News Elektronische Patientenakte: Akzeptanz auch nach einem Jahr weiterhin gering

Die Interessen der Bürger spielte bei Einführung der ePA überhaupt keine Rolle.
Deswegen wurde auch nicht richtig umfassend informiert und durch Opt-out die Bequemlichkeit der Menschen ausgenutzt. Viele haben dadurch jetzt eine ePA obwohl sie die gar nicht nutzen. Für die Wirtschaft und den Behörden/Sozialämter ein voller Erfolg.
 
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joel schrieb:
"doch weshalb auch die Sprechstundenhilfe des eigenen Zahnarztes auf eben diese Daten zugreifen kann, ist für viele nicht nachvollziehbar. 68 Prozent der Befragten wünschen sich daher, genau festlegen zu können, wer Zugriff auf die Daten erhält."
Das liegt halt am mangelndem wissen. Für deinen Zahnarzt ist es schon interessant zu wiss n, ob du eine Blutgerinnungsstörung hat, Aspirin nimmst oder auf Novalgin schlecht reagierst.
 
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Alphanerd schrieb:
Für deinen Zahnarzt ist es schon interessant zu wiss n, ob du eine Blutgerinnungsstörung hat, Aspirin nimmst oder auf Novalgin schlecht reagierst.
Der Arzt verlässt sich da aber nicht auf die ePA sondern möchte das von dir nochmal schriftlich haben. ;)
 
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pmkrefeld schrieb:
Kann doch aber auch nicht das Problem sein bei den ganzen Smartwatches die Leute tragen.
Puls und Schrittzähler mit ernsthaften medizinischen Diagnosen gleichzusetzen kann man natürlich, besonders in Anbetracht der Tatsache das bei ersterem die Identität mitnichten eindeutig festgelegt werden muss
 
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Ich nutze die digitalen medizinischen Möglichkeiten und Angebote eigentlich gerne, aber es erschreckt wie oft diese "ausfallen". Beispiel e-Rezept. Ich brauche sowohl von meinem Hausarzt als auch meinem Hautarzt (Achtung, nur ein Buchstaube Unterschied :D) monatlich ein Rezept. Ich gehe dann nur 1x pro Quartal zum Einlesen der Krankenkassenkarte in die Praxis und rufe ansonsten für die Ausstellung eines e-Rezeptes an, die ich dann per App in meiner Online-Apotheke einlöse. Leider passiert es bei beiden regelmäßig, dass "das e-Rezept System ausgefallen ist" - dann muss ich es an einem anderen Tag noch einmal probieren, oder aber ich hole mir ein Papier-Rezept ab und schicke das dann wiederum per Post zu meiner Online-Apotheke...
 
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shadowrid0r schrieb:
evtl noch netflix-amazon-ebay-disney+-paramount...
Na klar. Aus meinen streaming Accounts erfährt man natürlich direkt bei welchen Ärzten ich weswegen in Behandlung bin. 😵‍💫
 
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wern001 schrieb:
Was mir sauer aufstößt ist die schlecht anonymisierte "anonyme" Weitergabe für zu Wissenschaftlichen Zwecken.

Während der Pandemie hatte ich mich auch extrem darüber gewundert, als ich plötzlich Post von der Bundesregierung bekam! Einmal ein Brief mit Gutscheinen für Masken, dann einmal Post mit einer Bescheinigung für die Prio-Impfung (Gruppe 2). Grund war meine Vorerkrankung. Aber: Ich hatte das nicht angefragt oder so. Ich habe auch nie einer Datenweitergabe zugestimmt. Das Gesundheitsministerium hat offenbar einfach die Gesundheitsdaten von den Krankenkassen abgefragt, die wiederum die Infos von den Ärzten hatten. (Historische Rezepte und Diagnosen) Dann ging die Info an die Bundesregierung weiter (ja wirklich, die Briefe kamen von der Bundesregierung!!) Ich dachte, wir hätten in Deutschland die DSGVO und eine ärztliche Schweigepflicht? 🤔 Ich habe an absolut keiner Stelle in die Weitergabe meiner Gesundheitsdaten zur Regierung eingewilligt. Während der Pandemie gingen auf einmal Sachen, die sonst unvorstellbar gewesen wären - in einem Wahnsinnstempo!
 
LikeHike schrieb:
Die vom CCC genannten Lücken waren fast alle nicht Softwarespezifisch. Mittlerweile auch nur noch ein Verein ewig gestriger.
Was ist bitte Softwarespezifisch?
Das die Softwarekomponenten, die Teil der TI sind, großräumig scheiße sind ist durchaus bekannt. Jedesmal, wenn entsprechendes in Richtung Hersteller und Gematik kommuniziert wird, fängt da das Große: "Ist ja nicht schlimm, Angreifer braucht ja Überhaupt erstmal Zugriff auf den Computer der Praxis/GK und die Absicherung dieser liegt in Verantwortung der Praxis/GK". Das die Spezifikationen der TI da an vielen Stellen schlicht Prozessdefinitionen aussparen, die eine sichere Handhabe in der Realität befördern ist vollends egal.
Entsprechend wird das bisschen mediale Aufmerksamkeit, welches der CCC bekommt gezielt genutzt um nur ausgewählte Probleme anzusprechen, aus denen sich schwerer herausgewunden werden kann.

