FAQ - Häufig gestellte Fragen

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Boron

Commander
Dabei seit
Sep. 2001
Beiträge
2.785
Hier findet Ihr eine kleine Auflistung von wichtigen und häufig gestellten Fragen rund um Linux.

Wem von euch auffällt, dass eine Frage zum 100ten Mal gestellt wurde, und der Meinung ist, dass diese es wert wäre hier aufgenommen zu werden, kann einem Linux-Moderator (Boron und Aki) eine persönliche Nachricht (PN) schicken. Am besten die Frage und Antwort bereits fertig formuliert mitliefern (Änderungen und Ergänzungen bleiben vorbehalten).
Ergänzungen und Fehlerkorrekturen bitte auch per PN an die Moderatoren.

Ziel soll es sein, bei bei solchen "Standardfragen" hierher zu verweisen.
Wenn im Folgenden von "Linux" die Rede ist, dann ist eigentlich "Distribution" gemeint. Wenn wirklich der Kernel gemeint ist, dann wird dies aus dem Kontext ersichtlich.

Woher bekomme ich Linux?

Welches Linux ist das Beste oder welches soll ich nehmen?

Wo gibt es Linux Grundlagen / Befehlsliste / Anleitungen / HowTos?

Wie kann ich Linux deinstallieren?

Ich habe eine ISO Datei mit Linux. Was soll ich mit der machen?

Wie installiere ich einen Grafikkartentreiber?

Wie partitioniere ich meine Festplatte sinnvoll?

Kann ich Linux neben Windows installieren?

Was ist der Unterschied zwischen Live-CD und Live-DVD?

Kann ich Linux testen ohne es zu installieren?

Woher bekomme ich die ganzen Treiber?

Brauche ich einen Virenscanner?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Boron

Commander
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Sep. 2001
Beiträge
2.785
Woher bekomme ich Linux?

Deine eigentliche Frage lautet: "Woher bekomme ich eine Linux-Distribution?"
Genaugenommen ist Linux nur der Kernel, also der Kern des Betriebsystems (siehe www.kernel.org). Du willst aber ein System mit Kern und Dienstprogrammen (Textverarbeitung, Dateiverwaltung usw.).

Jetzt aber zur Beantwortung der Frage:

Die großen Distributoren bieten (in Fachbuchhandlungen, bzw. Computerläden) "geboxte" (in Schachtel) Versionen ihrer Distribution zum Verkauf an. Diese enthalten neben den CDs mit dem System und den Programmen auch ein Handbuch, was für Einsteiger sehr interessant ist.

Zusätzlich bieten fast alle Distributoren auf ihren Seiten im Internet bootfähige CD Images zum Download an.

Eine schöne Sammlung der populärsten Distributionen findet ihr auf www.linuxiso.org und www.distrowatch.com. Dort hat es dann auch gleich Links auf die CD/DVD-Images.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: (distrowatch hinzugefügt)

Boron

Commander
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Sep. 2001
Beiträge
2.785
Welches Linux ist das Beste oder welches soll ich nehmen?

Die Antwort auf diese Frage ist immer die selbe: "Es kommt darauf an..."
Auf persönliche Vorlieben, auf den Einsatzzweck, und und und.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass für Anfänger die "großen" Distributionen geeignet sind (SuSE, Mandriva (Fusion aus Mandrake und Conectiva), Fedora (war RedHat)). In den Kaufversionen sind gedruckte Handbücher enthalten die Gold wert sind.

Wer tiefer in die Materie und das System einsteigen möchte findet bei allen anderen Distributionen garantiert etwas. Von kompletten "Do-it-yourself" Distributionen, bei denen alles selbst kompiliert und konfiguriert werden will, bis hin zu den "großen" nicht unähnlichen Distris die nur in Downloadversionen verfügbar sind.

Wo die Unterschiede in den Distributionen liegen kann auf der Seite hinter dem folgenden Link nachgelesen werden: http://www.linuxforen.de/forums/showthread.php?t=117571
(Keine Gewähr auf Vollständigkeit und Aktualität) Sollte der Link mal eines Tages ins Leere führen, bitte einen Moderator verständigen.


