g 196 g 229 g
Preis: ab 449 € / ab 549 € ab 630 € / ab 710 € ab 765 € / ab 826 € / ab 940 € / 1.649 €

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Samsung im Rahmen eines Online-Briefings sowie einer Veranstaltung des Herstellers in Berlin unter NDA erhalten. Die Kosten für An- und Abreise wurden von ComputerBase getragen. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.

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