Lustigerweise sind in den Zeitungen der Kammern, für Ärzte und Apotheker die Themen weit differnzierter beleuchtet und es wird sich gern mal zusammen mit CCC-Umfeld ausgekotzt wie kaputt das alles ist.

Zudem in den großen Medien hatten "wir" u.a.:
  • Verteilung der Credentials funktioniert nicht sicher, Beschaffung durch unbefugte Dritte ist möglich
  • Unbefugt beschaffte Credentials sind über Jahre aktiv
  • Zertifikate auf sackteuren Konnektoren können via Softwareupdate durchgeführt werden statt Millionnen an Krankenkassenbeiträgen zu verbrennen

Allein die ersten beiden Punkte sind so Dinge, bei denen die meisten Pentests ihr Ende finden und als nicht bestanden gelten.

SamSoNight schrieb:
Selbst wenn alles perfekt funktionieren würde und datenschutz-konform wäre, würden sich die Ärzte heutzutage eh keine Zeit nehmen die Akte durchzulesen :(
Akte lesen wird halt auch nicht bezahlt. Eine gut gefüllte ePa ist eine unstrukturierte Sammlung aus PDFs und innerhalb der Softwareplattform nicht durchsuchbar. Die resultierenden Prozesse sind entsprechend derart mies, dass die Handhabe der ePA im Regelfall länger dauert, als das Lesen von Papieraktien/Arztbriefen (die sind wenigstens sortiert).


Khaan schrieb:
In anderen Ländern gibt's die EPA seit fast 10 Jahren, wer die EPA ablehnt soll sich bitte nicht über steigende Beiträge wundern, die Ärzte haben besseres zu tun als stundenlang auf analoger Form die Patientenakte anzufordern.
Nicht wenige Ärzte wünschen sich die Geschwindigkeit der Faxe zurück. Sprechstundenhilfe sendet Anfrage via Fax, arbeitet derweil weiter und nach Stunden bis einem Tag ist die gewünschte Information da. Anfragen via KIM (Email in schlecht) dauern jetzt teils immernoch >10min innerhalb des selben Anbieters, teils Stunden zwischen den Anbietern, Größe von Anhängen ist extrem begrenzt. Ganz zu schweigen davon, dass die Prozesse innerhalb der div. Praxisverwaltungssoftwarelösungen übel Scheiße sind (Ich kenne nicht eine Lösung, wo man innerhalb einer lokalen Patientenaktive einen Bereich markieren und dann gezielt zum Kollegen senden kann via KIM). Es ist immer irgend eine Abwandlung von PDF in Datei drucken, KIM schreiben mit händig übertragenen Patientendaten, Anhang anhängen und dann senden. Bei vielen Praxen führt das dann auch zu wildem Dateiwust auf den Rechnern von PDFs und Aztbriefen mit sensiblen Gesundheitsdaten.
Scannen und Drucken wurde digitalisiert, die Prozesse nicht.

Auch dumm für z.B. Patienten mit Allergien, die im Notfall aufgrund fehlender EPA einen allergischen Schock erleiden, da sie auf Medikamente reagieren.
Wobei Allergien und Medikamentenverwaltung in einem gescheitem Datenformat ein recht neues Feature ist. Das systematisch maschinenlesbare Ablegen dieser Daten funktioniert derzeit auch nur in diesem Bereich, div. Softwarelösungen bekommen es nicht soooo sauber hin und Kritiker fordern seit Beginn der Gematik, dass systematisch maschinenlesbare Daten zwingend sein müsssen für Alles.. :(

joel schrieb:
Wäre doch spannend, wenn das mal jemand vom CCC übernehmen würde, und zunächst einmal die Voraussetzungen definieren würden, die eine ePA möglich machen könnten.
Die Komplexität des Ganzen ist um ehrlich zu sein VIEL größer, als dass es mal eine Person oder eine Gruppe im Rahmen ihrer Vereinsaktivität bewerkstelligen könnte. Zudem wäre das Echo aller Wahrscheinlichkeit extrem, wenn Offenlegung, harte Qualitätsmerkmale bei Softwarekomponenten und Interoperabilität bei Datenaustausch gefordert wird. Gerade letzteres wurde von System- und Dienstanbieter ja unterbunden, weswegen wir die PDF-Zettelwirtschaft in der ePA haben. Gegen das Echo gegen den CCC auf medialer und politischer Ebene wenn die entsprechenden Unternehmen dagegen Sturm laufen würden, würde der CCC nicht überstehen können.
 