Siehe auch hier:
Welche Distribution soll ich nehmen?
[FAQ] Welche Distribution ist für mich die "richtige"?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: (Link hinzugefügt)

Boron

Commander
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Sep. 2001
Beiträge
2.785
Wo gibt es Linux Grundlagen / Befehlsliste / Anleitungen / HowTos?

Oftmals wird in Antworten auf Fragen im Forum mit "Mit dem Befehl mupfl -c bekommst du Anzahl der NFS Exports heraus".
Dann bleiben eigentlich zwei Möglichkeiten für den Ratsuchenden:
  • Er verzweifelt, weil er nicht weiß, was mupfl, NFS und Exports sind
  • Er wünscht sich mehr über Linux zu wissen. Ihm fehlt der Hintergrund um mit diesem Tipp etwas anfangen zu können.
Dies ist der Punkt an dem viele Seiten in Internet anknüpfen: Dokumentation und Erklärung der zahlreichen Komponenten von Linux.

Die umfangreichste und auch als Referenz dienende Seite ist http://tldp.org/. Diese Seite enthält nahezu alle erhältlichen HowTos die es gibt. Ein HowTo ist eine, meist als HTML Seite, verfasste Erklärung zu einem bestimmten Thema: z.B. "how to iptables" (how to = wie kann man/funktionieren...) (iptables = Paketfilter des 2.4er Kernels).
Alllerdings ist das meiste davon auf Englisch, sehr lang und oft sehr kompliziert. Dafür aber sehr ausführlich beschrieben.

Gute Einführungen in deutscher Sprache gibt es hier:
Wer sich für mehr interessiert wird im Internet garantiert fündig.

Tipps:
  • Viele HowTos werden mit den Distributionen bereits mitgeliefert und installiert.
  • Zu fast allen Befehlen gibt es ein Handbuch, die sogenannte manpage. In einer Konsole einfach "man <programm-name>" eingeben und lesen (mit Taste q wieder verlassen).
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: (openos hinzugefügt)

Boron

Commander
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Sep. 2001
Beiträge
2.785
Wie kann ich Linux deinstallieren?

Leider wird diese Frage viel zu häufig gestellt.
Aber uns Linux Liebhabern soll man nicht vorwerfen können, dass wir unsere Mitmenschen nur zum Gebrauch von Linux überreden wollen, nein, wir helfen auch wenn sie dieses wundervolle Betriebssystem wieder loswerden wollen (zwar widerwillig, aber mit gewohnter Zuverlässigkeit ;)).

Kurzanleitung: (kleiner Seitenhieb auf eingefleischte Windows User)
Linux wird nicht anders "deinstalliert" als Windows.
- MBR (Master Boot Record) neu schreiben
- Nicht mehr benötigte Partitionen beliebig bearbeiten

Jetzt aber ernsthaft:
Gehen wir mal davon aus, dass parallel zu Linux noch Windows installiert ist. Dies dürfte der häufigste Fall sein.
Sollten noch andere Betriebsysteme, wie z.B. BeOS oder OS/2 installiert sein, dann könnten die folgenden Tipps auch zum Erfolg führen, ohne die verbleibenden Systeme zu gefährden, aber dafür übernehme ich keine Garantie.

Windows 95 / 98 / ME
Einfach auf der DOS-Ebene "fdisk /mbr" eingeben.

Windows NT / 2000 / XP
Per Windows-CD booten, auf "Reparieren" gehen und "fixmbr" eingeben.

Windows Vista / Windows 7
Das System von der Windows-DVD booten und beim Installationsdialog auf Computerreparaturoptionen gehen. Nach Auswahl des Betriebssystems und des Tastaturlayouts im Menü Eingabeaufforderung wählen.
Durch die Befehle bootrec /fixmbr und bootrec /fixboot wird ein neuer Master Boot Record sowie Startsektor geschrieben.

