_killy_ schrieb:
Nach der Denke ist es dann auch ein Bürgergeldprivileg? Weil Arbeitnehmer typisch weise nicht noch zusätzlich zum Lohn auch noch staatliche Transferleistungen bekommen?
Was ist das denn wieder für ein Ablenkungsmanöver? Das hat doch überhaupt nichts miteinander zu tun.
_killy_ schrieb:
Über "richtig" oder "nicht richtig" könnte man sich streiten. Aktuell zahlt ein eher kleiner Teil der Bevölkerung einen deutlich größeren Teil der Steuern. Das ist in soweit okay - solange hierfür auch von staatlicher Seite diese Steuern & Sozialabgaben auch entsprechend vernünftig verwendet werden. (Infrastruktur, Bildung ...)
Die vernünftige Nutzung dieser staatlichen Einnahmen ist aber auch ein anderes Thema und hat direkt nichts mit dem Dienstwagenprivileg zu tun. Imho hat auch das Steuerrecht bzw. die Steuerprogression eine Reform nötig, damit die Mitte entlastet wird und Spitzenverdiener stärker belastet werden.
_killy_ schrieb:
Nein, Steuern müssen ja weiterhin bezahlt werden. Es werden Sozialabgaben vermieden - weil Dienstwagen nicht SV Pflichtig sind.
Doch letztlich ist das ein Instrument, um Steuern und natürlich auch andere Abgaben zu vermeiden. Auch für den AG, der die Sachkosten hier besonders gut absetzen kann.
Sozialabgaben ist nicht zwingend das Thema, wenn der AN sowieso im Bereich bzw. über der Bemessungsgrenze liegt.
_killy_ schrieb:
Für E-Autos ist die Pauschale deutlich geringer als bei Verbrenner. Ob die Wagen jetzt primär privat genutzt werden ... sollte doch am Ende egal sein. Dass Netto verwendet man ja auch privat - so what?!
Dann sollen entsprechende Personen sich ein solches Auto vom eigenen Netto holen.
Es geht dabei ja darum, dass ein privilegierter Kreis hier von der Allgemeinheit subventioniert ein unnötig teures Fahrzeug samt All-Inclusive-Paket erhält, das überwiegend privat statt dienstlich genutzt wird.
_killy_ schrieb:
Genau hier liegt der Denkfehler. Wir sind in Deutschland eh schon ein Hoch-Lohn-Land. Wir können die Einkommen nicht bis ins unendliche hochschrauben. Wir sehen dies ganz klar, dass immer mehr gut bezahlte Jobs ins Ausland exportiert werden. Ebenfalls sind die hohen Steuern und Sozialabgaben wenig attraktiv für ausländische Fachkräfte.
Wenn wir also es immer weniger attraktiv machen, in Deutschland möglichst ein hohes Einkommen zu erzielen und gewisse Privilegien streichen - dann steigen nicht die Löhne - sondern die Arbeitsplätze und Mitarbeiter ziehen in die Länder - die diese Fachkräfte haben wollen.
Deutschland ist ein Hochlohnland, ja. Es gibt auch Länder, die noch höhere Löhne haben. Ich gehe auch mit, dass die Abgabenlast hierzulande für die meisten zu hoch ist. Aber auch das ist ein anderes Thema.
Spitzenverdiener werden durch die Bemessungsgrenzen schon ziemlich geschützt.
Und wenn der Arbeitgeber nicht so viel mehr Lohn zahlen will, soll sich der Arbeitgeber um andere Benefits kümmern und nicht der Staat bzw. dann der Steuerzahler.
_killy_ schrieb:
Also doch deutlich größere Steuerverluste. Für 100k Liste sind 13,8k Mwst enthalten. Bei 50k nur 6,9k. Auch ist bei einem 100k Auto eine deutlich höhere Marge & absolut mehr Gewinn mit inkludiert. Fehlen den Hersteller diese Autos - gibt es auch entsprechend weniger Unternehmenssteuern.
Die allermeisten dieser Fahrzeuge werden aber geleast und nicht gekauft. Und so viel wie ein Betrieb dabei absetzen kann, bezweifle ich, dass das für den Staat so ein gutes Geschäft wäre. Das Dienstwagenprivileg ist immer wieder auch eine Begründung für BMW, Mercedes und Co. ihre völlig absurden Listenpreise für die obere Mittelklasse und aufwärts zu rechtfertigen, weil die Autos dank Steuervergünstigungen ja so oder so abgenommen werden.
Der Staat ist aber nicht für die Marge der Konzerne zuständig.
Experten rechnen ja regelmäßig vor, wie viel Geld das Dienstwagenprivileg den Staat unterm Strich kostet.
P4ge schrieb:
Nur weil Ihnen diese Option nicht zugänglich gemacht wird, heißt das nicht, das sie es potentiell nicht doch bekämen.
Faktisch bekommen es sehr viele Arbeitnehmer aber gar nicht erst. Das ist nicht einmal eine Option bzw. der Arbeitnehmer braucht gar nicht erst danach zu fragen.
P4ge schrieb:
Würdest du sagen die aktuell 1000,- € Inflationsprämie ist dann auch ein Privileg wer es bekommt?
Das ist zuerst mal einfach nur eine unglaublich schlechte Lösung für die aktuelle Krise. Aber grundsätzlich ist es auch eine ziemliche Ungleichbehandlung, da Beschäftigte eines großen Konzerns eher profitieren dürften als Beschäftigte kleiner Betriebe.
P4ge schrieb:
Und wenn der Mitarbeiter nicht mehr Geld haben möchte, sondern wirklich lieber das Auto?
Genau dort ist ja anzusetzen. Einfach die Vorgaben für privat nutzbare Dienstwagen ändern. Also wie weiter oben zum Beispiel maximal 50.000€ Liste. Gleichzeitig die Rahmenbedingungen anpassen. So ein Auto für 0,25% beim BEV pauschal zu versteuern ist einfach ein heftiges Steuergeschenk.
Wenn der Beschäftigte dann etwas anderes will, soll dieser mit dem Arbeitgeber verhandeln oder der Arbeitgeber etwas anderes anbieten.
P4ge schrieb:
Vielleicht firmenvorgabe ? Wäre ja auch sinniger als persönliche vorgabe.
Wenn es ein Poolfahrzeug ist, soll der Betrieb das machen. Bei überwiegend privater Nutzung, die vom Steuerzahler subventioniert wird, sieht das anders aus.