Leserartikel Fractal Design Vector RS (vs. Dark Base 700)

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Testbericht Fractal Design Vector RS (vs. Dark Base 700)

1. Verpackung und Zubehör

Das Gehäuse kommt in einem sehr großem Karton, denn es muss eine Menge Zubehör mit rein. Ein extra Karton beinhaltet den optionalen Airflow-Deckel, den dazu passenden Luftfilter, die Shroud für bis zu 3x140mm oder 120mm Lüfter und die Schachtel mit den ganzen Schrauben und Kabelbindern. Es liegt sogar ein Putztuch aus Mikrofaser dabei.

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2. Das Gehäuse

Das grundsätzliche Layout entspricht der Define R6 / S2 Reihe. Die großen Unterschiede sind die Front, der Deckel und die Standfüße. Insgesamt recht wertig, leider sind die Füße nur in4 Alu-Optik also aus Plastik. Das rechte Seitenteil ist gedämmt und die abnehmbare Front erstaunlich schwer was der Lautheit zugute kommen dürfte. Der LED-Streifen teilt die Front in Metall (rechts) und Glas (links). Das Glasseitenteil ist bei meiner Version dunkel getönt und wird mit zwei Schrauben von hinten fixiert anstatt wie bei den meisten anderen Cases mit vier Schrauben in jeder Ecke des Glases selbst. Davon profitiert die Optik ebenso wie von der ungewöhnlichen Asymmetrie. In der Größe unterscheiden sich das Vector RS (552B x 233H x 498T mm) und das Dark Base 700 (554B x 241B x 519T mm) nur wenig.

Im Lieferzustand sind drei Fractal Dynamic X2 GP-14 Lüfter eingebaut (2x Front / 1x Rear). Diese laufen mit bis zu 1000 U/min und erzeugen bei 18.9 db(A) einen Airflow von 68.4 CFM und einen Druck von 0.71mm H20. Zum Vergleich bieten die be Quiet! Silent Wings 3 140mm PWM bei ebenfalls max. 1000 U/min einen Durchsatz von 101.09 CFM, einen Druck von 1.08 mm H20 und das bei 15.5 db(A). Die Lüfter von Fractal verfügen auch lediglich über einen 3-Pin Anschluss. Im Vergleich mit dem Dark Base 700 gewinnen auf den ersten Blick also die mitgelieferten Lüfter von be Quiet!.

Bei den maximal möglichen Lüftern bietet das Vector RS einen Lüfter mehr im Boden als das DB700. Je drei mal bis zu 140mm in der Front und im Deckel, zweimal 140mm im Boden und einmal an der Rückseite (bei beiden höhenverstellbar). Alle Luftfilter (Bottom, Front, Deckel) sind leicht demontierbar um sie zu säubern.

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Die Anzahl der einbaubaren Festplatten beträgt beim Vector RS 11x 3.5“ hinter der Front, 2x 2.5“ Plätze hinter dem Mainboard und 2x auf der PSU Shroud. Es werden allerdings nur sechs HDD Rahmen mitgeliefert. Beim DB700 kann man nur 7x 3.5“ einbauen, und auch nur drei der erforderlichen Rahmen gehören zum Lieferumfang, In die 3.5“ kann man bei Fractal allerdings je zwei 2.5“ Laufwerke einbauen. Bei den Massenspeichern gewinnt also das Vector RS.

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Das I/O-Panel ist rudimental, es umfasst Powerknopf, Resetknopf, 3.5 Klinke plus Mikrofon, zwei USB 3.0 Ports und glücklicherweise ein USB C 3.1 Port. Ein HDD LED fehlt ebenso wie eine Taste zur LED Steuerung und ein Schalter zur Lüftersteuerung.

Ein Lüfterhub bietet das Vector RS ebenso wie das Dark Base 700. Beim Letzteren sind 6x PWM Anschlüsse in zwei Reihen á drei Lüfter organisiert. Jede Reihe kann auf Performance oder Silent geschaltet werden. Automatisch ist auch möglich, denn der Hub wird mit einem Chassis Fan Anschluss des Mainboards verbunden und gibt das PWM-Signal an alle sechs Anschlüsse weiter. Der Schalter an der Front kann dann von Auto auf 50% auf 70% und auf 100% geschaltet werden, was sehr komfortabel ist. Der Hub vom Vector RS bietet diese Funktionalität nicht. Zum einen verfügt er nur über drei PWM Anschlüsse die vom Mainboard geregelt werden können, also automatisch, oder 6x 3-Pin Fans die alle auf 100% laufen. Das ist besser als Nichts, aber der erste echte Negativpunkt. Eine HDD LED ist nice to have aber diverse Mainboards haben diese auch verbaut und bei einem Glasseitenteil ist diese auch im Betrieb sichtbar.

