el-mujo schrieb:
Tja dumm nur, dass bei meinem BOINC Projekt (CPDN) fast aussließlich die Fließkommaleistung entscheidend ist.
Gehen wir mal 12 Jahre zurück:
Intel zog einsam seine Kreise mit dem P-III am CPU-Horizont (und das seit anbeginn der Zeiten). Grund: Intel hatte die wesentlich bessere Fließkommaeinheit. Und die ist das wichtigste bei Spielen (gewesen?).
Bei Gleitkommataberechnung waren die K6/2 CPUs den P-III überlegen.
Was kam?
Richtig - Der Athlon. Und damit die Wende für AMD.
Was konnte der Athlon richtig gut?! Richtig - Fließkommaberechnung. Die sind für die meisten Programme das Maß der Dinge und verschaffte AMD einen Vorsprung der bis zur Einführunng der Core-CPUs reichte. Dann kehrte sich das ganze wieder um.
Sogesehen, wirkt der Bulldozer auf mich eher wie eine Notlösung a la K6/2+ oder K6/3+.
Solange man in der Billigwelt des Intel Schrottes verblieben ist, hatte Intel eine Weile bei der FPU die Nase vorn. Allerdings bedurfte es auch erst einer Schock-Prozedur seitens ITT, um die lächerlichen Intel FPUs schneller zu machen.
Wenn am Ende einer "Revolution" nur noch mordende Stalinisten übrigbleiben, sind natürlich nur noch Vergleiche unter dieser Gattung möglich. Vor 12 Jahren hatte Intel unter allen Architekturen die wohl mieseste FPU. Und bis heute ist die x86-abgeleitete CISC Pseudo-RISC Architektur nicht sonderlich besser. Nur: es gibt keine Vergleiche mehr! RISC mit seinen schönen Ansätzen ist weitgehend tot und erlebt erst mit einem uralten Design von 1988 jetzt seine Renaissance, dem ARM (ich hatte einen Arm 1988, mit 8 MHz Takt hat dieser Kasten jeden 25 MHz i386/i387 in numerischen Modellierungen technisch überrannt).
Man darf nicht vergessen, daß Intel ein extrem radikales Unternehmen ist. Intel hat fast alle Alpha-Patente geschluckt, die AMD nicht abbekommen hat. SMT zum Beispiel ist eine DEC Erfindung. DEC ist weg, heute hat Intel diese Technik. Intel verfügt über diverse Entwicklungseinrichtungen und hat viele Erfahrungen im ASIC Bau, nebst massiv parallelen CPUs. Patente werden ausgeschlachtet, bis kein Tropfen Blut mehr aus dem Opfer zu quetschen ist - Opfer ist der Kunde.
Die Kastrations- und Preisorgien bei Intel zeigen, wer den Markt dominiert. Man kann auch schön verfolgen, daß Intel auf einen Konter der Konkurrenz stets etwas verzögert umso massiver zurückgeschlagen hat. Das ist gut für Intel, aber schlecht für den Markt, schlecht für die Innovation, schlecht für den Preis.
Ich glaube auch, daß der Bulldozer eher eine Notlösung gewesen ist. Nur welcher Art?
Eine Interimlösung, um den Untergang abzuwenden oder die letzte agonische Flatulenz eines sterbenden Unternehmens?
@JanR:
Hübscher Vergleich und ganz nach meinem Geschmack. Vielen Dank!
Sag, kannst Du noch sagen welchen Compiler Du verwendet hast? GCC 4.6 oder 4.7 oder hast Du schon mit dem GCC 4.7 experimentiert? Wie schaut denn der CLANG/LLVM 3.0 aus?
Nebenbei, es ist seit einiger Zeit bekannt, daß die Bulldozer-Kerne keine bis marginale Veränderungen gegenüber ihren K10-Vorgängern erfahren haben, wenn man von den AVX/2 Erweiterungen absieht. Das hat bereits zu vielen Spekulationen geführt, die sich letztlich fast alle in eine zermürbende Tatsache gewandelt haben.