Windows 8
Die Windows-DVD booten, bei der Sprachauswahl auf Weiter, Computerreperaturoptionen, Problembehandlung, Erweiterte Optionen und dann Eingabeaufforderungen gehen.
Durch die Befehle bootrec /fixmbr und bootrec /fixboot wird ein neuer Master Boot Record sowie Startsektor geschrieben.
Eventuell kann das Problem auch durch die Automatische Reperatur behoben werden, welche ebenfalls unter den Erweiterten Optionen zu finden ist.

Die nun nicht mehr benötigten Partitionen von Linux können mit beliebigen Programmen (PartitionMagic, fdisk, ...) bearbeitet werden. Ihr könnt diese Partitionen neu partitionieren und formatieren wie ihr lustig seid. Ihr braucht nichts auf diesen Paritionen zu löschen, da dies beim Partitionieren/Formatieren sowieso passiert.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: (Windows 8 hinzugefügt)

Boron

Commander
Ersteller dieses Themas
Dabei seit
Sep. 2001
Beiträge
2.785
Ich habe eine ISO Datei mit Linux. Was soll ich mit der machen?

Die Linuxdistributionen im Internet werdem meist in Form einer oderer mehrerer ISO Dateien zum Download angeboten.
Diese Dateien sind Imagedateien, Abbilder, von CDs oder DVDs. Es ist nicht notwendig sie mit Tools wie Isobuster oder sonstigem Blödsinn irgendwie zu entpacken oder andersartig zu bearbeiten.

ISO Dateien können mit jedem üblichen Brennprogramm auf CD/DVD gebrannt werden. Dabei sollte allerdings "Image brennen" oder "CD/DVD Abbild brennen" im Menü oder im Wizard ausgewählt werden (lautet eventuell anders, aber sinngemäß wird so etwas zur Auswahl immer angeboten).

Es ist auch nicht notwendig die CD/DVD extra bootbar zu brennen.
Wenn z.B. für die Mandriva Distribution drei ISO Dateien runtergeladen werden, dann ist zumindest die erste CD nach dem Brennen automatisch bootbar. Die gilt entsprechend für alle Distributionen.

Alternativ lassen sich auch bootbare USB-Sticks mit Programmen wie Ventoy oder Etcher erstellen.

Oftmals wird an selber Stelle wie die ISO Dateien auch eine Datei mit Namen MD5SUMS angeboten. Diese Datei enthält die MD5 Checksummen der zum Download angebotenen Dateien.
Diese Checksummen dienen zum Überprüfen, ob die Dateien auch wirklich fehlerfrei übertragen wurden.
Dazu wird ein kleines Zusatzprogramm benötigt.
Unter Linux nutzt man md5sum in der Konsole. Es ist meist schon installiert, und für die Konsole unter Windows ("Eingabeaufforderung" ) kann es hier http://www.etree.org/md5com.html geladen werden. Grafisch unter Windows hier: http://www.md5summer.org.

Der Aufruf md5sum dateiname.iso (geht auch mit jeder anderen Datei) zeigt nach einigen Sekunden eine Checksumme an. Ist diese identisch mit der zu der Datei gehörenden Checksumme, wie sie in der MD5SUMS Datei steht, dann wurde der Download fehlerfrei durchgeführt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

aki

~amd64
Moderator
Dabei seit
Feb. 2002
Beiträge
3.561
Wie installiere ich einen Grafikkartentreiber?

Die meisten von euch werden eine Grafikkarte von AMD (Ati) oder NVIDIA besitzen, weshalb ich mich erstmal auf diese beiden Hersteller beschränke.

Treiber und Installationsanleitungen findet man auf der jeweiligen Homepage, die meisten Distributionen bieten jedoch auch eigene, angepasste Pakete an, die sich schnell und einfach über das hauseigene Paketverwaltungstool installieren lassen (sollten ;)). Diese sind auf jeden Fall zu bevorzugen.
Generell ist zu sagen, dass für die manuelle Installation in der Regel ein Compiler und der Quellcode des verwendeten Kernels benötigt wird, um das Treibermodul anzupassen. Sofern kein Konfigurationsprogramm genutzt wird muss nach der Installation noch die Config des Grafikservers editiert werden.