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Die LED-Leiste welchem über Deckel zur Front verläuft und diese teilt ist sowohl ein Plus- als auch ein Negativpunkt. Die Optik ist super, der Effektumfang hoch, doch die Steuerung ist nicht zu Ende gedacht worden. Im Vergleich zum DB700, wessen zwei LED-Leisten nur einfarbig leuchten können und lediglich den Breatheffekt beherrschen, sind die LEDs beim Vector RS dimm- und einzeln adressierbar, was ein Vielzahl von Effekten ermöglicht. Allerdings erfolgt die Steuerung nicht über eine Taste an der Front sondern über eine Kabelfernbedienung welche im Gehäuse verbleibt. Man muss man also jedesmal die rechte Wand entfernen um den Effekt zu ändern. Gute Idee – schlechte Umsetzung. Dass der LED-Streifen auf 5V Technik basiert, beim DB700 sind es 12V, kann zu Problemen mit der Kompatibilität führen.

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Für das Netzteil gibt es einen eigenen Einbaurahmen, welcher eigentlich unnötig ist, ein Vorteil erschließt sich mir hier nicht. Bei beiden Gehäusen kann die GPU vertikal montiert werden, das nötige Zubehör muss allerdings extra gekauft werden.

Der Innenbereich ist sowohl beim Vector RS als auch beim DB700 extrem flexibel. Das Vector kann auf ein offenes Innen-Layout und der Deckel wie gesagt von Glas auf Airflow umgebaut werden. Im offenen Layout reduziert sich die Anzahl der 3.5“ Einbauplätze auf zwei. Der Deckel ist der Schwachpunkt beim Dark Base 700, da kommt so gut wie keine Luft aus den paar Schlitzen. Lässt man den Luftfilter beim Vector im Deckel weg, der bei Exhaust sowieso sinnlos ist, verbessert sich der Airflow nochmals. Allerdings unterstützt das Vector RS im Gegensatz zum DB700 kein invertiertes Layout. Der CPU-Kühler im DB700 darf bis 180mm hoch sein, was im Grunde alle erhältlichen Modelle einschließt. Im Vector RS sind es nochmal 5mm mehr, so dass die Grenze bei 185mmliegt.


3. Der Einbau

Das Netzteil hat wie gesagt seinen eigenen Einbaurahmen, wodurch zwei Schrauben mehr gebraucht werden. Im Innenraum ist sehr viel Platz, man kann gut hantieren. Am oberen Ende des Mainboardtrays ist genug Platz für allerlei Kabel, und es war kein Problem das 8-Pin CPU Stromkabel oben am Mainboard trotz bereits montiertem Dark Rock Pro 4 einzustecken. Dem abnehmbaren Deckel sei Dank! Die Abstandshalter sind vormontiert (für ATX), die Gummiabdichtung für das Kabelmanagement halten sehr gut und sind ebenso gut platziert. Sogar waagerecht direkt unter dem Mainboard befindet sich so eine für die I/O Verkabelung.

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Der Deckel ist mit zwei Schreiben getauscht, das Lüftershroud benötigt derer vier. Auf der rechten Seite bieten sich diverse Kabelhalterungen und zwei Klettverschlüsse für ein ordentliches Kabelmanagement an. Zwischen Seitenwand und Mainboardtray ist genügend Platz ohne, dass es drückt und zwickt.

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4. Temperaturen / Airflow / Geräuschkulisse
  • Mainboard: ASUS Maximus Hero VIII
  • CPU: Intel i7-6700k (delidded, @4.6GHz)
  • CPU Kühler: Be Quiet! Dark Rock Pro 4
  • RAM: G.Skill Trident Z DDR4 3600Mhz
  • GPU: Asus GTX 1080 ti
  • GPU Kühler: Morpheus II mit 2x NB eLoops 120mm PWM
  • SSDs: 250GB 960 Evo / 1TB 860 Evo
  • PSU: Fractal Design ION+ 660p
  • Case Fans: 4x BeQuiet! Silent Wings 3 140mm PWM
In prime95 zeigte sich zwischen mit 4x Silent Wings 140mm auf 100% und CPU Kühler auf 100% kein Unterschied zwischenDB700 und Vector RS. Auch bei Standardlüftern blieb das Vector RS genauso leistungsfähig, und im subjektiven Eindruck sind die leiser als die Silent Wings 3, was an dem Weniger an bewegter Luft liegen kann.

Vector RS, 3x Dynamic GP-14@100%, prime95 „blend“:
Prime95_Vector_20°C_100%_10min.png


Vector RS, 4x Silent Wings 3 140 PWM @100%, prime95 „blend“:
Prime95_Vector_20°C_100%_10min_4x_Silent_Wings3_100%.png


Dark Base 700, 4x Silent Wings 3 140 PWM @100%, prime95 „blend“:
Prime95_DB700_20°C_100%_10min.png


Im Superpostion Benchmark bot sich folgendes Bild bei 20°C Raumtemperatur und Bestückung mit vier Silent Wings 3 140 PWM 1000U/min Lüftern. Punkte / Temp / GPU Fanspeed (Auto):



Lüfterspeed​

Vector RS

Dark Base 700

100,00%​

10593 / 53°C / 1000 RPM​

10598 / 53°C / 1000 RPM​

70,00%​

10592 / 57°C / 1000 RPM​

10582 / 55°C / 1050 RPM​

50,00%​

10580 / 58°C / 1070 RPM​

10543 / 56°C / 1100 RPM​


Fazit:

Aufgrund der Möglichkeit im Deckel einen 420er Radiator und gleichzeitig einen 280er Radiator in der Front zu verbauen wobei die Dicke nicht mehr als 35mm betragen darf, eignet sich das Vector RS hervorragend für eine Wasserkühlung. Im Boden kann sogar ein weiterer 140er Radiator untergebracht werden.

