Ich habe extrem viele MMOs gespielt, und New World war eines der besten. Es war (und ist, lmao) unfassbar verbuggt und voller Probleme, aber trotzdem hatte ich tausende Stunden viel Spaß. Die ganzen zusammengeklauten Ideen ergeben in Summe eine einzigartige Erfahrung, die überraschend gut funktionierte und stark an die MMO-Anfänge „vor WoW“ erinnert.
Hätte man das Spiel 10 Jahre lang konsequent weiterentwickelt und dann relauncht, hätte es mit Sicherheit irgendwann hohe Spielerzahlen erreicht. Aber selbst die 10-30k aktiven Spieler haben locker gereicht, um stabil in den Steam Top100 zu bleiben (und oft sogar Top1 der „klassischen MMOs“) – absolut absurd, das Projekt dann einfach einzustellen. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Millionen an Verkäufen zum Launch die Serverkosten für viele Jahre problemlos gedeckt haben dürften.
Was New World letztlich die meisten Spieler gekostet hat, waren die endlosen Bugs, die mit jedem Patch zurückkamen – und es wurden immer mehr. Unglaublich wie schlecht die Entwickler sind. Der Chat war zum Beispiel monatelang komplett unbenutzbar, weil ein Profanity-Filter (der im Client nicht einmal angezeigt wurde) auf "ie" reagiert hat. Dadurch hat praktisch niemand auf Fragen oder Whisper geantwortet, schlicht weil sie niemand sehen konnte.
Dazu kamen die ganzen „Stealthfixes“. Jeder Tag war pures Glücksspiel. Manchmal wurden die Dropchancen so absurd hochgedreht, dass man an einem Tag mehr Loot gefarmt hat als sonst in einem ganzen Monat. An anderen Tagen wurde die Schwierigkeit so stark erhöht, dass das Spiel für ein paar Tage praktisch unspielbar war – komplett ohne Patchnotes. Als dann willkürliche hidden-scalings (natürlich auch ohne Patchnotes), daily quests und timegates reingepacht wurden, sind fast alle meine Freunde gequittet.
...unglaublich schade. Hätte es mir wirklich gerne in ein paar Jahren nochmal angeguckt.