Diese Auflistung ist sicher nicht komplett, deckt aber die gängigsten Distributionen ab. Weitere Vorschläge inklusive HowTos könnt ihr mir gerne per PN schicken ;)


Der Treiber für AMD-Karten (amdgpu) ist Open Source und sollte in der Regel schon vorinstalliert sein!


openSUSE
:
NVIDIA


Gentoo:
AMD
NVIDIA


(K/X/L)Ubuntu:
AMD
NVIDIA


Debian:
NVIDIA


Arch Linux
AMD
NVIDIA
 
Zuletzt bearbeitet: (Links aktuallisiert)

aki

~amd64
Moderator
Dabei seit
Feb. 2002
Beiträge
3.561
Wie partitioniere ich meine Festplatte sinnvoll?



Viele Anfänger bemerken bei der Installation von Linux, dass sich Linux nicht einfach mit einer Partition zufrieden gibt, sondern ganz gerne "expandiert".

Die gängigsten Distributionen bieten hier eine automatische Partitionierung, die in der Regel auch zu einem sinnvollem Ergebnis führt. Doch wie sieht das ganze aus, wenn wir hier selber Hand anlegen wollen?


Grundlegende Partitionen:

/
swap


/ (Root) entspricht der Systempartition, in der sämtliche Daten von Konfiguration bis "Eigene Dateien" der User gelagert werden, sofern keine weiteren Partitionen erstellt werden.

Swap kennen wir aus der Windowswelt als Auslagerungsdatei. Dieser Speicherplatz wird nur dann genutzt, wenn der Arbeitsspeicher voll ist, oder aber die Funktion Suspend to Disk (Ruhezustand) benutzt wird.



Empfehlenswerte Partitionen:

/boot
/home


/boot beinhaltet Bestandteile des Bootmanagers und den bzw. die Kernel inklusive dessen Konfigurationen. Dies sind sehr wichtige Systembestandteile, weshalb eine Auslagerung zu empfehlen ist. Selbst bei einem Crash von Linux können somit über den Bootmanager weiterhin andere Systeme geladen werden.

/home entspricht den eigenen Dateien unter Windows. Alles was einem User gehört wird dort gespeichert, was auch individuelle Einstellungen sämtlicher Programme beinhaltet. Jeder User bekommt hier ein Unterverzeichnis. Die Abtrennung von /home ist sehr zu empfehlen! So kann man die Distribution beliebig wechseln oder auch mehrere gleichzeitig benutzen, ohne auch nur eine Einstellung zu verlieren.



Individuelle Partitionen nach Bedarf:
In jedem Verzeichnis können noch weitere Partitionen nach Bedarf eingehangen werden für individuelle Einsatzzwecke. So kann man z.B. eine Ramdisk für /tmp anlegen oder den Browser-Cache darauf auslagern. Um einer Fragmentierung entgegen zu wirken kann man auch Dateien auslagern die sich schnell und häufig ändern. So kann man z.B. bei Gentoo für /usr/portage eine Partition einrichten.




Bei Verwendung einer SSD kann auf diverse Partitionen verzichtet werden. Aufgrund von Wear-leveling werden sämtliche Daten über die vorhandenen Speicherchips verteilt, eine physikalische Trennung findet also nicht mehr statt. Durch den Entfall mehrerer Partitionen wird ebenfalls Speicher gespart, der nicht Pauschal durch eine Partition reserviert wird. Folgendes sollte ausreichen:

/
/home
swap




Wie groß mache ich die Partitionen?
Dies hängt ganz stark von den Bedürfnissen des Benutzers ab. Ausgefallene Ansprüche können hier sehr abweichen. Für alle "Normalos" sollten folgende Werte ausreichen:

/boot - 200-250 MB - Reicht für einige Kernel und sollte noch genug Luft übrig lassen

/ - ~25 GB - Für jede "normale" Benutzung sollte das komplett ausreichen.

swap - Hier scheiden sich tatsächlich die Geister. Suchmaschinen werfen einige Faustregel aus, die eine große Reichweite abdecken. Fakt ist, dass Linux die Swap Partition so gut wie nie benutzt! Schon gar nicht von alleine, so wie es Windows macht, sondern nur wenn der Arbeitsspeicher tatsächlich voll ist.

