Shizzle schrieb:
Eventfan oder nicht. Jeder der erzählt, dass Deutschland klar das bessere Spiel gemacht hat ein anderes Spiel fantasiert. Ein Unentschieden wäre durchaus Leistungsgerecht gewesen.
Hinsichtlich der Spielanteile und der Qualität der Vorstöße hat Deutschland das bessere Spiel gemacht, vor allem hinten heraus. Ab der 70 minute hat CIV nicht mehr stattgefunden, und nur noch einen gefährlich Konter zustande gebracht, dessen Abschluss Goretzka nach einem Forrest Gump-Sprint durch das Stadion entschärft hat. Tatsächlich musste Neuer schon ab der 30 Minute nicht mehr viel halten, während Fofana hinten heraus mehrere Einschläge.
Shizzle schrieb:
Bis zum 3-fach Wechsel hatte Elfenbeinküste das Spiel gut im Griff. Bis auf einen halb gefährlichen Kopfball von Havertz beim Stand von 0-0 versprühten die GER Angriffe kaum Gefahr und der Keeper musste nicht eingreifen. Und genau das war auch das Glück des DFB Teams denn CIV hat es aus, wie ich fand, besseren Abschlusssituation auch nicht hinbekommen Neuer zu fordern.
Hinter dem 3-fach Wechsel stand ein Plan. Dieser Wechsel war keine höhere Gewalt, kein Schicksal, dass zur Abwechslung in diesem bis dahin glücklosen Spiel die deutsche Mannschaft angelächelt hat. Nagelsmann hat das Spielsystem so umgestellt, dass Deutschland besser in die Räume gekommen ist, in denen CIV nicht gut verteidigt. Dass das deutsche Spiel dann folgerichtig besser funktioniert und ausgesehen hat, war nicht glücklich, sondern erarbeitet und durch die erwähnten Umstellungen erzwungen.
Shizzle schrieb:
Ein Chancenplus erspielte man sich doch erst in den letzten Minuten (Brown, Amiri, Undav). Mit einem Unentschieden oder einer knappen Niederlage hätte man sich nicht beschweren dürfen, denn soviel hat Deutschland nicht erspielt.
Eben. Das hochwertige Chancenplus war da. Dass man sich dieses erst spät im Spiel erarbeitet hat, macht den späten Siegtreffer nicht glücklich. Ein Spiel dauert 90+ Minuten, und wenn der Gegner nicht die Fitness hat, um die Intensität bis zum Schlusspfiff mitzugehen, dann ist es nur folgerichtig und auch nicht unverdient oder gar glücklich, dass hinten heraus noch ein entscheidendes Tor fällt.
Damit will ich nicht sagen, dass Deutschland gestern ein gutes Spiel gemacht hat. Über eine Stunde war das ziemlicher Murks, weil Deutschland falsch auf- und eingestellt war. Wusiala gegen robuste Ivorer mit Kimmich als Absicherung hat Vorne und Hinten nicht funktioniert, und man fragt sich, warum den Gegner nicht gleich so bespielen, wie er es nicht mag? Warum damit erst ab der 60. Minute anfangen?
Und vor allem, warum darauf setzen, dass eine Systemumstellung das Spiel schon drehen wird? Das kann halt auch schief gehen und plötzlich ist das Spiel vorbei und der Gegner hat gewonnen. An der Stelle profitieren
wir davon, dass Undav die Qualität und gerade auch die Form hat, um die Gelegenheiten, die sich aus der Arbeit seiner Mitspieler und den systemischen Eingriffen von der Seitenlinie ergeben, zuverlässig zu veredeln. Wenn diese Qualität aber mal nicht zündet, dann wird es gleich zappenduster.
Also ja, das hätte gestern auch anders laufen können, und wir hätten alle gewusst, warum. Aber dass es so gelaufen ist, wie es nun mal gelaufen ist, war nicht glücklich, sondern durch Kampf und Fitness erarbeitet, durch taktische Maßnahmen erzwungen und dann im Resultat auch verdient.