News Artikel 13/17 und Upload-Filter: Das EU-Parlament stimmt für die Urheberrechtsrichtlinie

@Hylou Habe eigentlich die Artikel/Meldungen darüber gemeint (die meisten sind von den letzten drei Tagen) und wenn das eine Falschmeldung wäre, dann gäbe es nicht so viele Artikel darüber bzw. gäbe es sehr wahrscheinlich Updates in den Artikeln.

@Captain Mumpitz Ich habe zwar mittlerweile Meldungen gefunden, die das ganze relativieren möchten und als noch nichts Konkretes darstellen, aber diese Maßnahmen ausschließen tun die auch nicht. Am Ende kommt es halt immer auf die Rechtssicherheit und Wirtschaftlichkeit an, davon werden die Maßnahmen der Konzerne abhängen.
 
Haxor schrieb:
wenn das eine Falschmeldung wäre

Es ist insofern falsch, dass sich der CEO seit dem 26.03.19 nicht mehr zu Wort gemeldet hat bzgl der Reform.
Die Aussagen sind alt.
 
Es hat sich seitdem aber auch nicht wirklich was Inhaltlich geändert....
 
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@Hylou

Na ja was ändert das? Da es keine Änderungen mehr seitens der Artikel gab (außer die Umbenennung) spielt das mMn keine große Rolle.
 
Ich habe einige SPD-Stellen angeschrieben - das ist eine Mail vom SPD-Parteivorstand:

Ich kann die Kritik über das Ergebnis der finalen Abstimmung am 26.03.2019 der Urheberrechts-Reform vom Europäischen Parlament nachvollziehen, vor allem in Hinblick auf den kritischen Artikel 17 (in der ursprünglichen Fassung Artikel 13). Ich werde folgend die aktuelle Artikel-Nummerierung verwenden.

Das angesprochene Gesetzgebungsvorhaben enthält grundsätzlich viele positive Aspekte. Der Kerngedanke ist eine Stärkung der Position der Urheberinnen und Urheber gegenüber den Vertragspartnern. Es soll das Recht auf eine faire Vergütung regeln und Urheberinnen und Urheber können mehr Transparenz seitens der Vertragspartner einfordern. Weiterhin geht es in den Bereichen Bildung und Forschung um Rechtssicherheit bei der Verwendung und Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken.

Die Abgeordneten der SPD des Europäischen Parlaments und auch unsere Spitzenkandidatin für den Europawahlkampf und Bundesjustizministerin Katarina Barley haben sich innerhalb der Debatte klar gegen Uploadfilter und vergleichbare Filtertechniken im Internet ausgesprochen.

Die SPD hat frühzeitig einen gangbaren Vorschlag unterbreitet, wie die Urheberrechtsreform auch ohne Uploadfilter ausgestaltet werden kann. Dieser Vorschlag ist jedoch abgelehnt worden. Ebenso scheiterte knapp der Versuch der Sozialdemokratinnen und –demokraten am 26.03.2019 im Europäischen Parlament zusammen mit anderen Fraktionen und Parteien durch eine Abstimmung über Änderungsanträge Artikel 17 aus der Richtlinie herauszulösen.



Unser Generalsekretär Lars Klingbeil hat sich zur Abstimmung geäußert und auch die Art und Weise kritisiert, wie die Unions-Parteien in der Debatte mit den Menschen umgegangen sind, welche sich auf demokratische Weise für ein freies Internet eingesetzt haben:

„Wir haben dafür gekämpft, eine europäische Urheberrechtsreform ohne Uploadfilter auf den Weg zu bringen. Das ist uns trotz der Stimmen der SPD-Abgeordneten im Europaparlament heute nicht gelungen. Ich finde das persönlich sehr schade.

Es war immer Ziel der SPD - und wird es auch bleiben - die Richtlinie so umzusetzen, dass Künstlerinnen und Künstler davon profitieren und gleichzeitig die Meinungsfreiheit im Netz erhalten bleibt.

Was mich in den vergangenen Tagen tief erschrocken hat, war der Stil der Diskussion, wie er vor allem aus der Union heraus geprägt wurde: Verschwörungstheorien und unhaltbare Unterstellungen ebenso wie verbale Angriffe auf junge Menschen, die sich friedlich für ihre Meinung einsetzen. So dürfen Diskussionen in Deutschland nicht mehr geführt werden.“

Die kommende Entscheidung im Ministerrat der EU hat nur noch bestätigenden Charakter. Die finale Entscheidung über die Umsetzung der Richtlinie hat das EU-Parlament am 26.03.2019 getroffen. Dies war die entscheidende Abstimmung zur Ausgestaltung der Urheberrechtsrichtlinie. Auch wir sind nicht glücklich über die sehr knappe Entscheidung Änderungsanträge nicht zuzulassen. Zur Demokratie gehört aber auch, Mehrheitsentscheidungen eines Parlaments am Ende anzuerkennen, nachdem sie getroffen wurden.