Bis 1024MB Ram würde ich die alte Faustregel 2*Ram anwenden, also
128 -> 256
256 -> 512
512 -> 1024
1024 -> 2048
Hintergrund ist, dass man bei so wenig Speicher sowieso eine sparsame Distribution wählen muss und deshalb die Nutzung des Swaps dennoch recht gering sein sollte. Dementsprechend alt und langsam wird dann auch die Festplatte sein, weshalb mehr Swap keinen Sinn ergibt. Reicht dies nicht, ist sehr wahrscheinlich etwas anderes nicht in Ordnung ;)

Ab 2048MB Ram und aufwärts können wir dann bei 2048MB Swap bleiben, es sei denn es wird gezielt Video- oder Bildbearbeitung betrieben. Spätestens ab 8 GB Arbeitsspeicher könnte man bei normaler Benutzung auf Swap komplett verzichten, ein kleiner "Notgroschen" tut jedoch sicher nicht weh.

Generell kann man sagen, dass bei regelmäßiger Nutzung des Swaps eine Aufstockung des Arbeitsspeichers das sinnvollste wäre. Das System wird dadurch deutlich schneller.

Einige gehen auch einen anderen Weg:
Bei modernen Rechnern, welche viel Arbeitsspeicher mit sich bringen, wird komplett auf eine eigene Swap Partition verzichtet. Bei Bedarf wird hier einfach eine Swapdatei eingerichtet. Das spart zum einen natürlich eine Partition und zum anderen auch Speicherplatz, der nicht pauschal reserviert werden muss. Swapdateien können auch zusätzlich hinzugefügt werden, wenn die gewählte Partition doch zu klein war.


=> Suspend to Disk (Ruhezustand)
Sollte man diese Funktion nutzen wollen, muss man deutlich mehr Speicher einplanen. Der komplette Inhalt des Arbeitsspeichers wird in diesem Fall in die Swap Partition geschrieben, weshalb sie mindestens so groß sein muss wie der verbaute Ram. Auch hier liest man oft die Faustregel 2*Ram, was aber grade bei modernen Rechnern schnell ausufert und deshalb meiner Meinung nach keinen Sinn ergibt. In diesem Fall schlage ich Ram + 30% vor.

/home - Rest - Als normaler User findet alles in diesem Verzeichnis statt, weshalb hier möglichst viel Platz eingeplant werden sollte.



Diese Angaben sind sicherlich kein Allheilmittel, stellen aber eine gute Grundlage dar. Für Anregungen bin ich per PN jederzeit zu haben ;)
 
Zuletzt bearbeitet: (Größen angepasst)

aki

~amd64
Moderator
Dabei seit
Feb. 2002
Beiträge
3.561
Kann ich Linux neben Windows installieren?

Ja! Linux installiert einen Bootmanager, der die vorhandenen Betriebssysteme automatisch erkennt und einem diese beim Systemstart zur Auswahl stellt. Dies ist in der Regel Grub / Grub2. Linux sollte stets nach Windows installiert werden, da Windows keine Rücksicht auf andere Systeme nimmt und diese nicht zur Auswahl auflistet. Ebenso werden vorhandene Bootmanager bei der Installation von Windows überschrieben, was den Start von Linux später natürlich erschwert. Wer eine Bastelstunde umgehen will installiert Linux also zum Schluss ;)

Sofern Linux und Windows auf separaten Festplatten installiert werden sollen, kann man auch einen alternativen Weg wählen. Immer öfter wird empfohlen während der Installation eines Systems die jeweils andere Festplatte abzustecken. Somit kann eine strickte Trennung garantiert werden. Die Wahl des System erfolgt dann über das Bootmenü des Mainboards.
 
Zuletzt bearbeitet: (ergänzt: Festplatte abstecken)

aki

~amd64
Moderator
Dabei seit
Feb. 2002
Beiträge
3.561
Was ist der Unterschied zwischen Live-CD und Live-DVD?