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Spiczek schrieb:
Ich hatte gestern in den Radionachrichten (ich glaube auf 90s90s), dass der Großteil (die ca. 70%) es zu kompliziert findet sich dort anzumelden und deshalb die Nutzung zu gering ist.
Ich habe mir mal die Primärquelle angeschaut. (https://www.vzbv.de/sites/default/files/2026-02/26-02-18_vzbv_Befragungsergebnisse ePA.pdf)
"Generell zu kompliziert" sagen nur 11%.
Aber ich muss meine Aussage auch zurückziehen. Die Aussage von CB ist imho mindestens irreführend. Die 75% beziehen sich auf Leute, die die ePA schlicht nicht verwenden, weil sie sich damit nicht auseinandergesetzt haben. Das ist aber nicht automatisch Ablehnung.
 
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Helge01 schrieb:
Bei mir habe auch alle Ärzte zum Widerspruch geraden. :D
Ich kann nur sagen das ich als ´eingestellter´ Diabetiker mit Bluthochdruck & diabetischer Neuropathie oft im Rahmen der Therapieen ständig bei irgendwlchen Fachärzten vorstellig werden darf.
Nach sechs HerzOPs schleppst du dann die gesammelten Befunde von dem ganzen Quark mit zum nächsten Facharzt... Und darfst dich dann erst mal mit Kladde bewaffnet dem Fragegebogen im Wartezimmer beschäftigen und diesen Lückenlos ausfüllen. Und das bitte genau und präzise! Weil der neue Facharzt muss dich ja erst mal kennenlernen. Seine Untersuchung erfordert ja genaue Kenntnis von Vorerkrankungen für sein Befund/Therapie...
Dann ist die erste Stunde im Wartesaal schon mal verbraucht...

Das Gleiche passiert wenn du mal ins KH musst aus Gründen... Die wollen immer gerne wissen was los ist mit Dir.

Oder...

Du gibst zum Termin die ePA-Karte ab und er macht sich ein Bild von deinem Zustand. Fertig!
Falls ansprechbar, im RTW gibst du dem Sani die ePA und auf dem Weg ins KH haben alle schon mal ein Plan. Fertig!

Die meisten die sich über ePA aufregen sind nur gerinügig krank, wenn überhaupt, und gar nicht von diesem nervenden Fragebogen ausgefülle betroffen. Und haben immer den Datenschutz hart im Fokus...
Aber mit 67 sage ich einfach mal: Abwarten! Je älter um so länger wird der Fragebogen.
Am Ende findet man ePA einfach nur Hilfreich für Patienten.

Ärzte blockieren das gerne aus rein wirtschaftlichen aspekten. Die jeweiligen Befunde können ja auch von Kollegen ´neu überdacht´ werden.
 
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@shadowrid0r Wenn für dich der Nutzen der ePA höher ist wie die Nachteile, dann ist es für dich ja gut.
Ich denke du wirst dich damit auch auseinandergesetzt haben.

Das gilt aber wie man sieht nicht für die Allgemeinheit.
 
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-MK schrieb:
Na klar. Aus meinen streaming Accounts erfährt man natürlich direkt bei welchen Ärzten ich weswegen in Behandlung bin. 😵‍💫
War eher als Metapher gemeint für: Datenschutz existiert nicht.
 
Ich finde das auch - richtig umgesetzt- als eine erleichterung für alle Seiten. Ärzte und Patienten. Aber wie so oft- es hapert an der Umsetzung und an dösigen Gesetzen.
 
RedAdair schrieb:
Ich finde das auch - richtig umgesetzt- als eine erleichterung für alle Seiten.
Genau. Leider ist auch für den von @shadowrid0r angesprochenen Fall mit dem Notfalleinsatz leider keine Option vorhanden, dass der Notarzt oder der Notfallsanitäter die Akte aufrufen können.
 
Das liegt an der Umsetzung.
Ganz ehrlich, so wie fast jedes "Digitalisierungsprojekt" unserer Regierung ist es absolute Katastrophe.

Gerade bei so sensiblen Daten wurde es so mieserabel umgesetzt, man könnte meinen es soll nur dazu dienen die Daten zu monetarisieren... Datenschutz war im Lastenheft wohl an letzter Stelle, wenn überhaupt.
Fehlende Schnittstellen, Wirrwarr bei den Dateiformaten.

Hatte damals direkt widersprochen.

Und der aktuelle Vorstoß, bestätigt mich in meiner Meinung.
https://www.heise.de/news/Gesundhei...enakte-bleibt-zentrales-Element-11172848.html

Dann Ausverkauf der Daten innerhalb der EU:
https://www.heise.de/news/Psycholog...n-besseren-Schutz-der-ePA-Daten-11147250.html
 
Zuletzt bearbeitet:
Für mein Krankheitsgrad finde ich ePa gut. Vieles geht schneller...
 
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