Jetzt kommt es darauf an, die Richtlinie so umzusetzen, dass Künstlerinnen und Künstler für Ihre Arbeit ordentlich bezahlt werden und die Freiheit im Netz gewahrt bleibt. Katarina Barley betont, dass Sie bezüglich Artikel 17 dranbleiben wird, damit die Kommission ihrer Pflicht nachkommt und mit allen betroffenen Gruppen in den Dialog tritt für eine entsprechende Ausgestaltung. Dieses schließt explizit auch jene mit ein, die gegen die Reform auf die Straße gegangen sind.

Zur Information hänge ich gerne die Grafik unserer S&D-Fraktion im Europäischen Parlament an, welche das Abstimmungsverhalten der deutschen EU-Parlamentarier zusammenfasst.

TL:DR:

Die CDU ist schuld, SPD hat alles getan, was möglich ist, die Richtlinie ist doch trotzdem nicht so schlimm und seit dem 26.03 beschlossene Sache.

Meiner Meinung nach wird hier einfach nur alles auf die #niemehrcdu abgewälzt, aber selber ist man doch auch "Groko" - zudem hat die SPD nicht alle Mittel genutzt, um die Richtlinie zu verhindern und auch jetzt gäbe es mit einer nationalen Ablehnung noch die Chance das Ding zu kippen. Aber jetzt stimmt auf einmal das CDU besetzte Agrar-Ministerium drüber ab - WTF?!

Für mich bleibt hier nur das Fazit: Die SPD will die Richtlinie auch, will aber dafür nicht verantwortlich sein, und schiebt alles zur CDU rüber. Die CDU ist wenigstens öffentlich scheiße, aber die SPD ist eine Waschlappenpartei, die sich selbst genau so belügt, wie alle anderen auch. Wirklich ekelhaft.
 
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Ich bin gespannt, was das BVerfG zu dem kommenden Gesetz sagen wird, imho geht das mit unserer Verfassung nicht konform.
 
Die Chinesen, die Nashorn fressen, weil sie meinen, das wäre gut für die Potenz, müssen vor Pornographie geschützt werden? Das halte ich für ein Gerücht :D
 
@HerrRossi die Chinesische Regierung will doch nur, dass man daheim mit der Ehefrau Sex hat! Die fördern ein gesundes heimisches Liebesleben!

Die meisten Ehefrauen finden es ja eh nicht toll wenn sich der Mann für Pornographie interessiert, da übernimmt einfach der Staat ebenjene Funktion. Praktisch.
 
Was ändert das eigentlich? Der Filter gilt doch nur für EU. Also es wird doch weiterhin massenhaft auf Nicht-EU Servern hochgeladen ohne Probleme? Und das kann man doch ohne Probleme oder Einschränkungen runterladen!?
 
Ganz so einfach ist es dann doch nicht... wenn das Angebot für die EU erreichbar ist gelten auch die EU Gesetze... man kann versuchen das zu ignorieren, dann sollte man aber auch nie wieder EU Boden betreten... für Leute die in der EU leben ist das sowieso keine Option.
 
M.B.H. schrieb:
Und das kann man doch ohne Probleme oder Einschränkungen runterladen!?

Eben genau deswegen ja Geoblocking, damit dies nicht passiern kann.
Ergänzung ()

@Jesterfox

Es ist kein EU-Gesetz. Es handelt sich bei dem Urheberecht nur um eine Richtlinie welche in nationales Gesetz umgesetzt werden muss.
 
@Jesterfox

In der Theorie stimmt das. Es ist aber nur nationales Recht was auch völlig unterschiedlich sein kann, da die Artikel ja recht viel Interpretationsraum haben und auch unterschiedliche Strafen haben. Die Umsetzung wird in De, Fr oder Pl deutlich anders aussehen.
 
Cool Master schrieb:
@Hylou

Na ja was ändert das? Da es keine Änderungen mehr seitens der Artikel gab (außer die Umbenennung) spielt das mMn keine große Rolle.

IMG_20190404_142434.jpg


Statement von twitch von heute. Da ist nichts angekündigt dler dergleichen.
 
Klar ist nichts angekündigt... Es ist ja auch noch nichts umgesetzt, da vergehen noch max. 2 Jahre. Als Unternehmen denken die aber über alles nach. Vor allem ein "fair use" wird es nicht geben in der EU und ist auch nicht gewollt.
 
Hylou schrieb:
Die SPD fällt uns wiedermal in den Rücken

Ist doch immer wieder das gleiche bei denen. Hintenrum anders als vorne gespielt wird. Die Partei braucht ebenso wie den Rest der ganzen Bande kein Mensch mehr!
 
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20190415_113427.jpg


Das ding ist durch, 71% Zustimmung.
Ab heute dann 2 Jahre.

Aber es gibt eine gute Sache:
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Sie wollen Versuchen das Gesetz so zu schreiben, dass Nischenangebote sowie Foren!
Wobei die Regierung bzw die groko schon oft gelogen hat und nicht immer alle Versprechen gehalten hat.

Bzgl des kassierens der Richtlinie vom EuGH:
20190415_113809.jpg


Kurz gefasst:
Möglich aber dauert.
 
Hylou schrieb:
Das ding ist durch, 71% Zustimmung.
Na wenn unsere Bundesregierung Rückgrat gehabt hätte (ja ich weiß, die SPD muss erstmal im Duden nachschlagen), wäre das nicht durchgekommen. Schön. Freut mich.
 
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