Neben Live-CDs werden auch immer öfter Live-DVDs angeboten. Da auf eine DVD natürlich mehr Daten passen, ist diese Version umfangreicher. Enthalten sind vor allem die kompletten Sprach-Anpassungen und mehrere Desktop-Environments (Arbeitsumgebung). Letztere muss bei den CDs schon vor dem Download ausgewählt werden, da nicht genug Platz für mehrere vorhanden ist. Nützlich sind die DVDs vor allem dann, wenn der betroffene Rechner über keinen Internetzugang verfügt. Ansonsten reicht für eine normale Installation immer die CD-Version, da sämtliche Pakete online zur Verfügung stehen und bei Bedarf nachinstalliert werden können.
 

aki

~amd64
Moderator
Dabei seit
Feb. 2002
Beiträge
3.561
Kann ich Linux testen ohne es zu installieren?

Viele Distributionen bieten Live-CDs / DVDs an. Diese beinhalten ein komplettes Betriebssystem, welches ohne Änderungen am System gestartet werden kann. So lässt sich sehr gut abschätzen, ob einem das System zusagt und ob die benutzte Hardware unterstützt wird. Es besteht die Möglichkeit der direkten Installation, der Reperatur bestehender Systeme, Datensicherung und vieles mehr.

Das ganze funktioniert auch über USB-Stick. Hierfür gibt es mehrere hilfreiche Programme:

https://www.ventoy.net/
https://www.balena.io/etcher/
http://www.pendrivelinux.com/universal-usb-installer-easy-as-1-2-3/
http://unetbootin.sourceforge.net/


Siehe auch hier: Workshop - Linux-Distributionen live vom USB-Stick testen



Eine andere Möglichkeit wäre das Testen in einer virtuellen Maschine wie Virtualbox oder VMWare, ohne sein System durch eine direkte Installation zu gefährden.
 
Zuletzt bearbeitet: (ventoy hinzugefügt)

aki

~amd64
Moderator
Dabei seit
Feb. 2002
Beiträge
3.561
Woher bekomme ich die ganzen Treiber?

Die meisten Hardwarekomponenten laufen unter Linux out of the box, also ohne weiteres Zutun des Nutzers. Nach der Installation einer beliebigen Distribution ist das System somit bereits einsatzbereit.
Die Treiber sind oft Bestandteil des Kernels oder Open Source und direkt vorinstalliert.

Bei Grafikkarten von Nvidia ist es durchaus empfehlenswert den proprietären Herstellertreiber zu installieren, da dieser in der Regel eine deutlich bessere Geschwindigkeit ermöglicht, als der entsprechende Open Source Treiber. Wie installiere ich einen Grafikkartentreiber?

Nur in seltenen Fällen ist es tatsächlich nötig, den Treiber von der Herstellerseite zu laden! Das Installieren über die systemeigene Paketverwaltung ist stets vorzuziehen, da sich das System so selbstständig um Updates kümmert.
 
Zuletzt bearbeitet:

aki

~amd64
Moderator
Dabei seit
Feb. 2002
Beiträge
3.561
Brauche ich einen Virenscanner?

Eine Liste von bekannt gewordener Linux-Malware findet man auf Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Linux-Malware

Auch bedingt durch den geringen Marktanteil von Linux, gibt es also im Vergleich zu Windows relativ wenig Schadsoftware. Bei Verwendung als normales Desktopsystem ist ein Virenscanner somit nicht zwingend nötig, eine hundertprozentige Sicherheit besteht allerdings nie.
Die verfügbaren Scanner suchen fast ausschließlich nach Windows-Viren. Sollte man also einen File- oder Mailserver einsetzen, ist solch ein Virenscanner durchaus zu empfehlen, da man somit den Rest des Netzwerkes vor einer Virenverbreitung schützen kann.

Dennoch sollte man die Sicherheit des Systems niemals vernachlässigen. Auch unter Linux ist es sehr wichtig regelmäßig Updates zu installieren, damit bekannt gewordene Sicherheitslücken nicht ausgenutzt werden können.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Top