Beim DB700 beschränkt sich der maximale Ausbau auf einen 360er im Deckel und einen 360er an der Front, oder jeweils einen 280er. Damit eignet sich das Vector RS deutlich besser für einen Custom Water Loop als das DB700, welches sich durch seinen undurchlässigen Deckel im Grunde für solch eine Kühllösung selbst disqualifiziert.

Das Fractal Vector RS ist ein gelungenes Gehäuse, seine Asymmetrie lässt es aus der Masse ebenso hervorstechen, wie die adressierbare LED-LEISTE die einen leichten TRON-Effekt hervorruft. Die Qualität ist auf hohem Niveau wie man es von Fractal Design gewohnt ist. Die Menge an einbaubaren Festplatten, 11x 3.5“ und gleichzeitig 4x 2.5“ oder 15x 2.5“, ist fast ein Alleinstellungsmerkmal des Vector RS. Der Airflow ist besser als beim Dark Base 700, was zum einen an den Öffnungen der Front liegt, zum anderen am expliziten Airflow-Deckel. Der Bastlertrieb kann aufgrund umfassender Modularität befriedigt werden. Eine 5/5 Sterne Bewertung wird nur durch den unzureichenden Lüfterhub und die von außen nicht zu erreichende LED-Fernsteuerung verhindert. Beides führt jeweils zu einem halben Punkt Abzug, so dass am Ende eine 4/5 Wertung steht.


Testbericht Fractal Design ION+ 660P

Das Fractal Design ION+ 660P kommt in einem extra Schutzbeutel daher, ebenso wie sämtliche Anschlusskabel.

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Das 660W Netzteil zeichnet sich vor allem durch drei Dinge aus. Zum einen ist es voll-modular, zum anderen besitzt es eine Platinum Zertifizierung und um es auf die Spitze zu treiben ist es auch noch Semi-passiv. Der Lüfter wird erst aktiviert wenn die Auslastung des Netzteils auf über 50% steigt. Es gibt sogar einen Schalter mit dem diesen passiven Modus ausschalten kann, so dass der Lüfter immer mitläuft. Hörbar war das Netzteil im Test zu keiner Zeit. Erst bei >400W geht der Lüfter auf etwas über 400rpm, bei Volllast läuft er mit 800rpm.

Fractal Design wirbt mit Japanischen Kondensatoren, allerdings verfügt das Netzteil lediglich über eine einzelne 12V-Schiene.

Die Menge an Anschlüssen übersteigt meiner Meinung nach das Einsatzgebiet, denn mit Sicherheit reichen 660W nicht für ein Quad-SLI oder Crossfire System. Auf der anderen Seite brauchen manche Systeme heute mehr als den 8-Pin CPU-Power Anschluss, siehe HEDT Mainboards.

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Die beiliegenden Flachbandkabel, Fractal Desing nennt sie UltraFlexTM, eignen sich hervorragend für ein gelungenes Kabelmanagement. Es liegen 3x SATA Stromstränge, ein reiner MOLEX-Strang, 2x 12V(PCIe) Stränge mit je 2x 8-Pin Anschlüssen und natürlich der 24-Pin und 8-Pin ATX-Stromstrang bei. All diese Kabel lassen sich an das Netzteil anschließen, und noch 3x 12V(PCIe) mehr wenn man möchte und diese Kabel nachkauft. Damit ließe sich ein HEDT-System verkabeln welches zwei GPUs mit je 2x 8-Pin Connector erfordert, inkl. 2x 8-Pin ATX (CPU) Anschlüssen. Dazu könnten alle 15 möglichen Laufwerk in dem Vector RS Gehäuse und dessen LED-Strip mit Strom versorgt werden. Allerdings erscheinen mir 660W dafür nicht ausreichend.

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Beiliegendes Zubehör ist natürlich ein Kaltgerätekabel und drei schöne Klettband-Kabelbinder in grau mit Fractal Schriftzug. Der einzige Kritikpunkt sind die beiliegenden Schrauben. Diese sind silbern statt schwarz. Ok, ich habe lange nach einem Kritikpunkt gesucht. ;-)

Bei der Effizienz liegt das Netzteil auf gleichem Niveau wie das Dark Power Pro 11 (850W), im Test mit prime95 schwanke das Strommessgerät zwischen 220W und 225W - bei beiden Netzteilen.

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Die Garantie beträgt satte 10 Jahre. Das ist absolute Spitzenklasse.


Ich bedanke mich bei ComputerBase und seinem gesamten Team für diesen Test auserkoren worden zu sein.
Es war mir eine Ehre.
 

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Danke für dein Lob, es ist Star Wars X-Wing vs. Tie Fighter. :schluck:
 
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